Weiter Ziel der Kirche, in der Fläche vertreten zu sein
Nach Kündigung der Trägerschaft: Lösung für Kindergarten in Mösbach in Sicht

Nur für den Mösbacher Kindergarten hat die Kirche die Trägerschaft gekündigt. Es soll bei diesem Einzelfall bleiben.
  • Nur für den Mösbacher Kindergarten hat die Kirche die Trägerschaft gekündigt. Es soll bei diesem Einzelfall bleiben.
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Acher-Renchtal. Haben kirchliche Kindertageseinrichtungen noch eine Zukunft? Nachdem die
katholische Kirche bereits im vergangenen Jahr ihre Trägerschaft des
Kindergartens in Mösbach aus finanziellen Gründen zum 31. August 2013
gekündigt hat, wird im Dekanat Acher-Renchtal genau diese Problematik
diskutiert und nach Lösungen gesucht.

Jüngst hatte Acherns Oberbürgermeister Klaus Muttach alle Ortschaftsräte eingeladen und über
den aktuellen Stand informiert. Einen Tag später war es Pfarrer Joachim
Giesler, der Vertreter der Pfarrgemeinden, der Stadt und alle
möglicherweise betroffenen Ortsvorsteher zum Gedankenaustausch
versammelt hatte. Das Ergebnis ist durchaus positiv, denn für Mösbach
zeichnet sich eine Lösung ab: Kauft die Stadt Achern das
Kindergartengebäude, das bisher im Besitz der Kirchengemeinde ist, sorgt
dies für die dringend notwendige finanzielle Entlastung der Kirche.

In einem zweiten Schritt könnte die Kirche die Trägerschaft schließlich
wieder übernehmen. „Die Entscheidung hierüber liegt dann bei der Stadt
Achern“, erklärt Frank Hogenmüller, stellvertretender Leiter der
Verrrechnungsstelle Achern, die insgesamt 33 Kirchengemeinden mit 27
Kindergärten im Dekanat Acher-Renchtal betreut. Leider seien die
finanziellen Mittel der Kirchengemeinden zur Beteiligung am Defizit der
Kindergärten begrenzt. „Durch gestiegene Personalkosten in den
vergangenen Jahren, hauptsächlich begründet durch die Erweiterung der
Betreuungsangebote, reichen nun die den Kirchengemeinden zur Verfügung
stehenden Mittel nicht mehr aus“, erläutert Hogenmüller.

Der Fall Mösbach soll aber Einzelfall bleiben – zumindest aus derzeitiger
Sicht. Es gibt laut Hogenmüller keine Überlegungen, im Dekanat weitere
Trägerschaften abzugeben. Dies bestätigen auch beispielhafte Anfragen in
Sasbach, Oppenau und Oberkirch. Überall spricht man von einer
konstruktiven und offenen Zusammenarbeit. Ebenso ist man allerorts an
einem Erhalt der kirchlichen Einrichtungen interessiert: „Dabei geht es
nicht nur um den Mitfinanzierungsanteil der Kirchen, sondern vielmehr
auch um die Vielfalt der Betreuungsangebote. Manche Eltern bringen ihre
Kinder ganz gezielt in eine kirchliche Einrichtung, andere bringen ihre
Kinder ganz gezielt in eine städtische Einrichtung“, betont etwa
Oberkirchs Oberbürgermeister Matthias Braun.

Auch Acherns Stadtpfarrer Joachim Giesler betont: „Es ist ein Anliegen der Kirche,
Familien zu unterstützen und zu begleiten, damit das Familienleben
gelingen kann. Daher sieht sie es natürlich als ihre Aufgabe an,
Kindertagesstätten zu betreiben. Ziel der Kirche ist es nach wie vor, in
der Fläche vertreten zu sein, um Eltern das Angebot machen zu können,
ihr Kind in eine Kindertagesstätte zu geben, die christliche Werte
vermittelt. Notwendig ist dazu allerdings auch, dass die Pfarrei die
Kindertagesstätte als Ort der religiösen Wertevermittlung sieht und die
Einrichtung dahingehend auch unterstützt. Durch die knapper werdenden
finanziellen Mittel ist sie dabei aber zunehmend auch auf das Wohlwollen
der Kommunen angewiesen.“

Autor: Daniela Räubig-Santo

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