Bodybuilderin Lena Ramsteiner
Mit Muskelkraft und Köpfchen zum Erfolg

Lena Ramsteiner und ihr Handwerkszeug: Die 27-Jährige bereitet sich auf die Bodybuildermeisterschaft Mister OIympia in den USA vor. | Foto: Michael Bode
  • Lena Ramsteiner und ihr Handwerkszeug: Die 27-Jährige bereitet sich auf die Bodybuildermeisterschaft Mister OIympia in den USA vor.
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Wolfach/Kehl. Lena Ramsteiner ist eine starke Frau: Sie trainiert täglich im Fitnessstudio in Kehl, hat die entsprechende Muskelkraft und den festen Willen, ihre gesteckten Ziele zu erreichen. Im Augenblick liegt ihr Fokus auf der im Dezember stattfindenden Bodybuildermeisterschaft Mister Olympia in den USA, an der sie erstmals teilnimmt.

Die 27-Jährige aus Wolfach ist ein Shooting-Star in der Bodybuilderszene: 2019 wurde sie Hessen-Meisterin und Deutsche Meisterin in der Figurklasse, 2020 sicherte sie sich den Europameistertitel. Danach wechselte sie den Verband, um sich für die IFBB-Profi-League in den USA und damit für den größten Wettkampf in der Szene – Mister Olympia – zu qualifizieren.

"Ich ärgere mich, wenn Bodybuilding die falsche Aufmerksamkeit bekommt", sagt die engagierte Sportlerin und denkt dabei an Klischeebilder von Frauen, deren Muskelberge scheinbar jede Bewegung verhindern oder die Raubbau am eigenen Körper betrieben haben. Wer Lena Ramsteiner anschaut, sieht nichts von diesem Klischee: Ja, die junge Frau hat Muskeln und einen athletischen Körper, aber ihre Proportionen und auch die Ästhetik stimmen. "Ich habe mit Bodybuilding angefangen, weil ich weiblicher sein wollte", erzählt Lena Ramsteiner. Sie sei früher vor allem eines gewesen: sehr schlank. "Ich habe mich in meinem sehr dünnen Körper nicht wohlgefühlt", schildert sie ihr Problem. Sie sei zwar schon immer sportlich gewesen, doch erst ihr Ex-Freund habe den Anstoß gegeben, ins Fitnessstudio zu gehen. "Mein Ziel war zuzunehmen. Nur übers Essen habe ich das nicht erreicht", so Lena Ramsteiner. Damals lebte sie noch in ihrem Heimatort Hausach. Nach dem Abitur machte sie in Offenburg eine Ausbildung, bevor sie zum Marketing-Studium nach Stuttgart ging. "Für ein Fitnessstudio hatte mir erst einmal das Geld gefehlt", so die junge Frau. "Ich bin stattdessen laufen gegangen, aber dabei habe ich noch mehr abgenommen."

Mit gezieltem Training den Körper formen

Nach einem Jahr meldete sie sich in einem Studio an, mit dem festen Ziel, ihren Körper nach ihren Wünschen zu formen. "Ich hatte Pamela Reif in Social Media entdeckt und wollte ihrem Beispiel folgen." Das war der Punkt, an dem sie der Sport packte. "Es hat so viel Spaß gemacht, mit den Gewichten zu arbeiten", erinnert sie sich. "Also habe ich nicht nur meine Beine trainiert, sondern auch meinen Oberkörper." Und sie arbeitete erstmals mit einer Trainerin. "Ich habe mit drei Mal Training in der Woche angefangen. Es war ein Ausgleich zum Lernen, ein Hobby, ein Zeitvertreib und das Studio ein Ort, an dem ich Freunde gefunden habe", beschreibt sie.

"Ich hatte tolle Fortschritte gemacht und wurde nach eineinhalb Jahren angesprochen, ob ich nicht an einem Bodybuilding-Wettbewerb teilnehmen möchte", beschreibt sie die Anfänge ihrer heutigen Leidenschaft. "Ich schaute mir Bilder an und fand den Gedanken seltsam, meinen Körper mit brauner Farbe anzumalen, einen Glitzerbikini zu tragen und auf High-Heels zu posen", sagt sie lachend. Doch sie warf ihre Bedenken schnell über Bord. "2018 beschloss ich, dass ich das will. Es ist ein tolles Gefühl, auf der Bühne zu stehen", so Ramsteiner. "Ich arbeite über drei Monate auf so einen Wettbewerb hin, mache Diät, absolviere das Training – ein Weg, der anstrengend ist und viel Disziplin erfordert. Und dann kommt der Moment, an dem ich das Ergebnis dieser Arbeit vorstelle. Ich bin stolz auf mich, denn ich wachse über mich hinaus." Das war der Anfang ihres rasanten Aufstiegs in der Bodybuilder-Szene. "Das Training ist wichtig, es geht aber auch um Symmetrie und Proportionen", bringt sie ihren Erfolg auf den Punkt.

Das Training habe ihr Verhältnis zu ihrem Körper völlig verändert: "Ich kenne ihn nun genau, arbeite mit und nicht gegen ihn. Ich bin dankbar, was ich ihm alles abverlangen kann." Anfangs seien ihr Familie und Freunde skeptisch gegenüber dem Bodybuilding gewesen. "Da sind wir wieder bei den Klischees, die jeder im Kopf hat, wenn er an diesen Sport denkt", so Lena Ramsteiner. Mittlerweile sei aber allen klar geworden, dass sie sich nicht körperlich schade. Auf ihrem Instagram-Kanal "fitness.prinzessin" nimmt sie Fans mit auf ihrem Weg zu den Meisterschaften in den USA. Christina Großheim

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