• 18. Juni 2018, 16:16 Uhr
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Besichtigung der Gedenkstätte auf dem Hartmannsweilerkopf
Vom „Berg des Todes“ zum Nationaldenkmal

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In diversen Artikeln wurde vor kurzem über Ausflugsziele im Elsass berichtet. Einer dieser Ziele, ist der „Hartmannsweilerkopf“ mit der im August 2017 eröffneten „Neuen deutsch-französischen Gedenkstätte".
Diese wurde im November 2017 offiziell von den Präsidenten Macron und Steinmeier eingeweiht.

Neugierig geworden machte ich mich auf den Weg dorthin, um zu sehen was da dem Besucher an Information zu den Geschehnissen, während der Kämpfe im 1. Weltkrieg um den „Berg des Todes“ oder auch „Menschenfresserberg“ genannt, gezeigt wird und wie das Museum sich dem Besucher präsentiert.

Der „Hartmannsweilerkopf“ in den elsässischen Südvogesen, dessen Bergkuppe sich auf einer Höhe von 957 Meter befindet, war Schauplatz erbitterter Kämpfe zwischen den deutschen und französischen Truppen.
Die Bergkuppe hatte für die französischen/deutschen Militärs eine strategische Schlüsselposition. Sie war der ideale Beobachtungsposten was die Kontrolle über die Umgebung und des Rheintals betrifft. In den Kriegsjahren von 1914 bis 1918 wechselte der Berg mehrmals bis zum Ende des Krieges seinen „Besitzer“. Die schwersten Kämpfe fanden dort im Jahr 1915 statt.

Die Gedenkstätte ist täglich vom 30. März bis 13. November 2018 geöffnet. Montag bis Samstag: 9:30 bis 17:30 Uhr, Sonntag und Feiertage: 9:30 - 18:00 Uhr. Es ist ein modernes, mandelförmiges Gebäude in dessen Eingangsbereich die Kasse, eine Cafeteria sowie ein Verkaufsshop (Andenken, Bücher, Bildbände zur Geschichte) untergebracht sind.

Der Ausstellungsbereich ist schlicht gehalten. Wer erwartet, dass hier eine umfangreiche Waffen- und Uniformsammlung zu sehen ist, wird enttäuscht werden. Man bekommt zwar einen kleinen „Grabenausschnitt zu sehen, einen Mörser sowie Granaten, zwei Uniformen aber das war es auch schon.

Dem Besucher wird schwerpunktmäßig und umfangreich ein Überblick über die Ereignisse und das Kampfgeschehen am Hartmannsweilerkopf, in Wort und Bild/Film geboten. Interessant sind dabei die "Erzählungen" von Soldaten, zu deren Erlebnissen.

Nach dem Rundgang in der Gedenkstätte, bietet sich noch der Besuch in der Krypta und dem französischen Soldatenfriedhof an. Auf der Anhöhe des Hartmannsweilerkopfs (ca. 2 Kilometer von der Krypta entfernt) kann man noch die Schützengräben, Stellungen und Unterstände, von denen es auf dem Berg noch genügend gibt, besichtigen (gutes Schuhwerk ist empfehlenswert).

Vor einhundert Jahren am 11.11.1918 endete der 1. Weltkrieg. Das Elsass, das 1871 von Deutschland annektiert wurde, ging wieder an Frankreich zurück. 

Bei der Besichtigung und Begehung sollte man es sich bewusst machen, was die Männer beider Armeen  dort in den so schönen Vogesen für jeweilige Staatmacht erleiden mussten. Heutzutage ist es kein Deut besser, wenn man an kriegerischen Auseinandersetzungen auf der Welt denkt.

Mein Fazit:

Der Besuch der Gedenkstätte  ist sehr informativ und wenn man die Besichtigung der Krypta sowie die Bereiche der Feldstellungen zur Abrundung hinzu nimmt lohnt sich die Besichtigungstour allemal.

Fahrstrecke:

Die Anfahrt (von Offenburg aus sind es ca. 137 Kilometer) erfolgte über die N 83 Colmar, Rouffach, Cernay. Kurz vor Cernay in Richtung Uffholtz abbiegen und dort auf der D 431 zur Gedenkstätte fahren.
Als Rückweg, bietet sich evtl. die Fahrt über den "Grand Ballon," Col de la Schlucht, Colmar an.

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