Dr. Susanne Ramm-Weber mag Menschen, Kunst und Sprache

Der Eiserne Vorhang weckte bei Dr. Susanne Ramm-Weber das Interesse am Osten. Die Slavistik und die Kunst haben es der Norddeutschen angetan.
  • Der Eiserne Vorhang weckte bei Dr. Susanne Ramm-Weber das Interesse am Osten. Die Slavistik und die Kunst haben es der Norddeutschen angetan.
  • Foto: Michael Bode
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„Die Dinge kommen immer zu mir“, sagt Dr. Susanne Ramm-Weber. Wohin ihr Weg sie führt, war für die
Kunstwissenschaftlerin nicht immer klar. Auch wenn die begeisterte
Querflötistin und Blockflötenspielerin sehr zielstrebig arbeitet,
meißelt sie ihren Weg nicht fest, sondern ist vielmehr gespannt, was
noch kommt. „Ich bin am Menschen interessiert“, hält die 51-Jährige ihr
zentrales Thema fest. Vielleicht ist der Weg der Wahl-Offenburgerin auch
vorherbestimmt.

„Vor einiger Zeit habe ich selbst wieder angefangen zu malen. Als meinem Sohn ein Bild von mir in die Hände fiel,
das ich mit elf Jahren gemalt hatte, sagte er, ,da war damals ja alles
schon da.‘“ Bekannt ist Dr. Susanne Ramm-Weber in der Ortenau vor allem 
für ihre Reden bei Vernissagen. „Ich gehe langsam auf die hundertste
Rede zu“, scherzt sie. Bemüht hat sie sich bis heute nie um eine Rede
bei einer Vernissage. Die erste Einführung kam eher zufällig und fand
großen Anklang. Seither werden die Anfragen immer zahlreicher.

Susanne Ramm-Weber wollte eigentlich Medizin studieren. „Das hat nicht
funktioniert. Dann bin ich in mich gegangen und habe gemerkt, dass ich
etwas machen muss, wo ich weiter denken kann, wo ich nach vorne denken
kann. Das hat dann zu den geisteswissenschaftlichen Fächern geführt. Und
mich interessierte Sprache.“ Bereits in der Schule hatte sie drei
Sprachen gelernt und bei einem kurzen Aufenthalt in Italien etwas die
Landessprache. Offensichtlich hatte die in Schleswig, einer Stadt an der
Schlei, geborene, ein Sprachtalent.

„Das war noch eine Zeit, in der der Eiserne Vorhang existierte, 1982, 1983. Da hatte ich im
Hinterkopf die Überlegung, dass man die westeuropäischen Sprachen lernen
kann, wenn man in die Länder geht. In den Osten konnte man aber nicht
so schnell, irgendwie hat er mich aber interessiert. So bin ich auf die
Slavistik gekommen.“ In Heidelberg begann Susanne Ramm-Weber
Sprachwissenschaft Slavistik und Psychologie zu studieren. Nach dem
Grundstudium wechselte sie dann an die Universität Bielefeld.

Dann kam ein Zeitpunkt, an dem sie nicht weiter kam. „In der Sprache denkt
man immer nur über die Sprache nach. Man bleibt immer mit dem Gegenstand
selbst verhaftet. Das fand ich anstrengend. Da bin ich relativ schnell
aufs Bild gekommen. Beim Bild, da sieht man doch. Dann traf es sich,
dass ich in Bielefeld mit Dr. Hans Günther einen Professor hatte, der
sich auch mit russisch-sowjetischer Kunst befasste. „Das heißt nicht,
dass ich nicht früher schon Berührung mit der Kunst hatte. Ich bin immer
schon Ausstellungen anschauen gegangen.“ Für ihre Magisterprüfung fand
sie so aber ihr Thema: „Avantgarde und Sozialistischer Realismus am
Beispiel der ,Gesellschaft der Staffeleimaler“.

Die Kunst und die Sprache verband ihre Interessen. Zusammen mit ihrem Mann zog sie
1990 nach Basel. „Man kann zwei Dinge machen, mehr geht nicht.“ Susanne
Ramm-Weber entschied sich für ihre Kinder und die Arbeit. Sie
unterrichtete und dolmetschte. Die Dissertation musste warten. Eine
Ausstellungskritik schickte sie spontan an die Basler Zeitung. Diese
wurde veröffentlicht, und so brachte sie ihr Wissen in ihre neue
journalistische Tätigkeit ein. In Basel hatte sie auch Prof. Dr.
Gottfried Boehm getroffen und erarbeitete sich, mittlerweile in der
Ortenau lebend, in Basel, Freiburg und Bielefeld ihre Dissertation „Mit
der Sichel in der Hand, Mythos und Weiblichkeit in der sowjetischen
bildenden Kunst der 30er Jahre“. Diese fand Beachtung und wurde gleich
mehrfach rezensiert.

Die erste Einführung in eine Ausstellung hielt Susanne Ramm-Weber 2005 bei einer Ausstellung von Gianfranco P. Figurelli. Herbert Maier, Manfred und Daniel Schlindwein, Jean Miotte,
Gabi Streile, Rainer Nepita, Rainer Braxmaier, Armin Göhringer, Klaus
Prior und Rüdiger Seidt sind die bekanntesten Künstler, für die sie auf
Vernissagen bislang sprach. Das brachte sie weit aus der Ortenau hinaus.
Selbst möchte sie nicht unbedingt Künstlerin werden, wenngleich sie für
ihre Grafiken viel Lob bekommt. Sie belässt es lieber beim Hobby, so
wie sie mit ihrer Sopranstimme seit 2006 in der Offenburger Kantorei singt.

Autor: Daniel Hengst

Autor:

dtp01 dtp01 aus Achern

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