Pianistin Henrike von Heimburg
Spaß am Unterrichten sowie im Konzertsaal

Henrike von Heimburg an der Tür zum Atelier: Früher malte ihr Vater dort, nun dient es der Pianistin als Musik- und Übungszimmer.
  • Henrike von Heimburg an der Tür zum Atelier: Früher malte ihr Vater dort, nun dient es der Pianistin als Musik- und Übungszimmer.
  • Foto: Michael Bode
  • hochgeladen von Christina Großheim

Offenburg (gro).Seit zwei Jahren ist sie wieder Offenburgerin: Henrike von Heimburg kennen viele als Musikerin und als Organisatorin der Reihe "Weltklassik am Klavier". Die ersten Lebensjahre verbrachte die 1983 geborene Pianistin in Gengenbach, dann fanden ihre Eltern das Haus in der Offenburger Oststadt, in dem sie aufwuchs und heute wieder lebt.
"Um meinen Werdegang zu verstehen, müssen Sie mehr über meine Eltern erfahren", sagt sie. Ihr Vater Achim war Kunsterzieher am Oken-Gymnasium. "Er hat immer gemalt, denn er hat sich stets als Künstler gesehen", so von Heimburg. "In den Ferien sind wir oft nach Frankreich gefahren, weil mein Vater dort gemalt hat." Auch ihre Mutter arbeitete als Kunsterzieherin und deren besondere Liebe zum Unterrichten hat die Tochter geerbt.

Doch im Gegensatz zu ihren Eltern ist nicht die Arbeit mit Pinsel und Farbe ihr Metier, sondern die Musik. "Ich bin da hineingewachsen. Mein Vater hat oft Klavier gespielt und ich hatte schon mit zwei oder drei Jahren ersten Unterricht", so Henrike von Heimburg. Mit fünf Jahren wurde Kati Lukovich ihre Lehrerin für Klavier und Geige. Dass sie Talent hatte, bewies sie mit ihren Teilnahmen an den Wettbewerben "Jugend musiziert". "Ich wusste früh, dass ich Konzertpianistin werden wollte", erinnert sie sich. Allerdings gibt sie auch zu, dass Üben nicht immer ihre Sache war. "Ich war auch gerne draußen unterwegs, aber irgendwann wurde mir klar, dass ich die Aufnahmeprüfung nur bestehe, wenn ich mich darauf vorbereite."

Eine Mühe, die sich lohnte: Denn von 2003 bis 2008 studierte sie in Würzburg, bevor sie nach Saarbrücken an die Hochschule wechselte. "Ich wollte immer beides: Konzerte geben und unterrichten", sagt sie. Schon mit 16 Jahren hatte sie ihre ersten Schüler: "Aber ich wusste nicht so richtig, wie stelle ich mich dabei an. Wie bringe ich das Intellektuelle in die Musik." In Saarbrücken fand sie die Unterstützung, die sie dafür brauchte: "Ab da fühlte ich mich reif, zu unterrichten", beschreibt sie die Veränderung.

Von Saarbrücken zurück in die Ortenau

Zehn Jahre lebte sie im Saarland, unterrichtete kleine Klassen und konzertierte in wechselnden Ensembles im In- und Ausland. "Ich habe mich sehr wohl dort gefühlt", sagt sie rückblickend. Vor allem in der Saarbrücker Kulturszene fühlte sie sich zu Hause: "Mein Partner stammt von dort und ist ebenfalls Musiker." Der Schlagzeuger ist allerdings nicht in der Klassik zu Hause, sondern bevorzugt den Jazz. Als Henrike von Heimburg 2015 Mutter wurde, war das Glück perfekt.

"Vor fünf Jahren ist mein Vater unerwartet gestorben", erzählt sie von dem Wendepunkt in ihrem Leben. Natürlich kümmerte sie sich um ihre Mutter und besuchte wieder regelmäßig ihr Elternhaus. "Es stellte sich uns die Frage, wie geht es weiter in Offenburg", so von Heimburg. "Das Haus war nicht mehr so belebt wie früher." Als ihr Vater noch lebte, habe es Wohnzimmerkonzerte gegeben und immer viel Besuch von Freunden: "Es herrschte plötzlich Ruhe im Haus."

2018 entschloss sich das Paar, in die Ortenau zu ziehen. "Wir haben uns beide überall beworben", erzählt Henrike von Heimburg. Sie hatte Glück und fand eine Stelle an der Musikschule in Rastatt. Nebenbei gibt sie Konzerte und übernahm die Organisation der Reihe "Weltklassik am Klavier", eine Initiative, die sie schon als Studentin kennen- und schätzen gelernt hatte. "Wir hatten bei einem Konzert zusammengearbeitet und die ursprünglichen Organisatoren suchten jemanden, der die Reihe übernimmt", so die Pianistin. Mit ihren Verbindungen in der Welt der Musik scheint sie wie geschaffen für die Aufgabe: "Das ist schon eine Verantwortung, es geht ja nicht nur darum, die Musiker zu buchen, die Konzerte müssen auch organisiert und die Künstler betreut werden." Im März war das letzte Konzert, dann zwang Corona die engagierte Pianistin und Lehrerin zur Vollbremsung, auch wenn der Unterricht noch via Skype lief. Doch auch, wenn sich Henrike von Heimburg ein wenig über die ungewohnte Ruhe freut, die Hände legt sie nicht in den Schoß. Sie engagiert sich für den europäischen Online-Klavierwettbewerb "euplayy.com"t als Ersatz für den abgesagten Wettbewerb "Jugend musziert".

Autor:

Christina Großheim aus Offenburg

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