Jo Schraeder im Porträt
Ein Menschenfreund, der seinen Beruf lebte

Joachim Schraeder wusste schon als Kind, dass er Arzt werden will und hat sich mit großer Leidenschaft seinem Beruf verschrieben. Als Mediziner konnte er zudem die Welt bereisen. Im Ruhestand will er wieder mehr seinem liebsten Hobby nachgehen - dem Rennradfahren. | Foto: Michael Bode
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  • Joachim Schraeder wusste schon als Kind, dass er Arzt werden will und hat sich mit großer Leidenschaft seinem Beruf verschrieben. Als Mediziner konnte er zudem die Welt bereisen. Im Ruhestand will er wieder mehr seinem liebsten Hobby nachgehen - dem Rennradfahren.
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Offenburg "Ich hatte eine wunderbare Kindheit", sagt Jo Schraeder, der als dienstältester Arzt in Offenburg Ende März mit 85 Jahren in den Ruhestand gegangen ist. "Die Tätigkeit meines Vaters hat mich geprägt und ich wusste bereits als Kind, dass ich Arzt werden will", führt der sympathische Westfale aus. Sein Vater leitet ein kleines Krankenhaus und eine Hausarztpraxis. Aufgewachsen im Münsterland habe er schon früh alle Höhen und Tiefen des Arztberufes durchlebt – von der Geburt bis zum Tod.

In Münster, Freiburg und Wien studiert Schraeder Medizin. Nach dem Examen arbeitet er zunächst in der Pathologie. "Dort kann man das Grundsätzliche einer Erkrankung studieren", findet er. Die lebenden Patienten waren ihm aber immer lieber, denn Jo Schraeder ist ein Menschenfreund und mit seiner offenen und fröhlichen Art auch ein Menschenfänger. Seit 1988 sammelt er Geld für die Tour der Hoffnung, einer deutschlandweiten Benefiz-Radsportveranstaltung zu Gunsten krebskranker Kinder.

Ehefrau zieht ihn nach Südbaden

An einer beruflichen Station in Bocholt lernt der Internist und spätere Reise-, Betriebs- und Sozialmediziner seine Frau kennen, ebenfalls promovierte Medizinerin. Als 1972 Schraeders Vater stirbt, stellt sich die Frage, wer die Praxis übernimmt. Seine Frau will aber eigentlich zurück in die südbadische Heimat und so verschlägt es ihn schließlich dorthin. Nach oberärztlicher Tätigkeit in Singen am Hegau-Klinikum, eröffnet er 1975 in Offenburg eine Praxis.

Rückblickend sagt er über seinen Beruf: "Ich habe immer mit viel Liebe, Empathie und Freude gearbeitet. Zudem habe ich ein Talent mit Menschen umzugehen und sie zu verstehen." Und weiter: "Das Schönste ist, wenn man die richtige Diagnose stellt und den Menschen helfen kann."

Neben seiner Tätigkeit als Internist ist Schraeder auch als Reisemediziner tätig und bereist dadurch große Teile der Welt. Er ist auf Schiffen und Zügen unterwegs. Er bereist Afrika und weite Teile Asiens – vom Nahen Osten über den Iran, die Seidenstraße bis in den Himalaya nach Bhutan.

"Jede Reise hat Spuren und Erinnerungen hinterlassen, auf die ich immer wieder gerne zurückblicke. Beeindruckt hat mich, wie dankbar die Menschen sind, wenn man ihnen hilft." Auf seinen Reisen habe er nicht einen einzigen Patienten verloren. Die Kraft für seinen Beruf habe er durch eine innere Zufriedenheit und den Sport, vor allem das Rennradfahren, gefunden.

Das Loslassen fiel ihm schwer

Ende März ist Jo Schraeder mit 85 Jahren in den Ruhestand gegangen. "Das Loslassen ist mir nicht leichtgefallen. Ich hatte ein sehr inniges Verhältnis zu meinen Patienten. Ich bin glücklich, dass ich so lange arbeiten konnte", so der zweifache Vater und dreifache Großvater.

2004 verkaufte Schraeder seine Praxis an den Gengenbacher Orden, seinerzeit Träger des Josefskrankenhauses. Dadurch war es dem damaligen Verwaltungsleiter Dr. Franz Hahn nach langen Vorbereitungen möglich, dass erste MVZ in Baden-Württemberg zu gründen, das im April 2006 eröffnete.

Dankbar ist Schraeder seinen Patienten für das entgegengebrachte Vertrauen, seinen Mitarbeitern für die langjährige Verbundenheit und seiner Frau für die großartige Unterstützung.

Jetzt hofft er vor allem auf noch schöne Jahre mit seiner Frau und mit dem Rennradtraining will er auch wieder beginnen. "Ich bin ein dankbarer Mensch und kann auf ein ereignisreiches und erfolgreiches Leben zurückblicken", so Jo Schraeder abschließend.

Joachim Schraeder wusste schon als Kind, dass er Arzt werden will und hat sich mit großer Leidenschaft seinem Beruf verschrieben. Als Mediziner konnte er zudem die Welt bereisen. Im Ruhestand will er wieder mehr seinem liebsten Hobby nachgehen - dem Rennradfahren. | Foto: Michael Bode
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