Fußnote, die Glosse im Guller
Wenn Katzen an die Leine müssen

Mancher Katzenfreund hat ein neues Feindbild. Eigentlich zwei: Arie Trouwborst und Han Somsen. Die beiden niederländischen Forscher fordern nämlich Hausarrest für Katzen. Ausgang soll Miezen nur noch an Leinen erlaubt sein. Damit soll verhindert werden, dass sie Jagd nach Vögeln und Kleintieren machen. Schade, dass Lucky das nicht mehr erleben durfte. Er hätte die beiden für den Nobelpreis vorgeschlagen.

Kampfgeist eines Werwolfs

Lucky hieß mein inzwischen leider verstorbener Hund. Selbst im hohen Alter von 16 Jahren erfüllte ihn eine tiefe Leidenschaft: Er hasste Katzen. Vor allem erbitterte ihn die Tatsache, dass diese sich frei bewegen konnten, während sein Bewegungsdrang durch den Gartenzaun oder die Leine eingeschränkt war. Das hinderte ihn immer wieder daran, sich in Zweikämpfe zu stürzen. So blieb ihm nur Gebell, während sich Nachbars Katze jenseits des Maschendrahtzauns gelangweilt die Pfote leckte. Letztendlich war das besser so. Denn obwohl er in Bezug auf Katzen den Kampfgeist eines riesigen Werwolfs besaß, steckte dieser doch im Körper eines kleinen West Highland White Terriers. Gegen die Krallen einer Katze hätte er den Kürzeren gezogen.

Katze auf dem Blechdach

Seine Aversion wurde noch dadurch befeuert, dass Katzen klettern konnten. Wie gerne hätte er selbst die Spatzen auf dem Schuppen gestellt, die ihm so frech ihre Spottlieder entgegen zwitscherten. Katze und Vögel gleichzeitig auf dem Wellblechdach brachten ihn an den Rande des Wahnsinns. Wenn er den Vogel schon nicht abschießen konnte, sollte das Nachbars Mia gefälligst ebenso wenig. Man könnte auch sagen: Er war neidisch. Stubenarrest für seine Erzfeinde auf vier Pfoten hätte ihm da gefallen.

Schutz von Würmern

Nun weilt Lucky nicht mehr unter uns. Trotz seines kämpferischen Gemüts starb er friedlich an Altersschwäche. Im Gegensatz zu ihm bin ich weder Katzen noch Vögeln gegenüber feindselig eingestellt. Allerdings habe ich auch kein Mitleid, wenn ein Piepmatz gefressen wird. Genauso wenig wie mit dem Wurm, den dieser zuvor zum Frühstück verspeiste. So ist halt die Natur.
Aber vielleicht wird Letzteres ja auch bald ein Thema. Würmer sind schließlich nützliche Tiere. Möglicherweise fordern morgen die Wissenschaftler Sam Stupid und Charly Crazy, dass über allen Grünflächen Vogelnetze zum Schutz von Würmern gespannt werden müssen.

Mäuse und Ratten unter Artenschutz?

Doch zurück zu den Samtpfoten. Wie immer man zu dem Thema Hausarrest für Stubentiger aus Gründen des Artenschutzes stehen mag, frage ich mich doch: Wie sollen Katzen Mäuse und Ratten fangen, wenn sie angeleint sind? Immerhin ist das doch gerade im ländlichen Raum ihr Job. Oder stehen die inzwischen auch unter Artenschutz?
Anne-Marie Glaser

Autor:

Anne-Marie Glaser aus Offenburg

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