Warum Sperrmüll nicht immer gleich Sperrmüll ist

Seit der Sperrmüllabfuhr in Offenburg steht diese Zimmertür verlassen an der Straße.
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Ortenau. 6654 Tonnen Sperrmüll wurden 2014 in der Ortenau insgesamt eingesammelt. Darunter
waren 3186 Tonnen Holzmöbel und 86 Tonnen Metallschrott, weiß Johann
Georg Kathan, Abfallberater beim Eigenbetrieb Abfallwirtschaft des
Landratsamtes Ortenaukreis: „Der Rest verteilte sich auf Matratzen,
Polstermöbel, Teppichböden, Waschkörbe, Bobby Cars und ähnliches mehr.“

Einmal im Jahr gibt es in jedem Entsorgungsbezirk in der Ortenau eine
Sperrmüllabfuhr umsonst. Was dabei mitgenommen wird, ist geregelt.
„Nicht mitgenommen werden Bau- und Renovierungsabfälle wie zum Beispiel
Innentüren, Balkonbretter und Dachlatten, Waschbecken, Fenster,
Duschwannen, alle Arten von Elektrogeräten, Altreifen, Farbeimer mit
Inhaltsresten und ähnliche Abfälle“, erklärt Kathan.

Die Unterscheidung der einzelnen Abfallarten sorgt immer wieder für
Verwirrung. So werden zwar Schranktüren von den Entsorgungsfahrzeugen
mitgenommen, Zimmertüren bleiben aber stehen – obwohl beide Türen aus
dem gleichen Material sind. „Dies ist in der Tat für den ein oder
anderen schwer nachvollziehbar“, so Kathan. „Noch unverständlicher wird
es, wenn man erfährt, dass beide Türarten – gemeinsam auf einem
Wertstoffhof angeliefert – über den selben Container entsorgt und
verwertet werden.“ Der Grund für den Unterschied, der gemacht wird,
liegt nicht im Material, sondern in der Finanzierung der jeweiligen
Abfallart begründet. „Eine Schranktür gehört zum Sperrmüll und die
Sperrmüllentsorgung ist in die Jahresabfallgebühr mit eingerechnet. Wer
also seine Abfallgebühren bezahlt hat, hat Anspruch auf eine kostenlose Entsorgung.“

Bau- und Renovierungsabfälle, zu denen Zimmertüren zählen, werden über Fallgebühren finanziert. Die Entsorgung erfolgt
gegen Gebühr auf einem Wertstoffhof. Ähnlich sieht es mit alten
Wasserhähnen oder Waschbecken aus. Sie bleiben ebenfalls stehen und
müssten von denjenigen, die sie an die Straße gestellt haben, auch
wieder zurückgenommen und richtig entsorgt werden. „Das passiert so aber
nicht immer“, stellt der Abfallberater fest. „Letztendlich sind es dann
Hausmeister, der Bauhof oder unsere Außendienstmitarbeiter, die diese
Abfälle einsammeln und entsorgen müssen. Das ist zwar unbefriedigend,
aber nicht anders zu lösen.“

Autor: Christina Großheim

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