Tram in Kehl
"Jetzt wird's badisch"

Kehls Dezernent Harald Krapp und Gerd Birsner (r.)

Kehl (st). Die Tram kann Badisch. Seit vergangenem Mittwoch kündigt sich der Wechsel über die Sprachgrenze aus Fahrtrichtung Frankreich kurz hinter der letzten Haltestelle auf Straßburger Territorium, Port-du-Rhin, an: "Kehl Bahnhof", sagt eine vielen Kehlern bekannte Stimme und fügt hinzu: "Jetzt wird's badisch" - unterlegt mit dem Badner Lied. Es war eine Idee des Kehler Beigeordneten Harald Krapp, Gerd Birsner die Haltestellenansagen in heimatlicher Mundart einspielen zu lassen. 

Für französische Gaumen sind die Namen der Kehler Tramhaltestellen wahre Zungenbrecher - keiner kommt ohne das für die Nachbarn von der anderen Rheinseite schwer auszusprechende H aus. So klang bislang häufig ein "Kehl Banoff" aus dem Lautsprecher oder oder "Kehl Ochschule" oder eben "Kehl Rataus". Das habe er schade gefunden, erklärte Harald Krapp, daher habe er überlegt, wie man zu launigen Ansagen mit heimatlichen Klängen kommen könnte. Auch "weil es nicht so ernst sein sollte", dachte er an Gerd Birsner - der sich nicht lange bitten ließ.

Daher erfahren die Tramfahrgäste nun bereits kurz vor der Trambrücke über den Rhein, dass es jetzt badisch wird, dazu erklingt kurz das Badner Lied. Seine Ansage der Haltestelle "Hochschule/Läger" untermalt der vielseitige Gerd Birsner mit eigenen Saxophonklängen. Zur Ansage der Endhaltestelle Kehl-Rathaus erklingt das Jim-Knopf-Lummerland-Lied "Eine Insel mit zwei Bergen".

Die badischen Ansagen der Kehler Haltestellen sind in den Tramzügen immer dann zu hören, wenn die Straßenbahn fahrplankonform unterwegs ist. Hat es Störungen im Fahrplan gegeben, sagt der jeweilige Fahrer oder die Fahrerin die Haltestellen selber an - und dann natürlich auf Französisch.

Bereits als die erste Tramlinie 1994 in Straßburg in Betrieb genommen wurde, haben die Straßburger Verkehrsbetriebe, CTS, einige Haltestellen von Künstlern ansagen lassen, damals von Rodolphe Burger. Auch heute noch gibt es zwischendurch Ansagen auf Elsässisch oder von Kindern gesprochene Haltestellenankündigungen.

Autor:

Rembert Graf Kerssenbrock aus Kehl

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