Christie's stoppt Auktion historischer Weltkarte
Die Eine-Million-Euro-Karte

Das Offenburger Exemplar der Waldseemüller-Karte ist das älteste bekannte und liegt im Safe.
Das Offenburger Exemplar der Waldseemüller-Karte ist das älteste bekannte und liegt im Safe. (Foto: Repro: Stadt Offenburg)

Offenburg (st). Christie’s, das Londoner Auktionshaus, wollte vergangenen Mittwoch ein bis vor kurzem unbekanntes fünftes Original-Exemplar der Weltkarte von Martin Waldseemüller aus dem Jahr 1507 versteigern. Laut eines Berichts der New York Times vom 10. Dezember wurde diese Karte allerdings von der geplanten Versteigerung kurzfristig zurückgezogen, um deren Echtheit zu prüfen. Diese Karten haben ihren Wert auch daher weil erstmals der Begriff "America" für den Übersee-Kontinent erwähnt ist.

Warum die Zweifel? Weil Alex Clausen, ein Händler von seltenen Karten, Zweifel an der Echtheit des Dokuments angemeldet hat. Ihm und schließlich auch den Spezialisten von Christie’s waren Hinweise auf eine photomechanische Vervielfältigung aufgefallen. Auch erscheint die Entdeckungs-Geschichte dieser fünften Waldseemüller-Karte wenig überzeugend: Ein Nachfahre des Restaurators Arthur Bruno Drescher hatte die Karte angeblich im Nachlass des Verstorbenen gefunden. Er wollte anonym bleiben.

Während die Experten von Christie’s beim Vergleich mit einem Original, das in der Münchner bayerischen Staatsbibliothek lagert, zum Schluss gekommen waren, die fünfte Karte sei echt, sind mittlerweile auch Zweifel über die Echtheit der Karte in München aufgetaucht. Denn der Vergleich mit dem Waldseemüller-Original in Offenburg, das 1993 bei Restaurationsarbeiten an einem Band aus der Humanistischen Bibliothek gefunden wurde, zeigte Abweichungen. Es geht immerhin um mehr als eine Million Euro – pro Exemplar.

Dass die Offenburger Karte echt ist, daran besteht unter Historikern kein Zweifel. Daher ist sie auch gut gesichert in einem Banksafe.

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