Die Glosse im Guller
Ach, Friedrich, lass doch das Schenken sein!
- hochgeladen von Anne-Marie Glaser
Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft, heißt es so schön. Ob das seine Hoffnung ist, wenn Friedrich Merz ständig mit großer Geste vermeintlich symbolträchtige Dinge an Donald Trump überreicht? Tatsächlich habe ich jedes Mal ein bisschen Angst, der Schuss geht nach hinten los.
Beispielsweise als ihm der Bundeskanzler beim Antrittsbesuch eine Kopie der Geburtsurkunde seines deutschstämmigen Großvaters aus Kallstadt in der Pfalz mitbrachte. Ich an Stelle des US-Präsidenten hätte dabei gedacht: Soso, die Geburtsurkunde – warum nicht das Schreiben mit der Aberkennung der Staatsbürgerschaft? Opa Frederick, der eigentlich Friedrich hieß, wollte nämlich nach Deutschland zurückkehren, nachdem er in den USA reich geworden war. Leider wollte ihn die alte Heimat nicht mehr. Vor allem ein Vorwurf: Er habe sich mit seiner Ausreise vor dem Militärdienst gedrückt und sei jetzt zu alt dafür. Da konnte Opa Trump noch so lamentieren, er sei doch nur ein armer Wirtschaftsflüchtling gewesen. Es gelang ihm kein Deal und er wurde abgeschoben. Oh, Herr Kanzler, lassen Sie doch die Toten lieber ruhen!
Im Frühjahr schenkte Merz seinem amerikanischen Amtskollegen die Nachbildung des Freundschafts- und Handelsvertrags zwischen den USA und Preußen von 1785. Ja, Akteur auf deutscher Seite war einst ebenfalls ein Friedrich, nämlich der Große. Welch subtiler Wink mit dem Zaunpfahl! Dealmaker Donald grinste Friedrich den Langen entsprechend wissend an. Frei nach dem Sprichwort: Wer mit Geschenken kommt, hat sicher eine Bitte.
Und jetzt gab's zum 80. Geburtstag ein Trikot in den Farben der deutschen Fußball-Nationalmannschaft mit der Nummer 47. Dazu Merz voller Pathos auf X: "Schließlich spielen wir im selben Team." Klar, die selbsternannte Nummer 1 der Welt als Mitglied in einem deutschen Team! Hoffentlich rächt sich Trump nicht und läuft beim nächsten Deutschlandspiel ins Stadion ein.











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