Baden 1847/1848 im Film
Dem Revolutionär über die Schulter geschaut

Beim Dreh: Frank König (v. l.), Patrick Schwendemann, Emre Özlü, Maren Rosenberger, Mika Gabriel | Foto: Visiris
  • Beim Dreh: Frank König (v. l.), Patrick Schwendemann, Emre Özlü, Maren Rosenberger, Mika Gabriel
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Offenburg (ds). Dass sie mit badischer Geschichte ganze Kinosäle füllen können, haben die Offenburger Filmemacher Frank König und Emre Özlü bereits 2017 mit ihrer knapp 90-minütigen Dokumentation „Illenau – Die Geschichte einer ehemaligen Heil- und Pflegeanstalt“ bewiesen. Nun stecken die beiden zusammen mit Mitarbeiter Mika Gabriel mitten in der Produktion einer Dokumentation zur Badischen Revolution, die zum 175-jährigen Jahrestag der "13 Forderungen des Volkes" im September 2022 Premiere feiern soll.

"Die Idee hatten wir schon, bevor die Illenau-Doku rauskam", berichtet Frank König. Unterstützung erhält die Filmcrew unter anderem von der Kulturstiftung Offenburg, die sich mit 3.000 Euro am Projekt beteiligt. Auch der Lahrer Uwe Baumann sowie Kino-Betreiber Jan Marc Maier sind mit Marketing, Netzwerk und technischem Wissen mit im Boot.

Drehstart schon 2019

Seit dem ersten Drehtag am 6. Juni 2019 hat Frank König bereits neuneinhalb Stunden Interview-Material mit Experten in Sachen Badische Revolution im Kasten, darunter Dr. Irmgard Stamm vom Historischen Verein Rastatt, Dr. Frank Engehausen von der Universität Heidelberg, Dr. Kurt Hochstuhl, ehemaliger Leiter des Staatsarchivs Freiburg, und Dr. Wolfgang Reinbold, Leiter des Offenburger Stadtarchivs und des Museums im Ritterhaus. "Egal, wo wir anfragen, erfahren wir große Unterstützung", freut sich König, der derzeit am Zusammenschnitt der Interviews arbeitet. Etwa 60 der insgesamt 120 geplanten Filmminuten sollen diesen gewidmet werden. "Außerdem sollen noch Politiker und Menschen wie du und ich zu Wort kommen", so der Filmemacher weiter. Szenische Beiträge erzählen die Geschehnisse rund um die Badische Revolution. "Dabei blicken wir einem fiktiven Charakter, einem einfachen Mann aus dem Volk, quasi über die Schulter", verrät der Filmemacher.

Das Badische Wiegenlied wird ebenso eine Rolle spielen wie die Hinrichtungen in Rastatt und natürlich die Versammlung im Offenburger Salmen 1847. Auch die Acherner Illenau wird in der neuen Doku zu sehen sein. "Wir erzählen die Geschichte von Menschen, die für ihre Überzeugung gekämpft haben, von tragischen Ereignissen, Erfolgen und beleuchten außerdem auch die Rolle der Frauen in der Mitte des 19. Jahrhunderts", erläutert Frank König und verweist auf Persönlichkeiten wie Friedrich Hecker, Franz Volk oder Gustav und Amalie Struve. Wer schon jetzt einen ersten Einblick bekommen möchte, kann auf Youtube den Teaser "Die Badische Revolution kommt (2022 ins Kino)" anklicken.

Bürgerrechte, soziale Sicherheit und Gleichheit, die Hauptthemen der "Offenburger Forderungen", sind laut Frank König genauso aktuell wie die Unzufriedenheit vieler Menschen. "Außerdem glaube ich, dass so mancher eine badische Flagge im Garten hat, ohne genau deren Bedeutung zu kennen", sagt Frank König. So gehören nicht nur Erwachsene zu seinem Zielpublikum, sondern auch Schüler, denen er Wissen anschaulich vermitteln möchte.

Weitere Informationen zur neuen Filmdokumentation gibt es unter www.badische-revolution.de.

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