Die Glosse im Guller
Steigerung: "Feind, Todfeind, Parteifreund"
- hochgeladen von Anne-Marie Glaser
Am Ende sind selbstverständlich die Medien schuld. Klar, ist doch immer so. Woran genau diesmal? Der arme Kanzler wurde Opfer der vereinten Bosheit der schreibenden Zunft sowie der TV- und Radiojournalisten. Wahrscheinlich sogar unter Beteiligung des einen oder anderen Influencers. Nur um Schlagzeilen zu produzieren, hätten diese das Gerücht befeuert, Hendrik Wüst solle Friedrich Merz als Kanzler ersetzen. Haben sie es vielleicht sogar in die Welt gesetzt? Pfui, aber auch!
Der "liebe Friedrich"
Zugegeben, als bescheidener Provinzschreiberling kenne ich die Gepflogenheiten der Hauptstadtkollegen nicht. Aber eins weiß ich schon: kein Rauch ohne Feuer. Und ist der Gedanke wirklich so abwegig? Nicht alle politischen Mitstreiter gönnen ihrem "lieben Friedrich" den Thron. Das konnte man schon bei seiner Wahl zum Kanzler ahnen, die erst im zweiten Anlauf glückte. Ich habe selten Mitleid mit Politprofis. Aber wie der Lulatsch mit langem Gesicht das blamable Ergebnis zur Kenntnis nahm, ging mir schon ein bisschen nah. Noch heute ist unsicher, ob unter den Abtrünnigen Parteifreunde waren. Wie sagte unser erster Bundeskanzler Konrad Adenauer doch so schön: "Feind, Todfeind, Parteifreund". Unabhängig vom Wahrheitsgehalt des wüsten Gerüchts: Genau deshalb können sich viele gut vorstellen, dass es aktuelle Austauschfantasien bei den Christdemokraten gibt – wetten, auch Friedrich Merz selbst.
Lahme Dementis
In diesem Zusammenhang sei der Blick auf die Reaktionen gelenkt. Kam da ein spontanes "Quatsch!" aus tiefster schwarzer Bundestagsabgeordnetenseele? Zeigten uns die Unions-Granden von Schleswig-Holstein bis Bayern kollektiv den Vogel? Nö.
Nach und nach trudelten Dementis ein. Oft verbunden mit einem Seitenhieb auf die Medien: Man sehe überhaupt keine Veranlassung, jeden Unsinn in der Presse zu kommentieren. Ach wirklich, seit wann das denn?








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