"SoLaVie" setzt auf nachhaltiges Engagement
Solidarisches Wirtschaften für ökologisches Gemüse

Helga Schmidt prüft die geernteten Federerbsen.
  • Helga Schmidt prüft die geernteten Federerbsen.
  • Foto: Thekla Fey
  • hochgeladen von Christina Großheim

Neuried/Offenburg (tf). Es ist heiß und stickig, doch auf dem großen Acker des Vereins Solidarisch landwirtschaften und leben, kurz "SoLaVie", herrscht reges Treiben. Gemeinsam wird dienstags das reife Gemüse geerntet. Damit die Vielfalt und Qualität des ökologischen Anbaus auch gewährleistet bleibt, hat "SoLaVie" zwei Gärtner eingestellt. Sie sind für den gesamten Anbau verantwortlich – von der Planung über die Pflanzenauswahl der samenfesten Sorten bis zur Bodenbearbeitung, umweltfreundlichen Schädlingsbekämpfung, Säen, Pflanzen und Ernten.

Der Ertrag wird in das Lager nach Altenheim gebracht, wo eine Mitarbeiterin das Gemüse lose in Kisten für die einzelnen Verteilstellen sortiert. Am Mittwoch kann dann an einer der acht Stellen der Ernteanteil mit eigenen Behältnissen abgeholt werden. „Wir legen viel Wert auf Nachhaltigkeit“, so Marlene Werfl. Ein Ernteanteil kostet zur Zeit 98 Euro pro Monat. Wer diesen Richtwert nicht aufbringen kann, profitiert vom solidarischen Gedanken: „Einige unserer Mitglieder zahlen mehr, weil andere es einfach nicht können. Und wir haben auch Unterstützer ohne Ernteanteil. Am Geld soll es niemals scheitern“; sagt Werfl. Für sie war die Frage, ob Wirtschaft auch anders funktionieren kann, einer der Hauptgründe, sich bei "SoLaVie" zu engagieren. „Wir machen hier einen Feldversuch für eine neue Art des Wirtschaftens“, sagt sie. „Denn es muss ein Umdenken, eine Trendwende her!“

Helga Schmidt führt noch weitere Gründe an. „Für mich ist es sehr wichtig, dieses Projekte zu unterstützen, da es Modellcharakter für eine Landwirtschaft hat, in welcher der Profit nicht an erster Stelle steht. Uns geht es darum, die Bodengesundheit zu fördern und zu erhalten, damit gesundes Gemüse wachsen kann“, sagt die ehemalige Biologielehrerin. „Zudem macht das gemeinsame Arbeiten viel Spaß – nach einem langen Erntetag spüre ich Muskelkater an Stellen meines Körpers, wo ich noch nie welchen hatte.“

Neben dem Arbeiten hat auch die Gemeinschaft einen hohen Stellenwert. Damit jeder mitmachen kann, gibt es monatliche Ackeraktionstage an Samstagen und auch Erntefeste, wie die gemeinsame Kartoffelernte mit anschließendem Kartoffelfeuer. „Da kommen dann auch die Familien mit Kindern und alle ernten und feiern gemeinsam. So lernen schon die Kleinsten, wo das Gemüse herkommt", freut sich Schmidt.

Der Aktivenkreis des Vereins trifft sich alle 14 Tage und entscheidet basisdemokratisch über die anstehenden Fragen. Dazu gibt es aufgabenspezifische Arbeitsgruppen. Ganz neu ist die Gruppe „Bildung“, in der es um die pädagogische Aufarbeitung der solidarischen Landwirtschaft geht. „Uns fragen immer mehr Bildungseinrichtungen nach Führungen oder Praktika an", sagt die ehemalige Lehrerin. „Wir freuen uns immer wieder über Menschen, die uns kennenlernen wollen“, sagt Marlene Werfl. „Gerne kann man auch einen Schnupperanteil für einen Monat ausprobieren.“ Im Herbst können sich dann Mitglieder für die Abnahme und Finanzierung ihres Ernteanteils 2019 verpflichten. Wer mehr über den Verein "SoLaVie" wissen möchte, kann sich auf der Homepage für den Interessenten-Newsletter anmelden oder den Verein dort direkt kontaktieren.

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