Präventionsprojekt für 1.750 Grundschüler
Kehler Stiftungen mit im Boot

(von links, stehend) Anika Hug (Jugendsozialarbeiterin Söllingschule), Nicolas Uhl (städtischer Inklusionsbeauftragter), Binja Frick (Leiterin Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit), Selina Gerber (Jugendsozialarbeiterin Grundschulen Marlen und Goldscheuer), Jasna Šeric (Carl-Friedrich-Geiger-Stiftung), Claudia Malz-Klumpp (Evangelische Kirchenstiftung), Marco Feit (Volksbank-Stiftung), Barbara Tonnelier (Bürgerstiftung Kehl), Anna Eller (Jugendsozialarbeiterin Falkenhausenschule, Jannate Hammerstein (Georgette-Stiftung), Sonja Sinnen (Jugendsozialarbeiterin Falkenhausenschule), Fenja Becherer (Jugendsozialarbeiterin Albert-Schweitzer-Schule) .
(von links knieend): Annette Lipowsky (Rhein-Stiftung I Fondation du Rhin), Natascha Kaiser (Fachbereichsleitung Bildung, Soziales und Kultur), Elise Buchelet (Präventionsfachkraft), Pia Möschle (Jugendsozialarbeiterin Grundschulen Auenheim und Leutesheim) und Lisa Haupt (Jugendsozialarbeiterin Grundschule Sundheim).
Im Hintergrund das Catering-Team der Albert-Schweitzerschule, das für die Bewirtung gesorgt hatte (von links): die Schülerinnen Mila und Natalija sowie Hüsna, die ihr freiwilliges soziales Jahr absolviert.
 | Foto: Stadt Kehl
  • (von links, stehend) Anika Hug (Jugendsozialarbeiterin Söllingschule), Nicolas Uhl (städtischer Inklusionsbeauftragter), Binja Frick (Leiterin Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit), Selina Gerber (Jugendsozialarbeiterin Grundschulen Marlen und Goldscheuer), Jasna Šeric (Carl-Friedrich-Geiger-Stiftung), Claudia Malz-Klumpp (Evangelische Kirchenstiftung), Marco Feit (Volksbank-Stiftung), Barbara Tonnelier (Bürgerstiftung Kehl), Anna Eller (Jugendsozialarbeiterin Falkenhausenschule, Jannate Hammerstein (Georgette-Stiftung), Sonja Sinnen (Jugendsozialarbeiterin Falkenhausenschule), Fenja Becherer (Jugendsozialarbeiterin Albert-Schweitzer-Schule) .
    (von links knieend): Annette Lipowsky (Rhein-Stiftung I Fondation du Rhin), Natascha Kaiser (Fachbereichsleitung Bildung, Soziales und Kultur), Elise Buchelet (Präventionsfachkraft), Pia Möschle (Jugendsozialarbeiterin Grundschulen Auenheim und Leutesheim) und Lisa Haupt (Jugendsozialarbeiterin Grundschule Sundheim).
    Im Hintergrund das Catering-Team der Albert-Schweitzerschule, das für die Bewirtung gesorgt hatte (von links): die Schülerinnen Mila und Natalija sowie Hüsna, die ihr freiwilliges soziales Jahr absolviert.
  • Foto: Stadt Kehl
  • hochgeladen von Christina Großheim

Kehl (st) Grenzen setzen, nein sagen oder Konflikte gewaltfrei lösen: Für viele Kinder sind das keine Selbstverständlichkeiten. Die eigenen Gefühle erkennen zu lernen und adäquate Reaktionsmöglichkeiten zu finden, ist das Ziel des Projekts "Checkst du?!", das Jugendsozialarbeiterinnen an allen Kehler Grundschulen und der Albert-Schweitzer-Schule entwickelt haben, so die Stadt Kehl in einer Pressemitteilung. Im zurückliegenden Schuljahr haben sie damit 1.750 Jungen und Mädchen erreicht. Möglich war dies durch die Unterstützung der Kehler Stiftungen, die darüber hinaus gemeinsam eine Finanzierung in der Größenordnung von jeweils 10.000 Euro über drei Schuljahre (2027/2028, 2028/2029, 2029/2030) hinweg zugesagt haben.

Konflikte lösen

Für die Themenbereiche Gefühle erkennen und ausdrücken, Streitlösung ohne Gewalt, gesunde Freundschaft und den Umgang mit Medien haben die Jugendsozialarbeiterinnen selbst Angebote erarbeitet und diese in den Grundschulklassen umgesetzt. Durch das Engagement von Kehler Stiftungen war es möglich, auch externe Partner einzubinden: So war in den ersten Klassen das „Voll das Theater“ zu Gast, ein interaktives Puppentheater, das den Jungen und Mädchen zeigte, wie sie Grenzen setzen und nein sagen können. In den Klassenstufen zwei und drei lernten die Kinder mit der Sportschule Dittus, gewaltfrei Konflikte zu lösen und wertschätzend miteinander zu kommunizieren.
Die neue städtische Fachkraft für Prävention und Empowerment, Elise Buchelet, bearbeitete mit den Grundschülern das Thema Medien und auch der städtische Inklusionsbeauftragte Nicolas Uhl war Teil des Teams. Es gehe nicht darum, die sozialen Medien zu verteufeln, erklärte Elise Buchelet beim Treffen der Vertreter der Stiftungen mit den Jugendsozialarbeiterinnen im Garten der Albert-Schweitzer-Schule, sondern den Umgang damit zu erlernen. Viele Kinder im Grundschulalter besäßen bereits ein Smartphone, „das Handy wird aber nicht als Gefahr gesehen“. Ziel ist, den Kindern bewusst zu machen, dass sie das Recht am eigenen Bild haben und beispielsweise über – bisweilen gefährliche – Challenges bei TikTok aufzuklären.

Inklusionsworkshop

In einem Inklusionsworkshop mit Nicolas Uhl, Anika Hug und Lisa Haupt konnten die Kinder auf einem Parcours testen, wie es Menschen ergeht, die mit Beeinträchtigungen leben, also Einschränkungen beim Bewegen haben, oder blind sind und wie sie bei Begegnungen im Alltag vielleicht Hilfe anbieten können. Das war aber nur ein Teil des Workshops: Für mindestens genauso wichtig hält es Nicolas Uhl, der selbst behindert ist und im Rollstuhl sitzt, dass die Jungen und Mädchen mit ihm ins Gespräch kommen und „alles fragen“ konnten. Die Kinder nutzten die Gelegenheit und wollten wissen, wie er sein Leben meistert, wie er es schafft, sich anzuziehen oder auf die Toilette zu gehen. Nicolas Uhl möchte auf diese Weise die Scheu vor der Begegnung mit Menschen mit Beeinträchtigungen nehmen: weg vom Mitleid, hin zu einem offenen, selbstverständlichen Umgang.
Allein die externen Partner von "Checkst du?!" haben in den beteiligten Schulen 71 Doppelstunden gestaltet. Die Polizei Raststatt hat darüber hinaus einen Elternabend zum Thema Schutz vor sexualisierter Gewalt angeboten – als Ergänzung der Aufführung von „Voll das Theater“. Die Polizei Offenburg veranstaltete einen digitalen Elternabend über den Schutz im digitalen Raum. Über das Präventionsnetzwerk Ortenau hat das Team der Jugendsozialarbeiterinnen die Möglichkeit bekommen, gemeinsam mit Professorin Susanne Peter, Unterrichtskonzepte zur digitalen Medienprävention zu erarbeiten, die sie, ebenso wie Lehrerinnen und Lehrer, nun umsetzen können.

Eltern einbeziehen

Im neuen Schuljahr sollen die Eltern stärker in die Medienbildung miteinbezogen werden, kündigte Fenja Becherer, Jugendsozialarbeiterin bei der Stadt Kehl, an. Das Team möchte einen Blog oder Newsletter erstellen, um monatlich über aktuelle Trends und Hilfestellungen zu informieren. Außerdem haben sich die Akteurinnen vorgenommen, im Schuljahr 2026/2027 den Fokus auf digitale Medien zu setzen, nachdem das gesamte Team eine Fortbildung zur Mobbing-Prävention absolviert hat. „Wir möchten uns gerne in diesem Bereich weiter fortbilden“, sagte Pia Möschle. Auch ein Materialpool sei wünschenswert, mit dem die Jugendsozialarbeiterinnen in den Klassen oder in Kleingruppen mit den Kindern arbeiten könnten. Ziel sei es, die Resilienz der Kinder zu stärken; überlegt wird, ob sich auch externe Kunstpädagoginnen und -pädagogen einbeziehen lassen.
Stellvertretend für das Team dankte Fenja Becherer den Kehler Stiftungen dafür, dass durch deren Unterstützung das Programm für das neue Schuljahr gestaltet werden konnte und dass das Präventionsprojekt durch die Beteiligung aller Stiftungen ausgebaut und verstetigt werden kann.

Unterstützung durch die Stiftungen

Im Schuljahr 2025/2026 haben die Carl-Friedrich-Geiger-Stiftung, die Rhein-Stiftung – Fondation du Rhin und Riel Fruchthandel das Präventionsprojekt unterstützt. Für die drei Schuljahre (2027/2028 bis einschließlich 2029/2030) wird das Präventionsprojekt in den Grundschulen von der Bürgerstiftung Kehl, der Rhein-Stiftung I Fondation du Rhin, der Carl-Friedrich-Geiger-Stiftung, der Stiftungen von Sparkasse und Volksbank, der Evangelischen Kirchenstiftung, der Grossmann-Stiftung und der Georgette-Stiftung getragen.
Für die Stadt Kehl dankte Natascha Kaiser, Fachbereichsleiterin Bildung, Soziales und Kultur, den Stiftungen: Die Kehler Stiftungslandschaft und deren Engagement „ist schon etwas Einmaliges“.

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