15. April 2017, 19:34 Uhr | 0 | 16 Leser

Ihr Begleiter durch die Woche
Die Osterzeit gibt Mut zur Veränderung

Bruno Vogler-Wangler
Bruno Vogler-Wangler

Die Frühlingssonne weckt sie auf: Schmetterlinge in den verschiedensten Farben, Formen und Größen. Bevor wir sie bewundern, haben die Tiere eine wundersame Entwicklung vom Ei übers Raupen- und Puppenstadium hinter sich. Nach langer äußerer Ruhe schlüpfen die Schmetterlinge aus einem anscheinend leblosen Kokon. Diese Wandlung einer unscheinbaren Raupe in einen traumschönen Falter ist ein uraltes Bild für das Geheimnis der Osternacht. Was bei den Schmetterlingen so faszinierend deutlich wird, gilt für alles Lebendige: es entwickelt und verändert sich ununterbrochen. Jeden Tag verabschiede ich mich im Kleinen von Menschen und Dingen, ich treffe Entscheidungen, die mein Leben prägen, ich erlebe Veränderungen und Brüche, alles ist in Bewegung. Keiner steigt zweimal in denselben Fluss, sagt eine alte Weisheit. In der Veränderung gilt es, mit Ängsten, Ärger und Trauer umzugehen. Und es geht darum, positive Gefühle für den Wandel zu entwickeln, Mut zu schöpfen für die Veränderung und Freude am Neuen zu gewinnen. Hier hat mir Ostern etwas zu sagen. Die Sonne des Ostermorgens leuchtet einen weiten, wunderbaren Horizont aus und gibt meinem Leben die entscheidende Richtung: Der Tod ist nicht das Ende, sondern die letzte große Veränderung hin zu einem Leben in der Liebe Gottes. Im Licht der Ostersonne betrachtet, kann ich die kleineren und die großen Veränderungen in meinem Leben als Fingerzeig dafür nehmen, dass ich dieser undenkbaren Fülle des Lebens und der Liebe entgegengehe. Ostern gibt Mut zur Veränderung. Ostern versteht den Wandel als Anstoß zur Entwicklung, als Öffnung hin zu neuen Erfahrungsräumen und als Bereicherung des Lebens. Die österliche Grundhaltung im Wandel ist die bedingungslose Ehrfurcht vor dem Leben und das österliche Ziel jeglicher Veränderung – in meinem Leben und im Leben der Gesellschaft – ist die Ermöglichung und Entfaltung des Lebens. Schmetterling flieg!
Bruno Vogler-Wangler
Leiter Diözesanstelle Ortenau