Fussnote
Merkel und Speckröllchen

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung – kurz DGE genannt – schlägt Alarm: Die Deutschen werden immer dicker! Wow, da liege ich ja mal voll im Trend. Obwohl das strenggenommen nicht ganz der Wahrheit entspricht. Es gab einmal eine Zeit, da brachte ich etwas mehr als jetzt auf die Waage. Das war vor mehr als 24 Jahren, als ich im neunten Monat schwanger war.
Aber zurück zu dem Ernährungsbericht der DGE. Dieser stellt nicht nur fest, dass die Deutschen immer dicker werden, sondern immer mehr Menschen auch übergewichtig sind. Übrigens haben die Männer in dieser Hinsicht die Nase vorn. 59 Prozent im Alter von 18 bis 65 Jahren schleppen zu viel Pfunde mit sich herum. Da bekommt das geflügelte Wort vom starken Geschlecht eine ganz neue Bedeutung. Bei den Frauen sind es lediglich 37 Prozent. Leider bin eine davon derzeit ich, was der Schadenfreude gegenüber den Herren gewisse Grenzen setzt.
Nun erstellt die DGE natürlich nicht einfach nur Ernährungsberichte, sondern fordert auch konkrete Konsequenzen von der Politik. Au ja, Frau Merkel, dann denken Sie mal darüber nach, wie Sie mir bis Beginn der Badesaison zur Bikinifigur verhelfen. Vielleicht hat auch Sigmar Gabriel eine Idee, wie der Kampf gegen ein Wohlstandsbäuchlein zu gewinnen ist. Wer die effektivsten Abnehmtipps hat, der bekommt meine Stimme. Okay, ganz so weit will die DGE dann wohl doch nicht gehen. Die Politik soll aber für mehr Aufklärung sorgen. Dann würde die Zahl der Dicken schon schrumpfen. Ist das nicht süß?
Mal ehrlich, ich habe schon einen dicken Kopf von all der Aufklärung über gesunde Ernährung und Bewegung. Liebe DGE, dick heißt nicht doof, selbst wenn ihr es doof findet, dick zu sein. Die Leuten wissen genau, dass es besser wäre, an einem Möhrchen zu knabbern statt sich Gummibärchen in den Rachen zu stopfen. Und bitte stachelt die Politik nicht dazu auf, Schockbilder auf Süßigkeitenverpackungen abzudrucken. Reiner Calmund in Badehose mag ein furchtbarer Anblick sein. Da aber auch hier die inneren Werte zählen, würde mich das nicht davon abhalten, den Schokoriegel zu vernaschen. Egal wie abschreckend die Verpackung ist. Werbeverbot, noch mehr teure Aufklärungskampagnen – missionarischer Aktionismus verdirbt niemandem den Appetit und macht aus Sportmuffeln keine Bewegungsfanatiker.
Nein, diese Last, die einzig der Lust geschuldet ist, muss ich selbst tragen. Man kann Merkel & Co. viele Versäumnisse vorwerfen, meine Speckröllchen fallen aber nun wirklich nicht in ihre Zuständigkeit. ^Anne-Marie Glaser

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