Leckerer Bienenhonig aus der Justizvollzugsanstalt Offenburg

Ernte: Die am Imkereiprojekt teilnehmenden Gefangenen ernten ihren ersten Honig, rechts die Hobbyimker und Mitarbeiter der sozialtherapeutischen Abteilung Reiner Winkler und Patrik Matt.
  • Ernte: Die am Imkereiprojekt teilnehmenden Gefangenen ernten ihren ersten Honig, rechts die Hobbyimker und Mitarbeiter der sozialtherapeutischen Abteilung Reiner Winkler und Patrik Matt.
  • Foto: Dagmar Jäger
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Offenburg. Ein scheinbar gewöhnlicher Ortstermin in Offenburg: Männer in Imkerausrüstung ernten Honig auf dem Dach eines Gebäudes. Das Besondere daran: Die vier Männer
in Schutzkleidung sind Strafgefangene, das Dach befindet sich in der
Justizvollzugsanstalt (JVA) Offenburg und die beiden erfahrenen Imker,
welche die Arbeiten anleiten, sind Mitarbeiter der Justizvollzugsanstalt.

Seit März 2015 summen im Rahmen eines Projekts der sozialtherapeutischen Abteilung mehrere Bienenvölker in der JVA. Sie werden betreut von Gefangenen, die in Offenburg eine
Sozialtherapie absolvieren. „Die Teilnehmer lernen, sich in eine Gruppe
zu integrieren und Verantwortung zu tragen. Sie lernen, sich besonnen
und kooperativ zu verhalten. Für eine erfolgreiche gruppentherapeutische
Behandlung sind diese Fähigkeiten Voraussetzung. Viele Gefangenen haben
verbale Kommunikationsdefizite und sind durch reine Ansprache nur
schwer erreichbar“, erklärt Dr. Dirk Bruder, der Leiter der Abteilung,
weshalb der Lehrbienenstand eingerichtet wurde.

Gemeinsam mit Hans-Peter Wurdak, dem Leiter der JVA, entstand deshalb der Plan für das
Projekt. Das Angebot sollte niederschwellig sein und die Kosten
überschaubar bleiben. Es fanden sich zwei Mitarbeiter der
sozialtherapeutischen Abteilung, die Hobbyimkerei betreiben. Sie
erklärten sich bereit, die Schulung und Anleitung der ausgewählten
Teilnehmer ab März 2015 zu übernehmen. Mit dem Bezirksverein für soziale
Rechtspflege konnte die finanzielle Unterstützung für die nötigen
Anschaffungen und den laufenden Betrieb gewonnen werden.

Nun, gegen Ende des ersten Bienenjahres, ziehen alle Beteiligten eine
positive Bilanz. Die Fachleute der JVA sind zufrieden mit den erreichten
Zielen. Sie sehen das Projekt als einen kleinen Schritt nach vorne in
der Arbeit mit den Straftätern, um eine erfolgreiche Wiedereingliederung
zu unterstützen. Die vier beteiligten Gefangenen sagen, dass sie viel
Positives aus der Arbeit mit den Bienen und den Imkerkollegen gelernt haben.

Insgesamt konnten zirka 50 Kilogramm Honig geerntet werden, der von sehr guter Qualität ist. Aus ursprünglich vier sind mittlerweile sieben Bienenvölker geworden. Die Arbeit der fleißigen
Bienen wird die Besitzer der Obstanlagen rund um die JVA auch im
nächsten Jahr erfreuen. Damit stellt dieses im Strafvollzug von
Baden-Württemberg bisher einmalige Projekt in Deutschland auch für die
Umwelt einen Gewinn dar.

Autor: djä

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