Schuttermühlkanalpumpwerk
Komplette Elektrotechnik wird erneuert
- Insgesamt werden etwa 2100 Meter Kabel im Schuttermühlkanalpumpwerk neu verlegt.
- Foto: Stadt Kehl
- hochgeladen von Christina Großheim
Kehl (st) Neue Schaltschränke, zusätzliche Sensoren, eine neue Trafostation und mehr als zwei Kilometer Kabel: Nachdem kürzlich die Sanierung der Hochwasserpumpanlage abgeschlossen wurde, wird nun die komplette Elektrotechnik im Schuttermühlkanalpumpwerk erneuert, teilt die Stadt Kehl mit.
Dafür wurden Ende Juli drei massive Elektroschaltschränke ausgebaut – jeweils rund 650 Kilogramm schwer – und durch neue ersetzt. Über 50 Jahre lang hatten sie die Pumpen der für den Kehler Hochwasserschutz wichtigen Anlage gesteuert. „Die alte Technik war störanfällig und Ersatzteile waren kaum mehr erhältlich“, erklärt Istvan Ötvös, der für das Pumpwerk zuständig ist. Die elektrische Anlage wird nun vollständig erneuert und an die heutigen technischen sowie sicherheitsrechtlichen Anforderungen angepasst. „Mit der neuen Steuerung kann das Pumpwerk künftig weitgehend vollautomatisch betrieben werden“, erläutert der Ingenieur. Dadurch reduziere sich auch der Personalaufwand deutlich. Zusätzliche Sensoren erfassen ständig unterschiedliche Messwerte. Die Anlage erkennt unter anderem Verschmutzungen an den Zulaufrechen und startet bei Bedarf automatisch deren Reinigung. Auch Ölverschmutzungen registrieren die Sensoren. Das Pumpwerk schaltet dann nicht nur in den Notbetrieb, die Feuerwehr wird ebenfalls automatisch alarmiert. Weitere Messinstrumente überwachen künftig unter anderem den Wasserspiegel und die Durchflussmenge im Schuttermühlkanal. Die Propellerpumpen sowie die Restwasserpumpen erhalten Strömungswächter, die Alarm auslösen, falls das Wasser aus dem Hafenbecken in Richtung des Vorlaufbeckens zurückfließt. Neu ist außerdem die Außenüberwachung des gesamten Geländes.
Mehr Sicherheit
Auch die Sicherheit für die Mitarbeiter wird verbessert. Eine fest installierte Messeinheit kontrolliert künftig permanent die Luftqualität in den unterirdischen Räumen und erfasst sowohl mögliche giftige Gase als auch den Sauerstoffgehalt. Bislang musste die Luft vor jedem Betreten mit einem mobilen Gerät überprüft werden. Ein weiterer Sensor warnt vor einer Überflutung des Kellerraums.
Neben den Schaltschränken wird auch die Trafostation erneuert. Die bisherige Anlage befindet sich noch innerhalb des Gebäudes. Die neue Trafostation wird aus Platz- und Brandschutzgründen vor der Halle aufgestellt. Anschließend wird sie mit den neuen Schaltschränken verbunden. Insgesamt werden etwa 2.100 Meter neue Kabel verlegt. Dafür müssen die Pumpen von der bisherigen Verkabelung getrennt und an die neuen Schaltschränke angeschlossen werden.
Damit die Kehler während der Arbeiten bei einem plötzlichen Starkregenereignis keine nassen Füße bekommen, werden jedoch nicht alle Pumpen gleichzeitig vom Netz genommen. Während zwei der vier Propellerpumpen umgerüstet werden, bleiben die beiden anderen über eine provisorische Steuerung einsatzbereit. Den benötigten Strom liefert ein externes Aggregat. Steigt der Wasserstand im Vorlaufbecken über 2,80 Meter, erhält der Bereitschaftsdienst automatisch eine Meldung. Mitarbeitende müssen die Pumpen dann manuell vor Ort in Betrieb nehmen.
Neue Energieversorgung
Auch bei der Energieversorgung soll das Pumpwerk künftig moderner aufgestellt sein. Bislang wird der Dieselantrieb dauerhaft mithilfe einer ölbetriebenen Anlage vorgewärmt. Diese soll durch eine Wärmepumpe ersetzt werden. Eine bereits beauftragte Photovoltaikanlage soll künftig einen Teil des dafür benötigten Stroms liefern. Ihr Einbau erfolgt nach Umrüstung der Elektrotechnik.
Ende des Jahres sollen die Arbeiten an der Elektrotechnik abgeschlossen und alle Pumpen wieder im Einsatz sein, schätzt Istvan Ötvös. „Aus elektrotechnischer Sicht sind die entscheidenden Arbeiten für die Betriebs- und Arbeitssicherheit damit dann abgeschlossen“, sagt Istvan Ötvös. Anschließend stünden vor allem regelmäßige Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten an.







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