Von Enkeltrick bis Cybertrading-Betrug
Meist werden Senioren in die Falle gelockt

Senioren sind meist die Opfer von Telefonbetrugsmaschen.
  • Senioren sind meist die Opfer von Telefonbetrugsmaschen.
  • Foto: Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes
  • hochgeladen von Daniela Santo

Ortenau (ds). Der Enkeltrick ist längst nichts Neues mehr, doch leider immer wieder von Erfolg gekrönt. Auch mit anderen Betrugsmaschen werden meist ältere Menschen hinters Licht geführt, wie mehrere aktuelle Fälle in der Ortenau zeigen. So fiel etwa ein Mann aus Hohberg einem angeblichen Microsoft-Mitarbeiter zum Opfer. Ein vermeintlicher Arzt aus Karlsruhe forderte von einer 78-Jährigen aus Achern Geld für die Corona-Behandlung ihres Sohnes, worauf die Seniorin aber zum Glück ebenso wenig hereinfiel wie ein Mann aus Neuried, dem am Telefon ein Gewinn versprochen wurde. Schockanrufe erhielten jüngst außerdem zwei Acherner wegen angeblichen tödlichen Verkehrsunfällen. Bei allen Anrufen geht es letztendlich nur darum, Gelder von den Angerufenen zu erlangen.

Sogenannte Callcenter 

"Die Täter agieren häufig in sogenannten Callcentern im Ausland, von wo aus sie Telefonate führen und die 'Abholer' koordinieren", erklärt Yannik Hilger, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Offenburg, auf Anfrage der Redaktion. Zu den Telefon-Betrugsmaschen gehörten nicht nur der Enkeltrick, sondern auch falsche Polizeibeamte und falsche Gewinnversprechungen. "Ganz aktuell ist eine Serie von Anrufen, in denen eine Corona-Notsituation eines Angehörigen vorgetäuscht und zur Zahlung von Behandlungskosten aufgefordert wird", so Hilger. In den vergangenen Monaten seien auch die Anzeigen hinsichtlich des Cybertrading-Betrugs deutlich angestiegen. "Hier haben etliche Anleger teilweise sehr hohe Geldsummen bei Anbietern, mit denen sie über Internetanzeigen oder übers Telefon in Kontakt gekommen sind, angelegt", erläutert der Polizei-Pressesprecher. Den Opfern werde durch äußerst professionell gestaltete Webseiten regelmäßiger Gewinn vorgegaukelt und weitere Investitionen gefordert. "Sobald die Opfer die Auszahlung fordern, setzen die Täter auf zeitliche Verzögerung und verlangen hierbei weitere Zahlungen mit der Begründung von Provisionen, Steuern, Gebühren. Danach wird der Kontakt abgebrochen", so Hilger.

Neue Corona-Masche

Relativ neu sei die Masche, bei der eine Corona-Notsituation eines Angehörigen vorgetäuscht werde. Neu beim Cybertrading-Betrug sei es, dass den Geschädigten eine Probeeinzahlung mit einer kleineren Summe, in der Regel 250 bis 500 Euro oder US-Dollar, angeboten werde. Den Geschädigten werde ein Onlinezugang in einem Fake-Depot gewährt, in welchem sie die außerordentlich erfolgreiche Kapitalentwicklung verfolgen könnten. "Hierdurch motiviert leisten die Geschädigten dann deutlich größere Einzahlungen", stellt Yannik Hilger fest.

Durch umfangreiche Präventionsmaßnahmen, wie etwa Aufdrucke auf Bäckertüten (wir berichteten), und deliktsspezifischen Ermittlungen versuche die Polizei, gegen solche Betrugsmaschen vorzugehen. Dabei ließe sich durchaus ein Erfolg verzeichnen: "Es werden eine Vielzahl von versuchten Betrugstaten angezeigt, da die Angerufenen über die Betrugsmaschen informiert sind", so der Polizeisprecher. Im Bereich des Polizeipräsidiums Offenburg seien in diesem Jahr mehrere Täter auf frischer Tat festgenommen oder rückwirkend identifiziert worden.

Tipp der Polizei

Nach wie vor seien beim Telefonbetrug Personen, die mit typischen Vornamen älterer Generationen im Telefonbuch stünden, bevorzugte Opfer. "Wir raten Betroffenen, sofort am Telefon anzugeben, dass man über die Betrugsmasche Bescheid wisse und unverzüglich aufzulegen. Außerdem sollte man sich die anrufende Nummer notieren und die Polizei umgehend informieren", so Pressesprecher Yannik Hilger.

Autor:

Daniela Santo aus Lahr

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