Ergebnisse der Untersuchung in Achern
Brunnenwasser geeignet für den Pool

Milan Toups nahm Anfang Juli zahlreiche Proben, die nun ausgewertet wurden.
  • Milan Toups nahm Anfang Juli zahlreiche Proben, die nun ausgewertet wurden.
  • Foto: VSR-Gewässerschutz
  • hochgeladen von Matthias Kerber

Achern (st). Viele Menschen kamen am 1. Juli an den Informationsstand in Achern, um abzuklären ob sie mit ihrem Brunnenwasser das Planschbecken befüllen können. Die extrem heißen Sommertage und die zu weit entfernten und überfüllten Freibäder führen dazu, dass immer mehr Eltern und Großeltern große Mengen Wasser für die Befüllung der Pools benötigen.

121 Proben untersucht

121 Wasserproben von privat genutzte Brunnen aus dem Raum Achern, Bühl und Renchen wurden vom VSR-Gewässerschutz untersucht. „Erfreulicherweise haben wir festgestellt, dass über neunzig Prozent der Proben zum Befüllen eines Planschbeckens geeignet sind. Auf diese Weise können viele Brunnennutzer kostbares Leitungswasser sparen und mit den Trinkwasservorräten nachhaltig umgehen“, so Susanne Bareiß-Gülzow, Vorsitzende im VSR-Gewässerschutz.

Gesundheitsrisiken ausschließen

Doch das Ergebnis zeigt auch, dass es wichtig ist Gesundheitsrisiken auszuschließen. Der häufigste Ausschlussgrund waren derart hohe bakteriologische Belastungen mit coliformen Keimen und Kolibakterien, dass man das Wasser auch bei der Verwendung von Desinfektionsmitteln nicht zum Befüllen eines Planschbeckens nutzen kann. Das Wasser muss zum Befüllen eines Pools keine Trinkwasserqualität aufweisen. Allerdings sind die Desinfektionsmittel für Pools nicht dafür da, starke Belastungen im Füllwasser zu beseitigen.

Jeder zwölfte Brunnen betroffen

Hiervon war jeder zwölfte Brunnen betroffen. Die Bakterien können über defekte Abwasserrohre ins Grundwasser geraten. Allerdings ist häufig gar nicht das Grundwasser mit Bakterien belastet, sondern die Bakterien dringen bei Starkregenfällen durch undichte Deckel oder Risse in den Brunnen ein. Daher raten die Experten vom VSR-Gewässerschutz den Brunnenbesitzern bei einer bakteriologischen Belastung erst mal zu überprüfen, ob Regenwasser in den Brunnen gespült wird.

Eisen im Wasser

Bei knapp sechs Prozent der Proben fanden Diplom-Physiker Harald Gülzow, Projektleiter im VSR-Gewässerschutz, und Milan Toups, Bundesfreiwilliger(BFD), bei den Untersuchungen sehr viel Eisen. Eisenhaltiges Brunnenwasser führt zu keiner Gesundheitsgefahr, kann aber den Badespaß vermiesen, da das Eisen nach ein paar Tagen zu einer Verfärbung des Wassers und Ablagerungen führt. Der VSR-Gewässerschutz rät daher, wenn das Wasser nicht wie in kleinen Planschbecken häufig gewechselt wird, zu einer Sandfilteranlage für Pools. Erfreulicherweise stellte der VSR-Gewässerschutz fest, dass die festgestellten Nitratkonzentrationen zu keiner Einschränkung beim Befüllen der Planschbecken führen.

Autor:

Matthias Kerber aus Offenburg

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