Sternsinger an Dreikönig
Hauserbacher haben besondere Tradition

Die Sternsinger bringen den Segen in jedes Haus.
  • Die Sternsinger bringen den Segen in jedes Haus.
  • Foto: Christiane Agüera Oliver
  • hochgeladen von Anne-Marie Glaser

Hausach (cao). Es ist ein liebgewonnener katholischer Brauch geworden, dass die Sternsinger um den Dreikönigstag unterwegs sind und den Segen für das neue Jahr in jedes Haus und jeden Hof bringen. Es gibt jedoch Unterschiede in den Liedern und Segenssprüchen. So halten beispielsweise die Hauserbacher Sternsinger seit mehr als 60 Jahren ihre ganz eigene Tradition aufrecht, wenn sie inzwischen in zwei Gruppen durch den Hauserbach, Sulzbach und Hechtsberg ziehen, also ganz anders als diejenigen, die in Hausachs Innenstadt und den anderen Tälern unterwegs sind.

Heimathistoriker Kurt Klein

Der inzwischen verstorbene Hausacher Ehrenbürger Kurt Klein, Heimathistoriker und Heimatautor, Gründer des historischen Vereins und der Gemeinschaft der Hausacher Vereine, war im Jahr 1956 als junger Lehrer an die Hauserbacher Schule gekommen und brachte seinen Schützlingen die Tradition des Sternsingens nahe. Erstmals waren die Sternsinger dann im Januar 1958 im Hauserbach unterwegs.

Hildegard Welle organisiert

Inzwischen organisiert Hildegard Welle aus dem Kurzbach die Hauserbacher Sternsinger. Noch heute haben die Hauserbacher ihre eigene Kleidung, die eigenen Verse und Lieder. "Ein Königsmantel von Spänles wird von Anfang an getragen, auch der erste Stern ist immer noch dabei", berichtet Hildegard Welle. Wer König sein will, muss sich erst einmal "hinaufschaffen". Die Jüngsten, Schüler ab der dritten Klasse, beginnen als Laternenträger. Im Tal dürfen sie in jedem Hof das Kripple und den Christbaum ansingen. Dort wird auch die Flöte ausgepackt. Und der ganz eigene Hauserbacher Segen ist stets willkommen, wenn es heißt: "...vun Herze viel Glick un Gottes Säge, de Felder viel Sun nun net z´viel Räge..."

Ludwig Paulus erinnert sich

Eine Delegation von Hauserbacher Sternsingern reiste im Jahr 2008 anlässlich des 50-jährigen Sternsingerjubiläums zum Neujahrsempfang zum damaligen Ministerpräsidenten Günther Oettinger nach Stuttgart in den Landtag. "Wir übernahmen den Haupteil des Programms mit unseren Versen und Liedern und dem gemeinsam gesungenen 'zu Bethlehem geboren'", blickt Ludwig Paulus, der die Hausacher Sternsinger organisiert, noch heute gerne auf dieses Ereignis zurück.

Missionare

Noch älter als die Hauserbacher Tradition des Sternsingens ist die im Einbachtal. Dort waren die Heiligen Drei Könige schon ein Jahr vorher unterwegs, als Kurt Klein noch in Einbach Lehrer war. "Erst später ist es dann in Hausach losgegangen. Der genaue Beginn ist aber leider nicht belegt", so Ludwig Paulus. Sein inzwischen verstorbener Onkel, Xaver Schmid vom Romeshof, war als Missionar Pater David im damaligen Tanganjika, dem heutigen Tansania, tätig. Nicht weit davon entfernt wirkte Schwester Maria Uhl aus der Frohnau an der Missionsstation am Njassasee. Beide wurden direkt von den Hauserbacher Sternsingern unterstützt. Aber ebenso die Arbeit der beiden Hausacher Missionare Erwin Kohmann in Bolivien und Pater Johannes M. Hämmerle in Nias in Indonesien wurde gefördert.

Heischebrauch

Auch in diesem Jahr sind die Sternsinger wieder unterwegs und sammeln Geld für einen wohltätigen Zweck. Der Heischebrauch des Dreikönigsingens ist schon seit dem 16. Jahrhundert bekannt.

Christus segne dieses Haus

Es gibt natürlich immer Menschen, die mit dem Brauch nichts anfangen können und unfreundlich werden, die Sternsingerkinder gar beschimpfen. Viele erwarten sie aber auch bereits, empfangen die Sternsinger freundlich und freuen sich über den Segen durch das Inzensieren mit Weihrauch, also die Beweihräucherung und den Schriftzug oben an der Haustüre "C+M+B 2019". Das heißt übrigens "Christus mansionem benedicat – Christus segne dieses Haus".

Autor:

Anne-Marie Glaser aus Offenburg

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