Vollbremsung bei 50 Stundenkilometern
Sicherheitstraining für Feuerwehrleute

Aus voller Fahrt eine Vollbremsung hinzulegen, kostet Überwindung und muss geübt werden.
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Offenburg (gro). Die Luft riecht nach verbranntem Gummi, überall stehen oder fahren Feuerwehrautos auf dem Gelände der Spedition Dietrich in Offenburg. Gerade legt einer eine harte Vollbremsung ein. Die Maschinisten, so werden die Fahrer der Löschfahrzeuge genannt, nehmen am Samstag an einem Fahrtraining teil. Sie kommen aus der gesamten Ortenau: Fahrzeuge aus Gengenbach, Friesenheim, Neuried, Seelbach, Achern, Ottenhöfen, Kehl und Gengenbach sind auf dem Gelände zu erkennen.

"Gestern Abend gab es bereits einen theoretischen Teil. Das erste Fahrtraining haben wir schon hinter uns, gleich starten die Kollegen, die heute Morgen die Theorie gelernt haben, auf den Parcours", erklärt Michael Wegel, Kommandant der Feuerwehr Achern und Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes, der gemeinsam mit dem Landratsamt diese Sicherheitsschulung anbietet. "An diesem Wochenende sind etwa 70 Kameraden dabei", so Wegel. Es ist das letzte von insgesamt drei Kursangeboten in diesem Jahr. "Insgesamt haben 200 ehrenamtliche Feuerwehrleute das Sicherheitstraining absolviert", ist Wegel zufrieden mit dem Zuspruch. "Alle drei Termine waren ausgebucht." Es würden nicht nur erfahrene Feuerwehrmaschinisten teilnehmen, sondern ebenfalls erstaunlich viel Nachwuchs, dessen Führerscheinprüfung noch gar nicht so lange her sei. "Für die ist das Training besonders wertvoll", findet Michael Wegel.

Die Idee hinter dem Angebot: Zwar haben die Fahrer der Einsatzfahrzeuge alle einen LKW-Führerschein, doch da sie ehrenamtlich tätig sind, längst nicht die Praxis wie ein Berufskraftfahrer. "Die Maschinisten sollen ihre Fahrzeuge kennenlernen, aber auch gezielt üben, wie man sich in einer kritischen Situation verhält. Schließlich tragen sie Verantwortung für bis zu neun Kameraden, die mit im Löschfahrzeug sitzen", erläutert Wegel. Landesweit käme es immer wieder zu Unfällen. Die Kosten für die Veranstaltung teilen sich der Kreisfeuerwehrverband, die Kommunen, das Landratsamt und die Unfallkasse. "Wir würden so ein Sicherheitstraining gerne alle zwei Jahre anbieten", stellt Michael Wegel fest.

Geleitet werden die theoretischen und praktischen Übungen von der Verkehrsfachschule Markdorf. Lehrer Thomas Dworak erklärt, was im praktischen Teil ansteht. "Wir haben sechs Stationen: Die Maschinisten lernen die Fahrzeugabmessungen beim Rangieren und sicheres Fahren auf einem Slalomparcours, der eine Wohnstraße oder auch das Fahren in einer Rettungsgasse simuliert. Es gibt eine Zielbremsung, bei der sie an einem bestimmten Punkt anhalten müssen und das Bremsen auf einer Plane, bei dem sich das Fahrzeug wie bei Schnee auf der Straße verhält. Im fünften und letzten Durchgang geht es darum eine Vollbremsung einzulegen und es wird eine Ablenkung für den Fahrer simuliert."

Nach jeder Übung gibt es eine Manöverkritik und einen erneuten Durchlauf. "Ich habe noch nie eine Vollbremsung gemacht", sagt einer der Teilnehmer zufrieden damit, dass sie ihm gelungen ist. Nicht so leicht, wie es aussieht, ist das Einparken mit Einweiser, das auf einem anderen Teil des großen Gelände geübt wird. Es dauert etwas, bis sich Fahrer und Einweiser verstehen. Ein Stück weiter müht sich ein Fahrer ab, auf engstem Raum zu wenden. Alle nehmen die Anregungen der Fachleute, die die Übungen überwachen, dankbar an.

Aus voller Fahrt eine Vollbremsung hinzulegen, kostet Überwindung und muss geübt werden.
Einer gibt das Kommando, der andere fährt – auch das will gelernt sein.

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