Tina Moser arbeitet als Freiwillige im Polizeidienst
Als Ehrenamtliche von den Kollegen voll akzeptiert

Tina Moser aus Gutach arbeitet seit 2010 als Freiwillige im Polizeidienst – ehrenamtlich, wie alle ihre 49 Kollegen im Bereich der Polizeidirektion Offenburg.
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Ortenau. Der freiwillige Polizeidienst in Baden-Württemberg ist ein Auslaufmodell, die grün-rote
Landesregierung wird keine neuen Ehrenamtlichen mehr einstellen. „Im
Augenblick arbeiten 49 Polizeifreiwillige im Bereich der
Polizeidirektion Offenburg“, so Roland Haug, stellvertretender Leiter
der Polizeidirektion und Chef der Kriminalpolizei. Sie sind auf die
Reviere verteilt: Elf sind in Achern tätig, acht in Haslach, sieben in
Kehl, sechs in Lahr, neun in Offenburg und acht bei der Autobahn- und
Verkehrspolizei Offenburg.

„Wir hatten erst 2009 und 2010 neue Freiwillige ausgebildet“, berichtet Haug. Grund waren Engpässe im regulären Personal der Polizeidirektion. Ausgebildet wurde bei der
Bereitschaftspolizei in Lahr in einem zweiwöchigen Lehrgang. „Sie hatten
eine Sechs-Tage-Woche und absolvierten rund 112 Unterrichtseinheiten“,
so Bettina Renter-Stahlberger, Ansprechpartnerin innerhalb der
Polizeidirektion für die Ehrenamtlichen. Vermittelt werden
Rechtsgrundlagen, aber auch Polizeitaktik, Schießausbildung,
Selbstverteidigung und Festnahmetechniken. Zuvor mussten sich die
Freiwilligen auf ihren Lehrgang intensiv vorbereiten.

„So sehr ich die Arbeit der Freiwilligen schätze“, so Haug deutlich. „Die
Ausbildung ist nicht mit der eines Polizisten zu vergleichen.“ Er trägt
den Beschluss der Landesregierung, Freiwillige nicht mehr zu
rekrutieren, mit. „Der Polizeidienst ist gefährlicher geworden“, stellt
Haug fest. Eine Gefahr, der man Ehrenamtliche nicht aussetzen sollte.

„Ich wollte schon immer Polizistin werden“, erzählt Tina Moser. Die fehlende
deutsche Staatbürgerschaft stand dem Traumberuf im Wege. Als sie den
Aufruf las, sah ihre Chance: Sie absolvierte ihre Ausbildung 2009, seit
2010 ist im aktiven Dienst. Ihre Familie trägt ihre Entscheidung mit,
„sonst wäre es gar nicht möglich“, sagt sie. Denn sie wird hauptsächlich
an den Wochenendenden eingesetzt. Unter der Woche arbeitet sie als
Schulsekretärin am Hausacher Gymnasium. „Das Revier Haslach ist auf dem
Land, da kennt jeder jeden. Da gibt es keine Berührungsängste“,
antwortet sie auf die Frage, wie es sei, von einem der Schüler als
Polizist wahrgenommen zu werden.

In eine gefährliche Situation ist sie noch nicht geraten. „Der Gruppenführer entscheidet, zu welchen Einsätzen man gerufen wird“, sagt Tina Moser. Sie fühlt sich von ihren
hauptberuflichen Kollegen voll akzeptiert. Schon jetzt arbeitet sie vor
allen Dingen bei Großveranstaltungen im Verkehrsbereich mit, wie beim
Freiburg Marathon oder dem Kehler City Kriterium in den vergangenen
Wochen. Eine Aufgabe, die den Freiwilligen auch in Zukunft bleibt. „Es
gibt Überlegungen, sie stärker in die Prävention einzubinden“, so Haug. –
Üppig ist die Aufwandsentschädigung nicht: Sieben Euro die Stunde, wie
ein Übungsleiter im Sportverein.

Autor: Christina Großheim

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