Rückhaltebecken Fautenbach hat sich bewährt
Hochwasserschutz erprobt

Das Hochwasserrückhaltebecken Fautenbach
  • Das Hochwasserrückhaltebecken Fautenbach
  • Foto: Stadt Achern
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Achern (st). Das Hochwasserrückhaltebecken Fautenbach hat seine Bewährungsprobe beim Starkregenereignis mit Bravour bestanden. Durch den massiven Einstau erhöhte sich die Wasserspiegellage im Becken auf 5,70 Meter, in der Spitze waren 160.000 Kubikmeter Wasser eingestaut. „Dadurch konnten die Regenmassen für die Ortslage in Fautenbach besser bewältigt und Schaden abgewendet werden. Das Becken hat seine Bewährungsprobe zum Schutz der Bevölkerung von Fautenbach bestanden“, zog Oberbürgermeister Klaus Muttach eine positive Bilanz.

Probestau unter Realbedingungen

Nachdem sich das Starkregenereignis abgezeichnet hat, wurden bei der Stadtverwaltung alle Vorkehrungen für einen Probestau getroffen. Der Ablauf des Beckens wurde deutlich reduziert und so die starken Niederschläge eingestaut. Die Stadtverwaltung nutzte dann in Abstimmung mit dem Landratsamt und dem beauftragten Ingenieurbüro die Gunst der Stunde, um die Auswirkungen auf die Dämme auch nach längerer Einstauung unter Realbedingungen zu testen.

Kontrolle alle vier Stunden

Alle vier Stunden wurden der Damm und vor allem der Drainkeil kontrolliert und auf Sickerwasser überprüft. Neben den beauftragten Mitarbeitern der Stadt und des Ingenieurbüros machten sich Oberbürgermeister Klaus Muttach, der Leiter der städtischen Werke, Ralf Volz, und Vertreter des Landratsamts ein Bild von der Lage vor Ort und informierten sich direkt über den Ablauf des Probestaus. Wichtig war, dass kein Wasseraustritt festgestellt worden ist.

Ablaufszenarien

Einzelne Ablaufszenarien, die in der Betriebserlaubnis für das Hochwasserrückhaltebecken vorgegeben sind, wurden mit den Unterwasserpegeln verglichen und durch Messungen an verschiedenen Standorten im Ort überprüft. Es wurden die Druck- und Geschwindigkeitsverteilungen über den gesamten Fließquerschnitt in einem sogenannten Induktivmessverfahren ebenso gemessen wie die Durchflussmenge.

Anlage ist gut gerüstet

Wertvolle Erkenntnis dieses Probestaus ist für die Stadt, dass die baulichen Anlagen den Ansprüchen „sehr gut genügen“, gleichzeitig wurde aber auch durch die intensiven Beobachtungen des gesamten Streckenverlaufs des Fautenbachs ein Optimierungspotenzial bei der Gewässerpflege erkannt. Außerdem kam es durch den ganztägig hohen Abfluss der Wassermenge im Fautenbach im Unterlauf zu leichten Ausbordungen des Gewässers. Eine bisher vermutete Querverbindung zwischen dem Fautenbach und dem Schmutzwasserkanal konnte bis auf wenige Meter eingegrenzt werden.

Sicherungsmaßnahmen

Bestätigt wurde durch den Probestau auch, dass die im Betriebshandbuch für das Hochwasserrückhaltebecken vorgesehenen Sicherungsmaßnahmen im Bereich der Weststraße umgesetzt werden müssen, damit die Sicherung von einzelnen Gebäuden, die aufgrund der Höhenlage direkt von leichten Überflutungen betroffen sein können, verbessert werden.

Becken ist wieder entleert

Zwischenzeitlich ist das Hochwasserrückhaltebecken Fautenbach wieder vollständig entleert. Der eigentliche Probestau wird kommende Woche mit der Begehung des kompletten Einstaubereichs abgeschlossen, der Damm wird dann an den Vermessenspunkten auf etwaige Verschiebungen kontrolliert. Alle erfassten Daten werden dann im Rahmen eines Berichts verarbeitet und finden sich in der fortgeschriebenen Betriebserlaubnis wider. Die Stadtverwaltung zieht eine positive Bilanz dieses Probestaus, die Verbesserung des Hochwasserschutzes für Fautenbach durch das Hochwasserrückhaltebecken wurde eindeutig nachgewiesen.

Hochwasserschutz Teil der Gefahrenabwehr

„Das Starkregenereignis hat uns die Notwendigkeit von Hochwasserschutzmaßnahmen deutlich vor Augen geführt und die Notwendigkeit der bisher durchgeführten Maßnahmen bestätigt. Hochwasserschutz nehmen wir als Teil der Gefahrenabwehr für die Bevölkerung sehr ernst und sind deshalb froh, dass das Land Baden-Württemberg das Planfeststellungsverfahren für die mit der Stadt vereinbarten Hochwasserschutzmaßnahmen im Bereich der Acher eingeleitet hat. Trotz der Investitionen im unteren zweistelligen Millionenbereich ist dieses Geld gut angelegt“, so Oberbürgermeister Klaus Muttach.

Autor:

Matthias Kerber aus Offenburg

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