Grenzüberschreitende Zusammenarbeit
Gelebte Demokratiebildung

Ein besonderer Programmpunkt
Parlament in Straßburg.  | Foto: Herzog-Christopf-Gymnasium Beilstein
  • Ein besonderer Programmpunkt
    Parlament in Straßburg.
  • Foto: Herzog-Christopf-Gymnasium Beilstein
  • hochgeladen von Christina Großheim

Kehl (st) Wie funktioniert öffentliche Verwaltung im europäischen Grenzraum mit Frankreich und der Schweiz? Welche Rolle spielen öffentliche Verwaltung, politische Institutionen und Bürger in der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit? Mit diesen Fragen beschäftigten sich Schüler der elften Klasse des Herzog-Christoph- Gymnasiums Beilstein während eines von Prof. Dr. Michael Frey und Rahel Alia Müller organisierten mehrtägigen Seminars an der Hochschule für öffentliche Verwaltung Kehl.
Unter dem Titel „Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit als Element der Demokratiebildung in Europa erleben“ erhielten die Teilnehmer Einblicke in Forschung, Praxis und politische Strukturen der Zusammenarbeit an Ober- und Hochrhein. Ziel des interaktiven Formats war es, jungen Menschen die Bedeutung grenzüberschreitender Kooperation für Demokratie, Verwaltung und europäische Integration näherzubringen. Gleichzeitig diente das Seminar der Berufsorientierung an Gymnasien und stellte die Studienmöglichkeiten an der Hochschule Kehl vor.

Borderwalk

Zum Seminarauftakt erkundeten die Schüler bei einem sogenannten „Borderwalk“ entlang und über die Grenze zwischen Kehl und Straßburg gemeinsam mit Prof. Frey den Grenzraum. Dabei wurden sichtbare und unsichtbare Grenzmerkmale sowie deren Auswirkungen auf den Alltag der Menschen thematisiert. Das Konzept des grenzüberschreitenden Borderwalks wurde im Rahmen des von Prof. Dr. Birte Wassenberg, Prof. Dr. Joachim Beck und Prof. Dr. Frédérique Berrod geleiteten grenzüberschreitenden Jean- Monnet-Centre of Excellence, das von der Universität Straßburg, der Hochschule für öffentliche Verwaltung Kehl und dem Euroinstitut getragen wurde, von Prof. Dr. Michael Frey, Rahel Müller (Hochschule Kehl) und Prof. Dr. Birte Wassenberg (Universität Straßburg) entwickelt. Im weiteren Verlauf der Seminarwoche standen europäische Institutionen und Fragen der Demokratiebildung im Mittelpunkt. So besuchte die Gruppe unter anderem das Europäische Parlament in Straßburg. In einem Workshop mit Prof. Dr. Birte Wassenberg (Vizepräsidentin für Europa und internationale Beziehungen der Universität Straßburg) und Simon Vanlichterfelde, setzten sich die Schüler außerdem mit Narrativen der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit auseinander.

Einblicke in Forschung

An der Hochschule Kehl erhielten die Teilnehmer Einblicke in Forschung und Lehre zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit am Ober- und Hochrhein. Rektor Prof. Dr. Joachim Beck begrüßte die Gruppe und stellte Studienmöglichkeiten sowie Perspektiven im öffentlichen Dienst vor. Er begeisterte die Schüler mit seinen Ausführungen zu den vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten im öffentlichen Dienst, etwa im Bereich der Anwendung ermessenseinräumender Vorschriften. Ergänzt wurde das Programm durch Vorträge von Studierenden des Proseminars zu aktuellen Fragen des Ausbaus Erneuerbarer Energien und zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit, mit denen sich die Schüler austauschen konnten. Auch in Zukunft sollen derartige Formate etwa in Form eines Seminarkursangebots weiterverfolgt werden mit dem Ziel, den Schülerinnen und Schülern frühzeitig Einblicke in die Bedeutung öffentlicher Verwaltung und europäischer Zusammenarbeit zu geben und Interesse an Studium und Forschung in diesem Bereich zu wecken.

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