Frauen bieten hohes Potenzial an Fachkräften
Teilzeitarbeit ist nach wie vor in erster Linie weiblich

Der Wiedereinstieg in den Beruf ist nicht immer ganz einfach und bedarf oft individueller Beratung.
  • Der Wiedereinstieg in den Beruf ist nicht immer ganz einfach und bedarf oft individueller Beratung.
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  • hochgeladen von Isabel Obleser

Offenburg (an). Teilzeit ist nach wie vor weiblich. Obwohl sich langsam die Zahl der Männer, die Teilzeitarbeit suchen, doch auch erhöht. Der Wiedereinstieg von Frauen nach der Familienzeit wegen Betreuung von Kindern oder Pflege von Angehörigen gestaltet sich für sie oft schwierig. Ein großer Anteil der Frauen will oder muss aus familiären Gründen in Teilzeit arbeiten, erklärt Elke Leibbrand, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt, bei der Agentur für Arbeit in Offenburg. Die Arbeitsagentur Offenburg unterstützt den beruflichen Wiedereinstieg durch individuelle Beratungen.
Die Wiedereinstiegsberaterin Esther Wehrle unterstützt nicht selten Frauen, die sich nach 15 oder 20 Jahren wieder einen beruflichen Einstieg wünschen. Nicht selten sind sie verunsichert und brauchen Orientierung. Sie wissen oft nicht, welche Tätigkeit sie ausüben wollen. Esther Wehrle ermutigt sie bei ihrem Weg in den beruflichen Wiedereinstieg. Sie unterstützt sie in Fragen der Kinderbetreuung, informiert zum aktuellen Arbeitsmarkt und zur beruflichen (Neu-)Orientierung. Gemeinsam werden die Stärken und Fähigkeiten erarbeitet, Möglichkeiten für berufliche Qualifizierung werden aufgezeigt. Sie gibt Tipps zur Gestaltung der Bewerbungsunterlagen, fürs Vorstellungsgespräch und vieles mehr. Manchmal ist eine berufliche Umschulung oder Ausbildung in einen ganz anderen Beruf gewünscht und sinnvoll. Diese Möglichkeiten gibt es auch in Teilzeit. Die Arbeitsagentur kann hierzu oft sogar finanzielle Unterstützung bieten.
Zur weiteren Unterstützung von Frauen informiert Elke Leibbrand in übergeordneten Fragen der Frauenförderung, der Gleichstellung von Frauen und Männern am Arbeitsmarkt und der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Sie organisiert im Rahmen der Veranstaltungsreihe "BiZ & Donna" speziell für Frauen Informationsveranstaltungen und Workshops, unter anderem: "Tipps zum erfolgreichen Wiedereinstieg", "Frauen und Rente – was dabei wichtig ist", "Motiviert und mit Leichtigkeit ins Arbeitsleben", "Was will ich – meine inneren Motive erkennen", "Bewerbungstipps" und mehr.
Das Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) hat festgestellt, dass Mütter schneller den beruflichen Wiedereinstieg realisieren, wenn die Arbeitgeber familienfreundlich sind. Für Vereinbarkeit von Familie und Beruf müssen auch die Betriebe umdenken und familienfreundliche Anreize bieten. Das können beispielsweise sein: flexible Arbeitszeiten, Homeoffice, Jobsharing, Angebote auch während der Elternzeit oder Unterstützungsmöglichkeiten für Kinderbetreuung. „Da die Bedürfnisse sehr unterschiedlich sind, ist es unumgänglich mit jeder Frau individuell die optimale Lösung für Betrieb und Arbeitnehmerin zu finden“, betont Elke Leibbrand.   Teilzeit in Zahlen Laut der Agentur für Arbeit Offenburg ist die Zahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Frauen und Männer in den vergangenen zehn Jahren erheblich gestiegen, vor allem weil mehr Frauen arbeiten.
• Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in Vollzeit und Teilzeit in der Ortenau
2017: 176.201 Beschäftigte
2007: 148.876 Beschäftigte
• Teilzeitquote (Männer und Frauen) in der Ortenau
Quote 2017: 25,3 Prozent, 44.000 Frauen und Männer
Quote 2007: 16,8 Prozent, 25.000 Frauen und Männer
Die Teilzeitquote ist um knapp zehn Prozent gestiegen, was vor allem auf die Anzahl der Teilzeitbeschäftigten Frauen zurückzuführen ist. 38 Prozent der bei der Arbeitsagentur gemeldeten Frauen suchen eine Arbeit in Teilzeit.

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