Neu in der Ortenau
Über Vereine und Treffen Anschluss finden
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Nach einem Umzug kennt man irgendwann den schnellsten Weg zum Bäcker und weiß, welcher Bus zum Bahnhof fährt. Schwieriger ist die Frage, mit wem man am Wochenende etwas unternehmen könnte. Gerade wenn Arbeit und Wohnung schon organisiert sind, fällt auf, dass viele vertraute Menschen noch anderswo wohnen. In der Ortenau gibt es viele Gelegenheiten, neue Leute kennenzulernen. Man muss allerdings einen Treffpunkt finden, zu dem man im Alltag tatsächlich wiederkommen kann.
Ein guter Treffpunkt liegt auf dem eigenen Weg
Ein Kurs kann interessant klingen und trotzdem nach drei Wochen aus dem Kalender verschwinden: Die Arbeit endet zu spät, die Fahrt ist zu weit oder der letzte Bus fährt ungünstig. Wer in Kehl wohnt, schafft einen wöchentlichen Termin in der Nähe meist leichter als einen noch so spannenden Abend am anderen Ende des Landkreises.
Deshalb beginnt die Suche am besten beim eigenen Wohnort und den Nachbargemeinden. Auf der Seite „Bürgerengagement in Städten und Gemeinden" verlinkt der Ortenaukreis zu lokalen Anlaufstellen. Für Achern und Appenweier sind dort beispielsweise auch Vereinsverzeichnisse zu finden. Auf der Website der eigenen Gemeinde helfen Suchbegriffe wie „Vereine“, „Bürgertreff“, „Begegnung“ oder „Ehrenamt“.
Bei einem Verein lohnt sich vor dem ersten Besuch eine kurze Nachricht: „Ich bin neu in der Gegend und würde gern einmal vorbeischauen. Ist das bei Ihnen möglich?“ Dabei lässt sich gleich klären, wann die Gruppe tatsächlich trainiert oder probt, ob Anfänger willkommen sind und ob für einen Schnuppertermin etwas mitzubringen ist. Ob man Mitglied werden möchte, muss man nicht schon bei der ersten Anfrage entscheiden.
Ein Fest zeigt, wer hinter dem Verein steckt
Vereinsfeste, offene Proben und Sportfeste bieten eine gute Gelegenheit, einen ersten Eindruck zu bekommen. Man kann zuschauen, mit jemandem am Stand sprechen und fragen, ob es eine Gruppe für Einsteiger gibt. Im [Veranstaltungskalender des Stadtanzeigers](https://www.stadtanzeiger-ortenau.de/event/list) tauchen neben größeren Festen auch kleinere Termine aus Ortenauer Gemeinden auf.
Ein Fest ist eher ein erster Kontakt als ein regelmäßiger Treffpunkt. Zwischen Musik, Essen und vielen Gästen kommt man vielleicht ins Gespräch, sieht die meisten Menschen aber nicht sofort wieder. Wichtiger ist deshalb die Frage: „Wann trefft ihr euch normalerweise?“ Wer sich beim Stand eines Musikvereins wohlgefühlt hat, kann eine Probe besuchen. Wer bei einem Sportfest Lust bekommen hat mitzumachen, fragt nach der passenden Trainingsgruppe. So wird aus einem einmaligen Besuch ein Termin im eigenen Kalender.
Offene Treffen sind oft leichter als ein Verein
Nicht jeder möchte gleich einen Kurs buchen oder einem Verein beitreten. Vielleicht ist noch unklar, wie viel Zeit neben dem neuen Job bleibt. Vielleicht möchte man zunächst einfach mit anderen am Tisch sitzen und hören, was in der Gegend los ist. Dafür eignen sich offene Treffen, etwa ein Stadtteiltreff oder ein Sprachcafé.
Offenburg bietet dafür konkrete Beispiele: Die Stadt nennt auf ihrer Seite mit Begegnungsangeboten unter anderem einen Internationalen Stammtisch, ein Sprachcafé und den Frauentreff International. Beim Stammtisch ist laut Stadt keine Anmeldung nötig. Die einzelnen Angebote richten sich teils an bestimmte Gruppen oder haben eigene Teilnahmebedingungen; ein Blick auf die aktuelle Beschreibung vor dem Besuch ist deshalb sinnvoll.
Offenburg ist ein Beispiel, keine Voraussetzung. Wer in Oberkirch, Lahr oder einer kleineren Gemeinde wohnt, sollte zuerst vor Ort suchen. Ein kurzer Weg macht es leichter, auch an einem gewöhnlichen Dienstag noch einmal hinzugehen. Für regelmäßige Kontakte kann der unscheinbare Treff im Nachbarort praktischer sein als eine große Veranstaltung, für die man einen ganzen Abend freihalten müsste.
Kurse und Ehrenamt geben dem Gespräch einen Anfang
Manchen fällt ein offenes Treffen leicht. Andere fühlen sich wohler, wenn sie nebenbei etwas tun können. Bei einem Kurs liegt ein gemeinsames Thema auf dem Tisch: Man übt eine Sprache, malt, kocht oder probiert eine neue Sportart aus. Damit gibt es sofort etwas, worüber man sprechen kann. „Hast du das schon einmal gemacht?“ ist oft ein einfacherer Gesprächseinstieg als die Suche nach einem Thema mit völlig fremden Menschen.
Die VHS Ortenau hat regionale Geschäftsstellen für Acher-Renchtal, Kehl-Hanauerland und Kinzigtal. Im Programm finden sich Kurse an verschiedenen Orten. Für neue Kontakte ist neben dem Thema auch die Zahl der Termine wichtig: In einer Kursreihe trifft man dieselben Menschen mehrmals. Ein einzelner Workshop kann Spaß machen, ist aber oft nach einem Termin vorbei.
Ähnlich ist es beim Ehrenamt. Wer bei einer Veranstaltung mithilft, kommt über eine konkrete Aufgabe ins Gespräch. Der Engagement-Finder hilft bei der Suche nach Möglichkeiten. Vor einer Zusage darf man fragen, wie oft Unterstützung gebraucht wird und ob ein Einstieg bei einer einzelnen Aktion möglich ist. Das Engagement sollte zeitlich zum eigenen Alltag passen; sonst wird aus einem guten Vorsatz schnell eine zusätzliche Verpflichtung.
Die Minuten vor und nach dem Termin nutzen
Während des Trainings, der Probe oder des Kurses bleibt manchmal kaum Zeit für ein persönliches Gespräch. Leichter wird es, wenn man ein paar Minuten früher da ist. Man kann fragen, wo die Sachen abgelegt werden, ob jemand den Ablauf erklärt oder wie lange die anderen schon dabei sind. Das sind kleine Fragen, auf die niemand eine besonders originelle Antwort erwartet.
Auch nach dem Termin muss man nicht als Erste oder Erster zur Tür hinaus. Wer noch beim Aufräumen hilft oder gemeinsam Richtung Ausgang geht, erfährt vielleicht, ob die Gruppe anschließend einen Kaffee trinken geht. Man kann nach dem nächsten Termin fragen oder erzählen, dass man gerade erst in die Gemeinde gezogen ist. Ein Gespräch auf dem Weg zur Haltestelle dauert womöglich nur fünf Minuten. Beim nächsten Besuch erkennt man trotzdem schon jemanden wieder.
Aus einem bekannten Gesicht kann ein Kontakt werden
Nach ein paar Besuchen erkennt man einige Menschen wieder und merkt eher, mit wem man gern weiterreden würde. Dann darf der Vorschlag ruhig klein und konkret sein: „Hast du nach dem Kurs noch Zeit für einen Kaffee?“ oder „Gehst du nächste Woche wieder hin? Wir könnten uns vorher treffen.“
Nach zwei oder drei guten Gesprächen kann man den Kontakt auch außerhalb der Gruppe fortsetzen. Ein Kaffee nach dem Kurs oder ein kurzer Spaziergang braucht keine große Planung. Oft hilft schon ein konkreter Vorschlag nach dem Treffen mehr als ein unverbindliches „Wir sollten mal etwas machen“. Die andere Person kann leicht zu- oder absagen, und beide wissen, was gemeint ist.
Es muss daraus nicht sofort eine Freundschaft werden. Vielleicht bleibt es bei netten Gesprächen im Verein. Vielleicht ergibt sich erst Wochen später eine gemeinsame Verabredung. Manche Kontakte wachsen langsam, weil man sich immer wieder über den Weg läuft.
Wenn eine Gruppe nicht passt, weitersuchen
Eine Gruppe zwei- oder dreimal zu besuchen, kann sinnvoll sein. Der erste Abend ist oft ungewohnt, und Stammgäste wirken zunächst wie ein geschlossener Kreis. Wenn die Anfahrt aber jedes Mal Mühe macht, die Uhrzeit ständig mit der Arbeit kollidiert oder man sich auch nach mehreren Treffen unwohl fühlt, darf man eine andere Gruppe ausprobieren. Es gibt keinen Preis dafür, den falschen Termin durchzuhalten.
Für die ersten Wochen reicht ein überschaubarer Plan: In der ersten Woche zwei Angebote in erreichbarer Nähe heraussuchen und einen Termin anfragen. In der zweiten eines davon besuchen. In der dritten entscheiden, ob man wieder hingeht oder das andere ausprobiert. So bleibt neben dem Umzug und dem neuen Alltag genug Luft. Und vielleicht steht bald ein Abend im Kalender, an dem man schon weiß, wen man dort begrüßen kann.











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