Papageien sind seine größte Leidenschaft
Matthias Reinschmidt ist Zoologischer Direktor auf Teneriffa

Matthias Reinschmidt pendelt zwischen Bühl und Teneriffa. Für seinen Einsatz für den Artenschutz nutzt er auch gern die Fernsehkameras.
  • Matthias Reinschmidt pendelt zwischen Bühl und Teneriffa. Für seinen Einsatz für den Artenschutz nutzt er auch gern die Fernsehkameras.
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Es gibt weltweit wohl kaum einen Zweiten, der sich besser mit Papageien auskennt als Matthias Reinschmidt. Der aus
Bühl stammende Doktor der Biologie ist der Papageien-Experte
schlechthin. In den vergangenen zehn Jahren hat er mehr als 12000
Papageien und über 280 Arten gezüchtet. Vor ziemlich genau zwölf Jahren,
am 1. März 2001, hat der 48-Jährige sein komplettes Leben in
Deutschland hinter sich gelassen, wurde Zuchtmanager im Loro Parque auf
Teneriffa, wenige Wochen später Kurator und vor zwei Jahren Zoologischer
Direktor des Parks.

„Schon mit sechs Jahren, so wurde mir überliefert, habe ich zu meiner Mutter gesagt, dass ich einmal
Zoo-Direktor werden möchte“, erzählt Matthias Reinschmidt, der
regelmäßig in Fernseh-Sendungen wie „Menschen, Tiere & Doktoren“,
„Hund, Katze, Maus“ oder „Papageien, Palmen & Co“ zu sehen ist.
Schon immer haben Tiere in seinem Leben eine große Rolle gespielt.
„Angefangen hat alles mit einem Wellensittich-Pärchen, Cäsar und Ida,
das ich als Kind in unserer Küche zum Brüten gebracht habe.“ Drei
Jungtiere waren damals der ganze Stolz des jungen Züchters, irgendwann
waren es neun und damit entschieden zu viele für die Küche.

Kurzerhand wurde der Hasenstall zum Vogelkäfig umgebaut und immer weiter
expandiert. „Bis zu 200 Wellensittiche hatte ich schließlich auf dem
Dachboden in der Bühler Fußgängerzone“, erinnert sich Reinschmidt, der
fortan auch das örtliche Zoogeschäft belieferte. Mit 14 Jahren trat er
in den Vogelverein ein, vor 28 Jahren war er Mitbegründer der
Vogelfreunde Achern. Aus einer ersten kleinen Vogelausstellung wurde im
Laufe der Jahre die größte Papageienausstellung Deutschlands.

Nach dem Abitur an der Lender und 15 Monaten Bundeswehr musste Matthias
Reinschmidt die Wartezeit auf einen Studienplatz überbrücken und fing in
der Nachtschicht bei Bosch in Bühl am Fließband an. „Das war eine
wichtige Erfahrung für mich.“ Nach einem halben Jahr habe er so viel
Geld verdient gehabt, dass er noch etwas anderes machen wollte und
heuerte als Tierpfleger-Praktikant im Karlsruher Zoo an. „Das hat mich
meinem Wunsch, Zoo-Direktor zu werden, näher gebracht“, erzählt er
schmunzelnd.

1986 trat er sein Biologie-Studium in Tübingen an, in den Semesterferien arbeitete er weiterhin im Karlsruher Zoo, wo er
schließlich auch seine Diplomarbeit über Amazonen verfasste. Diese war
noch nicht ganz fertig, als er als Redakteur bei der Fachzeitschrift
„Papageien“ anfing. „Das habe ich dann auch fast acht Jahre lang
gemacht.“ Doch irgendwann war es Zeit für Veränderungen und so kam
Matthias Reinschmidt die Idee, im Loro Parque, der heute die weltgrößte
Papageien-Kollektion beheimatet, Workshops anzubieten. „Nach dem vierten
Kurs bekam ich kurz vor Weihnachten einen Anruf vom Besitzer des Parks,
der mich als Zuchtmanager haben wollte“, erzählt er.

Drei Monate später packte er seine Koffer, nahm 22 seiner 80 Papageien mit
und stürzte sich in ein Abenteuer, von dem er nicht wusste, wie lange es
überhaupt dauern würde. Ein Jahr später kam seine Freundin Ruth, mit
der er schon seit der Schulzeit zusammen ist, nach, sie heirateten und
bekamen 2009 ihren Sohn Felix. Seit Ende 2011 lebt die Familie wieder in
Bühl. „Ich wollte einfach mehr Zeit mit meinen Eltern verbringen.“

Das Tagesgeschäft im Loro Parque erledigt mittlerweile ein Kollege,
Reinschmidt hat repräsentative Aufgaben übernommen und ist meist eine
Woche pro Monat selbst im Park. Seinem Einsatz für den Artenschutz und
die entsprechenden Projekte der Stiftung des Parks, tut das keinen
Abbruch. Ab dem 2. März ist Reinschmidt übrigens wieder auf VOX zu
sehen, ab dem 15. März im WDR.

Abgesehen vom Loro Parque hat Matthias Reinschmidt zuhause in Bühl derzeit keine eigenen Papageien –
dafür aber jede Menge Vögel in seinem Garten, für die er fünf
Futterstellen aufgebaut hat. Und wenn er Lust auf ganz schräge Vögel
hat, dann stürzt er sich wie jüngst mit den Bühler Hexen ins Vergnügen
und greift für die Guggenmusik zur Trompete.

Autor: Daniela Räubig-Santo

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