Unterschiede zum Infekt
Typischer Verlauf der Grippe ist nicht zu unterschätzen

Eine echte Grippe wird oft mit einem grippalen Infekt verwechselt, hat aber größere Auswirkungen.
  • Eine echte Grippe wird oft mit einem grippalen Infekt verwechselt, hat aber größere Auswirkungen.
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  • hochgeladen von Rembert Graf Kerssenbrock

Ortenau (tf). Auf den ersten Blick ähneln sich die Symptome von Grippe und grippalem Infekt sehr. Das wichtigste Unterscheidungskriterium ist allerdings, dass sich ein grippaler Infekt langsam aufbaut, einen die Grippe dagegen schlagartig mit hohem Fieber, häufig Übelkeit, Gliederschmerzen, Erbrechen und Durchfall überfällt. "Dieser typische Verlauf tritt allerdings nur bei einem Drittel derjenigen auf, die sich angesteckt haben. Bei einem weiteren Drittel verläuft die Grippe leichter und ohne Fieber. Ein Drittel zeigt keine Krankheitszeichen, kann aber trotzdem andere anstecken", so Thomas Wolf, Leiter beim Umwelt- und Infektionshygiene am Landratsamt.

Jedes Jahr neuer Impfstoff

Darum sollten sich besonders Menschen über 60 Jahren impfen lassen, so sein Ratschlag: "Sie haben ein erhöhtes Risiko, dass die Erkrankung zu Komplikationen wie Lungenentzündungen führt, die sogar lebensbedrohlich verlaufen können." Auch für Schwangere ab dem vierten Schwangerschaftsmonat sowie Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung sei es empfohlen, sich impfen lassen.

Jedes Jahr werde ein neuer Impfstoff für die Grippeimpfung entwickelt. Da sich die Grippe-Viren sehr schnell verändern könnten, setze sich der Impfstoff jedes Jahr neu zusammen. "Für den aktuellen Impfstoff dieser Saison wurden die beiden Influenza-A-Virusstämme angepasst. Die Empfehlungen für die beiden Influenza-B-Virusstämme bleiben dieselben wie im Vorjahr. Es ist aber immer möglich, dass während der Grippesaison ein oder mehrere der empfohlenen Impfstämme nicht passen, weil sich in der Zwischenzeit aufgrund weiterer Veränderungen andere Grippevirus-Varianten durchgesetzt haben", erklärt Wolf die Vorbeugemaßnahmen.

Eine Impfung solle jetzt erfolgen, da die ihre Wirkung während der Saison abnehme. Die Grippeimpfung könne die Erkrankung allerdings nicht immer verhindern. Dies geschehe einerseits, weil sich die Grippe-Viren sehr schnell verändern. Andererseits dauere es mindestens zehn bis 14 Tage, bis der Körper einen ausreichenden Impfschutz aufgebaut habe. "Wenn eine Person sich kurz vor der Impfung oder in den ersten zwei Wochen danach ansteckt, kann es dennoch zur Erkrankung kommen", so Wolf.

Allerdings verlaufe sie häufig wesentlich milder als bei nicht geimpften Menschen. Die echte Grippe werde mit der so genannten Tröpfcheninfektion übertragen. Das bedeute, bei Niesen oder Husten flögen Viren in feine Sekrettröpfchen eingeschlossen durch die Luft. Würden die Tröpfchen von anderen Menschen dann aufgenommen, könnten diese ebenfalls an Grippe erkranken. Auch durch das Berühren kontaminierter Oberflächen wie PC-Tastaturen, Türgriffe oder Haltestangen im Bus könne eine Ansteckung erfolgen. Um eine Ansteckung zu vermeiden, sollten die Hände regelmäßig gewaschen und in der Grippezeit auf das Händeschütteln verzichtet werden. Weitere Vorsichtsmaßnahmen sind, nicht mit den Händen das Gesicht und insbesondere die Augen berühren und die Zimmerluft feucht halten. Die ersten Beschwerden träten ein bis vier Tage nach der Ansteckung auf.

"Wer den Verdacht hat, sich mit dem Grippe-Virus infiziert zu haben, sollte zu einem Hausarzt gehen", macht Wolf klar. Insbesondere Personen mit einem erhöhten Risiko sollten bereits bei den ersten Anzeichen einer Grippe einen Arzt aufsuchen. Der Nachweis von Influenza-Viren seien nach dem Infektionsschutzgesetz beim Gesundheitsamt meldepflichtig. "In der Saison 2019/2020 wurden dem Landratsamt noch keine Grippeerkrankungen gemeldet – was nicht bedeutet, dass es noch keine Fälle gab", wie Wolf betont.

Autor:

Rembert Graf Kerssenbrock aus Kehl

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