13-jähriger Nachwuchsfechter Marwin Heuberger im Porträt
Die Erfolgsgeschichte startete mit Olympiade

Schon mit 13 Jahren sehr erfolgreich: Im Mai dieses Jahres fuhr Marwin Heuberger seinen ersten Deutschen Meistertitel ein.
  • Schon mit 13 Jahren sehr erfolgreich: Im Mai dieses Jahres fuhr Marwin Heuberger seinen ersten Deutschen Meistertitel ein.
  • Foto: Michael Bode
  • hochgeladen von Matthias Kerber

Offenburg. Die noch junge Karriere von Nachwuchsfechter Marwin Heuberger, der Ende Mai dieses Jahres erstmals Deutscher Meister bei den B-Junioren mit dem Degen wurde, begann bei den Olympischen Spielen in London 2012. Der damals Sechsjährige schaute sich die Fechtwettkämpfe im Fernsehen an und war gleich fasziniert von dieser Sportart, die in der Sportberichterstattung oft ein Schattendasein fristet. "Nachdem ich die Kämpfe im Fernsehen gesehen habe, war für mich schnell klar, dass ich das auch machen möchte", erzählt der heute 13-Jährige. Berührungspunkte mit dem Sport hatte er vorher nicht. Das Duell Mann gegen Mann habe ihn besonders fasziniert. "Und natürlich, dass ich hierbei mit Waffen kämpfen kann", sagt Marwin lachend. Im Jahr 2013 machte er dann Nägel mit Köpfen und meldete sich in der Fechtabteilung des ETSV Offenburg an.
An das erste Training kann er sich noch gut erinnern. "Das war sehr technisch", erzählt er. Und weiter: "Es wurde unglaublich viel Wert auf die Beinarbeit gelegt. Durch die ersten Trainingseinheiten habe ich mich ziemlich gequält", gesteht er, "aber Spaß gemacht hat es trotzdem." Rund eineinhalb Jahre dauerte es, bevor Marwin Heuberger erstmals an Wettkämpfen teilgenommen hat. "Hierbei muss man vor allem taktisch denken und das unter enormen Zeitdruck. Die Entscheidung muss im Bruchteil einer Sekunde gefällt werden", erklärt er die Faszination seines Sportes. Dass er schon so früh so erfolgreich ist, liegt vielleicht auch daran, dass er fast immer mit älteren Fechtern zusammen trainiert. Geschenkt haben ihm die älteren Jahrgänge aber nichts. "Ich wurde da schon richtig ins kalte Wasser geworfen. Ich habe aber sehr viel, vor allem im technischen Bereich, mitnehmen können. Es ist ein kontinuierliches Learning-by-Doing", erzählt er. Die Intensität des Trainings ist hoch. Viermal in der Woche steht Heuberger auf der Planche, vor Wettkämpfen gar an fünf Tagen. Und seit einem Jahr trainiert er auch regelmäßig am Wochenende.

Trainieren auf dem höchsten Niveau

Aber das harte Training zahlt sich aus. Der Deutsche Meistertitel ist bisheriger Höhepunkt. Seit drei Jahren nimmt er am Landestraining teil und seit einem Jahr ist er Gastfechter am Zentrum für Nachwuchs-Leistungssport des Deutschen Fechter-Bundes (DFB) in Waldkirch. Darüber hinaus wurde er jetzt auch als jüngster Jahrgang in den Kader des DFB aufgenommen, für den demnächst Trainingseinheiten in Leipzig anstehen. Dort werden vor allem auch technische Trainingsinhalte in Sachen Bewegungsablauf und Stellung vermittelt. "Das bringt mir wirklich viel, denn der Sport verlangt den Fechtern zusätzlich enorme Athletik und Ausdauer ab", so der Nachwuchskämpfer. Denn ohne die Beherrschung der Technik sei der Erfolg ausgeschlossen. Präzise Bewegungen seien beim Fechten besonders wichtig, da sie Zeitersparnis bedeuten. Und wer schneller sei, der treffe und verteidige besser. Wenn Marwin Heuberger über seinen Sport spricht, wirkt das alles sehr reflektiert für einen 13-Jährigen.
"Ein großer Dank geht auch an meinen Trainer Andy Langenbacher, der mich nicht nur super betreut, sondern mich immer auch perfekt auf die Wettkämpfe und meine Gegner vorbereitet", so Heuberger. Er selbst bezeichnet sich als Taktierer. "Ich lasse den Gegner eher kommen und schaue, was er macht", so der 13-Jährige. Aber dieses Jahr wird für ihn besonders schwer, denn durch eine Umstrukturierung wurden die Jahrgänge 2005 und 2006 zusammengelegt. "Das bedeutet, dass ich auch gegen ältere und erfahrenere Fechter antreten muss", so Heuberger. Darunter seien auch viele Gegner, die aus den drei großen Fechtzentren Tauberbischhofsheim, Bonn und Heidenheim kommen und dort an den Sportinternaten leben und trainieren. Für ihn sei dies aber nichts, so Heuberger. Er brauche sein familiäre Umfeld, erklärt er, auch wenn er seinen Sport gerne weiter leistungsmäßig betreiben würde, "und mein Vater achtet auch darauf, dass die Schule nicht zu kurz kommt", sagt er lachend. Aber nur Erfolge ermöglichen weiter auf diesem Niveau kämpfen zu können und vielleicht schließt sich einmal der Kreis, wenn Marwin Heuberger seinen Traum, einmal bei den Olympischen Spielen auf der Planche zu stehen, wahr wird. M. Kerber

Autor:

Matthias Kerber aus Offenburg

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