Nationalpark
Menschen mit Behinderung gestalten Führungen mit

Tandem-Führung mit der Lebenshilfe Bühl  | Foto: Luisa Maria Frey/Nationalpark Schwarzwald
  • Tandem-Führung mit der Lebenshilfe Bühl
  • Foto: Luisa Maria Frey/Nationalpark Schwarzwald
  • hochgeladen von Matthias Kerber

Seebach (st) Zum Tag der Leichten Sprache am 28. Mai stellt der Nationalpark Schwarzwald Wege vor, die neue Zugänge schaffen und Naturerlebnisse inklusiver gestalten. „Wir haben beispielsweise in unserer Ausstellung im Nationalparkzentrum Texte in Leichter Sprache ergänzt und auch unsere Webseite so ausgerichtet, dass alle Menschen sich hier künftig viel besser zurechtfinden“, verrät Sandra Olbrich, Inklusionsbeauftragte im Nationalpark Schwarzwald. „Leichte Sprache darf nicht am Rathaus enden. Auch Naturerlebnisse, Kultur und gesellschaftliche Teilhabe müssen für ältere Menschen, Menschen mit Lernbehinderungen, Demenz oder geringen Deutschkenntnissen zugänglich sein. Wenn wir Leichte Sprache konsequent als zusätzliche Option anbieten, ermöglichen wir über zwei Millionen Menschen in Baden-Württemberg Teilhabe“, betont Landesbehindertenbeauftragte Nora Welsch, die sich an diesem Tag selbst von den neuen Angeboten im Nationalpark überzeugen konnte. „Der Nationalpark setzt hier wichtige Maßstäbe – mit Angeboten, die unabhängig von der Lesekompetenz Spaß machen und Zugang schaffen. Das ist Barrierefreiheit“, ergänzt sie.

Tandem-Führung

Ein weiteres neues und ganz besonderes Angebot ist die erste Tandem-Führung am Spechtpfad. „Die Idee ist aus der Zusammenarbeit mit der Lebenshilfe Bühl entstanden. Oft entwickeln nicht behinderte Menschen Angebote für Menschen mit Behinderung – hier ist es genau andersherum: Ein junger Mann aus der Zielgruppe gestaltet die Führung selbst mit und bringt seine Perspektive gleichberechtigt ein. Das ist entscheidend“, erklärt Sandra Olbrich. Dabei übernehmen eine ehrenamtliche Rangerin und ein junger Mann mit Behinderung gemeinsam die Führung: Die Rangerin sichert die fachliche Begleitung, während der Guide mit Behinderung die aktive Rolle der Wissensvermittlung übernimmt und authentisch aus seiner Erfahrung spricht. „Perspektivisch ist angedacht, das Tandemformat auch künftig im Rahmen des Veranstaltungsprogramms weiterzuführen“, betont Nationalparkleiterin Britta Böhr.

Mit der Kombination aus barrierefreien Informationen und der Möglichkeit, selbst als Guide aufzutreten, setzt der Nationalpark Schwarzwald ein starkes Signal für Selbstwirksamkeit. „Natur gehört allen Menschen. Für echte Teilhabe braucht es verständliche Informationen und Angebote, die unterschiedliche Perspektiven mitdenken. Leichte Sprache schafft genau diese Zugänge – und zwar nicht nur im Internet oder in unserer Ausstellung, sondern auch direkt draußen im Nationalpark“, so Olbrich.

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