Ermittlungsgruppe eingerichtet
Diebe reißen Friedhofsschmuck raus

Die dreisten Diebe haben auf den Friedhöfen der Ortenau mächtig gewütet.  | Foto: Symbolfoto: gro
  • Die dreisten Diebe haben auf den Friedhöfen der Ortenau mächtig gewütet.
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  • hochgeladen von Matthias Kerber

Ortenau Es nimmt kein Ende: Seit Anfang Februar halten Metalldiebe auf Friedhöfen die Polizei in Atem. Zuletzt wurden in der Nacht vom 22. auf den 23. März in den Oberkircher Ortsteilen Haslach, Stadelhofen, Tiergarten und Nußbach Kreuze und Statuen entwendet oder beschädigt. Laut der Stadtverwaltung Oberkirch wurden 22 Fälle registriert. Zuvor hatten Diebe in Renchen-Erlach und Seebach zugeschlagen: In Erlach wurden sieben Kreuze und Statuen aus den Verankerungen gerissen. Ein Teil wurde zurückgelassen, der andere abtransportiert.

Seit Anfang Februar sind im Zuständigkeitsbereich des Polizeireviers Offenburg zahlreiche Diebstahlfälle auf Friedhöfen gemeldet worden. "Betroffen sind die Revierbereiche Achern/Oberkirch, Gaggenau, Rastatt, Bühl, Haslach und Kehl", erklärt die Pressestelle der Polizei auf Guller-Anfrage. Regionale Schwerpunkte bilden das Acher-, Rench- und Murgtal. "Allein auf dem Friedhof in Seebach wurden Diebstähle an 41 Gräbern begangen", so die Polizei.

Dabei haben es die Täter auf Bronze und Kupfer abgesehen. Und sie sind nicht zimperlich: Teilweise entfernen sie mit Gewalt den Grabschmuck. Die Polizei vermutet, dass das Metall auf dem Schwarzmarkt zu Geld gemacht wird. Der bislang entstandene Schaden wird auf einen fünfstelligen Betrag geschätzt.

"Insgesamt haben sich bislang 107 bekannte Fälle zugetragen", heißt es von der Pressestelle. Die Polizei geht davon aus, dass in den kommenden Tagen und Wochen weitere Taten hinzukommen, da die Gräber teilweise unregelmäßig besucht und die Vorfälle dadurch verzögert angezeigt würden.

Täter noch unbekannt

Noch ist unklar, ob es sich immer um die gleichen Täter oder verschiedene Gruppen handelt. Mit dem Ziel, die bislang bekannten Fälle aufzuklären, die Täter zu identifizieren sowie weitere Fälle zu verhindern, wurde beim Polizeirevier Achern/Oberkirch eine siebenköpfige Ermittlungsgruppe eingerichtet. "Derzeit werden dort unterschiedliche Hinweise und Spuren überprüft", so die Polizei. Außerdem wird verstärkt Streife im Bereich von Friedhöfen gefahren. In besonders betroffenen Regionen ist die Zusammenarbeit mit den jeweiligen Städten und Gemeinden sowie den Friedhofsverwaltungen intensiviert worden.

Die Polizei bittet Zeugen, die verdächtige Wahrnehmungen im Umfeld von Friedhöfen machen und verdächtige Personen oder Fahrzeuge beobachten, die örtliche Polizeidienststelle oder den Notruf zu verständigen.

Damit sich Inhaber von Gräbern besser schützen können, empfiehlt die Polizei keine hochwertigen Gegenstände oder solche von persönlicher Bedeutung auf dem Friedhof zu hinterlassen. Wenn dies doch der Fall ist, sollten sie gesichert werden. Sie bittet darum, auf Personen zu ungewöhnlichen Zeiten zu achten. Diebe seien an ihrem typisch suchenden Blick zu erkennen. Sie würden den direkten Blickkontakt vermeiden und eher nach der Beute schauen. Das Aussehen der verdächtigen Personen sollte man sich einprägen.

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