„Sicherheit der Bürger geht vor“
67 Bäume fallen nach Weihnachten

Die markierten Bäume sollen nach den Weihnachtsfeiertagen von einer Spezialfirma kontrolliert gefällt werden.
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  • Die markierten Bäume sollen nach den Weihnachtsfeiertagen von einer Spezialfirma kontrolliert gefällt werden.
  • Foto: Stadt Kehl
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Kehl (st). 67 Bäume, die nahe dem Ehrenfriedhof an der Kinzigallee und der Graudenzer Straße (L75) stehen, müssen weichen. Die Bäume, darunter 19 Pappeln, tragen Markierungen, also Striche in rot, grün oder Neongelb, auf dem Stamm und haben über die Jahre an Standfestigkeit eingebüßt. Aus Gründen der Verkehrssicherheitspflicht sollen sie daher in den nächsten Tagen gefällt werden. Für die Saatkrähen, die in diesem Areal nisten, heißt dass, sie müssen nach neuen Brutstätten Ausschau halten.

In dem kleinen Biotop-Wäldchen an der Kreuzung zwischen Kinzigallee und Graudenzer Straße - auch Ringstraße genannt - stehen unter anderem rund 60 Jahre alte Pappeln. Tag für Tag fahren Hunderte Kehler hier vorbei oder führen ihre Hunde spazieren. Ein Baumsachverständiger der Stadt hat sämtliches Gehölz auf seine Standfestigkeit abgeklopft und jenes markiert, welches eine Gefahr für Verkehrsteilnehmende darstellen könnte. Jeder gekennzeichnete Baum, losgelöst von der Farbe, wird nach den Weihnachtstagen von einer Spezialfirma gefällt.

Mit einem Forstschlepper rückt das Unternehmen an und wird die Gehölze gesichert fällen, wie es im Fachjargon heißt. Die Baumstümpfe sollen wo immer möglich erhalten bleiben und Spechten, Fledermäusen oder Insekten als Unterschlupf dienen.

Nach etwa sechs Jahrzehnten macht sich beispielsweise bei den sogenannten Hybridpappeln - sie heißen so, weil sie Merkmale verschiedener Sorten aufweisen - das Alter bemerkbar. Schwere Äste brechen aus der Krone und drohen auf die Fahrbahn zu fallen. Stellenweise lässt die Fäule die Baumstämme regelrecht aufquellen und das Holz brüchig und weich werden. Bei Stippvisiten auf den Grünflächen hat Umweltreferentin Insa Espig abgebrochene Äste gefunden, „dick wie ein Knüppel“.

Bevor eine Fachfirma anrücken und die Bäume abnehmen kann, musste für die insgesamt 19 Pappeln ein Einverständnis der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises eingeholt werden. Die beiden Mischwäldchen werden nicht nur von Spaziergängern frequentiert, Saatkrähen bauen in den Pappelkronen zudem ihre Nester. Diese Vögel zählen zu den besonders geschützten Arten. Rund ein Drittel der Bäume wird von Saatkrähen als Nistplatz genutzt.

Grünes Licht der Naturschutzbehörde

Weil das Gefährdungspotenzial durch abbrechende Äste oder gar umstürzende Bäume im Straßenraum sehr hoch ist und auch die Untere Naturschutzbehörde keine Alternativen sieht, als die Pappeln zu fällen, hat der Ortenaukreis grünes Licht für die Maßnahme gegeben. „Bei Stadtbäumen geht die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger vor“, sagt Umweltreferentin Insa Espig.

Für die Saatkrähen bedeutet dies, sie werden sich neue Nistplätze suchen müssen. „Im Moment nisten keine Krähen in den Bäumen, hier brütet auch nichts“, gibt Insa Espig Entwarnung. Zudem geht der Landkreis davon aus, dass im Rheinvorland ausreichend Habitatsbäume stehen, an denen sich Saatkrähenkolonnien ansiedeln können.

Ist die Gesamtzahl von 67 Bäumen abgenommen, wird sich für Kehler, die an den beiden Kleinbiotopen vorbeikommen, ein ungewöhnliches Bild zeigen. „Das wird anfangs sehr wüst aussehen“, sagt Insa Espig. In drei bis vier Jahren seien die beiden Wäldchen jedoch wieder dicht bewachsen. „Andernfalls pflanzen wir nach.“

Die markierten Bäume sollen nach den Weihnachtsfeiertagen von einer Spezialfirma kontrolliert gefällt werden.
Die markierten Bäume sollen nach den Weihnachtsfeiertagen von einer Spezialfirma kontrolliert gefällt werden.
Autor:

Rembert Graf Kerssenbrock aus Kehl

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