Blickpunkt Landratsamt: Dezernat 4 „Ländlicher Raum“
Von der Ackerfläche über Wald bis hin zur Haltung von Tieren

Ob Acker-, Obst- oder Weinbau: Experten vom Landwirtschaftsamt beraten die Ortenauer Landwirte auch direkt vor Ort.
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  • Ob Acker-, Obst- oder Weinbau: Experten vom Landwirtschaftsamt beraten die Ortenauer Landwirte auch direkt vor Ort.
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Offenburg (gr). Etwa 86 Prozent der Flächen im Ortenaukreis sind Natur- und Kulturlandschaft mit großen Wald- beziehungsweise landwirtschaftlichen Nutzflächen. Sie prägen sein Gesicht oder wie Holger Schütz sagt: „Ohne Land- und Forstwirtschaft gibt es keine Landschaft.“ Der Dezernent und Leiter vom Amt für Waldwirtschaft in Personalunion sieht das Dezernat 4 deshalb als Dienstleister, „mit Fachleuten als Ansprechpartner für alle Fragen rund um den ländlichen Raum“. Das Ziel: Diesen Raum lebenswert zu erhalten und zu gestalten, nicht nur für die Ortenauer selbst. „Auch im Sinne des Tourismus muss die Landschaft bewahrt werden“, so Schütz. Dafür sorgen insgesamt 294 Mitarbeiter in drei Ämtern.

Amt für Landwirtschaft

Das Amt für Landwirtschaft, mit Dr. Rainer Moritz an der Spitze, ist zuständig für etwa 3.500 landwirtschaftliche Betriebe. Diese bewirtschaften zirka 60.000 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche, von der Ackerfläche über Obst-, Wein- und Tabakanbau bis hin zum Grünland und zur Tierhaltung. Den 20.000 Hektar Grünland gilt besondere Aufmerksamkeit: Weil die landschaftsprägenden Wiesen und Weiden oft in Hang- und Steillagen liegen, also meist schwierig und teuer zu bewirtschaften sind, gibt es für die betroffenen Betriebe auch spezielle Förderprogramme. Denn bei ungenügender Bewirtschaftung erobert sich der Wald das Terrain zurück, was wiederum eine unerwünschte Veränderung der Kulturlandschaft zur Folge hätte.

Und weil eben nur die Betriebe diese „Kulturlandschaft vom Feinsten“ erzeugen, gehören zu den Aufgabenfeldern des Amtes neben der Abwicklung von Fördermaßnahmen und der Wahrnehmung von Kontrollaufgaben vor allem Information und Beratung in allen landwirtschaftlich relevanten Bereichen, dazu die Fachschule für Landwirtschaft sowie ein breites Angebot von Aus-, Fort- und Weiterbildungen. „Nur wenn die wirtschaftliche Existenz und die nachhaltige Weiterentwicklung der landwirtschaftlichen Betriebe gesichert sind, erhalten wir die Landschaft und können auch weiterhin qualitativ hochwertige, gesunde und regionale Nahrungs- und Futtermittel produzieren“, weiß Moritz. Und wünscht sich deshalb mehr Wertschätzung für eben diese Betriebe und Menschen: „72 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe sind Betriebe im Nebenerwerb. Das heißt, die Leute gehen nach einem langen Arbeitstag und am Wochenende noch aufs Feld, in die Reben, in die Obstanlage."

Amt für Waldwirtschaft

Viel Wertschätzung erfährt im Ortenaukreis der Wald mit insgesamt rund 90.000 Hektar. Das Amt für Waldwirtschaft sorgt einerseits dafür, dass die Wälder dauerhaft ihre Funktionen für die Allgemeinheit erfüllen – Naherholungsgebiet, Natur- und Artenschutz, Produktion von Holz –, vertritt andererseits auch die Interessen der Waldbesitzenden. Dazu kommen Aufgaben wie die Pflege und Bewirtschaftung der Wälder, Beratung, Betreuung inklusive technischer Hilfe im Privatwald in allen forstlichen Belangen, Aus- und Fortbildung für die Waldbesitzer, Information über und Abwicklung von Fördermaßnahmen, nicht zu vergessen der Bereich Umweltbildung und Waldpädagogik. Eine große Herausforderung sieht Amtsleiter Schütz im Klimawandel und der damit verbundenen neuen Artenzusammensetzung der Wälder. Möglich ist vieles, denn Schütz betont: „Ich bin gegen Denkverbote im Waldbau.“

Zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Land- und Forstwirtschaft sowie zur Erhaltung der Kulturlandschaft trägt auch das Amt für Vermessung und Flurordnung bei, zum Beispiel durch Flurneuordnungsverfahren. Der Bereich Vermessung sorgt für eine enorme Rechtssicherheit, da alle 340.000 Flurstücke und rund 220.000 Gebäude des Ortenaukreises im Liegenschaftskataster registriert und die Eigentumsverhältnisse damit transparent sind. Das ist übrigens ein Riesenvorteil für alle Bürger.

Ob Acker-, Obst- oder Weinbau: Experten vom Landwirtschaftsamt beraten die Ortenauer Landwirte auch direkt vor Ort.
Holger Schütz, Dezernent und Leiter Amt für Waldwirtschaft (r.), und Dr. Rainer Moritz, Leiter Amt für Landwirtschaft
Autor:

Christina Großheim aus Offenburg

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