Hochbegabte Kinder
Förderung auch im Ortenaukreis

Dozent für den Kurs „Mindstorm Roboter programmieren“ ist Klaus Lackner.
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  • Dozent für den Kurs „Mindstorm Roboter programmieren“ ist Klaus Lackner.
  • Foto: Busam
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Ortenau (jtk). „Aber es gibt doch nicht nur Kinder mit Lernschwächen, es gibt auch noch die, die unterfordert sind!“ Nach der intensiven Inklusionsdebatte sucht der Notruf einer Mutter eine Antwort auf die Frage: Was können Eltern und Schulen für Kinder und Jugendliche tun, die offensichtlich unterfordert sind oder ihre Begabung nicht zeigen? Zwei bis drei Prozent aller Kinder gelten allgemein als hochbegabt.

Besonders begabte Kinder sind in vielen Fällen anders als ihre gleichaltrigen Mitschüler, was nicht zwangsläufig zu Schwierigkeiten führen muss. Auffälligkeiten können aber ein Hinweis auf eine mögliche Hochbegabung sein: Im Kindergarten fällt das Kind auf, weil es sich langweilt und manche Spiele „doof“ findet. In der Schule ist es oft unterfordert, als Streber unbeliebt oder der Klassenclown. In der Umgebung gefallen altersgemäße Freizeitaktivitäten oft nicht, können Perfektionismus oder kritisches Verhalten an der Tagesordnung sein – um an dieser Stelle nur einige von möglichen Anzeichen zu nennen.

Alexandra Busam, Schulleiterin der Sölling-Grundschule in Kehl und Ansprechpartnerin für die Hector-Kinderakademien und Hochbegabtenförderung beim Staatlichen Schulamt Offenburg, trifft eine deutliche Aussage. „Hochbegabung heißt nicht gleich Hochleistung. Von Hochbegabung spricht man ab einem IQ von 130 mit dem Blick auf verschiedene Begabungsbereiche“, betont sie.
Der Hochleister lernt leicht, schreibt gute Noten und überspringt mühelos eine Klasse. Der Experte hat besonderes Interesse an einem Fachgebiet und möchte sich nicht mit anderen Bereichen abgeben. Der Minimalist engagiert sich wenig, schreibt „normale“ Zensuren und arbeitet nur so viel, dass er nicht auffällt. Der Underachiever zeigt seine Begabung nicht, bleibt hinter den Erwartungen zurück und fällt manchmal durch problematisches Verhalten auf.
Alexandra Herrmann, Leiterin des Bildungsbüros der Bildungsregion Ortenau e.V. (BRO) in Offenburg, verweist auf die Leitlinien der aktuellen Bildungspolitik: „Jedes Kind und jeder Jugendliche hat einen Anspruch auf individuelle Förderung. Das gilt selbstverständlich auch für leistungsstarke und besonders leistungsfähige Schüler.“ Diese Leitlinien sind festgehalten in der „Mainzer Erklärung“.

In der Ortenau findet die Umsetzung dieses Bildungsangebotes in einer besonderen Strukturierung statt. Die Mitglieder der BRO setzen sich aus allen Bildungsbereichen und zahlreichen Wirtschaftsunternehmen der Region zusammen und bieten eine Plattform für Vernetzung, Kooperation und Entwicklung innovativer Projekte und Vorhaben. Einen Schwerpunkt bilden dabei die Hector-Kinderakademien mit der BRO als Träger. Bei diesen Akademien handelt es sich um ein freiwilliges, zusätzliches Angebot für Grundschulkinder mit dem Ziel einer Hochbegabtenförderung. 80 Prozent der überwiegend kostenlosen Kurse bestehen derzeit aus den Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik – den sogenannten MINT-Fächern – die restlichen 20 Prozent erfolgen zum Beispiel in Kunst, Theater, Musik, Sprachen.

In der Region finden sich Akademien in Zell-Weierbach mit der Nebenstelle Sasbach, in Lahr-Mietersheim mit den Nebenstellen Wolfach und Biberach und in Kehl mit der Nebenstelle Nussbach. Die aktuellen Angebote dieser Standorte umfassen in diesem Semester Themen wie „Logisches Denken – Philosophieren mit Kindern“, „Die Reise in meinen Körper“oder „Chinesisch“. Eltern können ihre Vorschläge nur über die Kitas oder Lehrer der Grundschulen einreichen. Eine Ausnahme bildet lediglich die Vorlage einer anerkannten Testung auf Hochbegabung.
Angebote gibt es auch für Schüler der Sekundarstufe I und II. Der Verein Forscher/innen für die Region e. V. fördert den naturwissenschaftlichen Nachwuchs in der Ortenau. Im Schülerforschungszentrum am Bildungscampus Gengenbach werden zum Beispiel die Forschungsbereiche – Life Scienses & Chemie, Informatik & Robotik, Technik & 3D-Objekte und Physik & Nanosciences angeboten.

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