Elternprotest wegen Grundschulbetreuung
Neue Gebühren sorgen für Unmut
- Kehler Eltern protestieren gegen die Gebühren für die Ganztagsbetreeung an Grundschulen.
- Foto: Stadt Kehl
- hochgeladen von Christina Großheim
Kehl (st) Ihren Unmut über die – teilweise starke – Erhöhung der Gebühren für die Betreuung ihrer Grundschulkinder haben knapp 200 Väter und Mütter mit ihren Kindern am Mittwochabend, 20. Mai, bei einer Demonstration vor dem Kehler Rathaus lautstark kundgetan, schreibt die Stadt Kehl in einer Pressemitteilung. Das neue Gebührenmodell geht auf einen einstimmigen Gemeinderatsbeschluss vom 25. März 2026 zurück und bedeutet, dass die Stadt allein im Schuljahr 2026/2027 zusätzlich eine Million Euro für die Schulkindbetreuung zuschießt. Für die hohe Belastung der Stadt und eines Teils der Eltern gibt es im Wesentlichen zwei Gründe: die Preiserhöhung des Trägers der Betreuung und den Umstand, dass der Rechtsanspruch auf Betreuung im nächsten Schuljahr nur für Erstklässler gilt.
Um Eltern mit Kindern in den Klassenstufen zwei bis vier nicht schlechter zu stellen, übernimmt die Stadt den für diese Jahrgänge nicht gewährte Landesanteil in Höhe von rund 700.000 Euro, plus die Raumkosten von rund 300.000 Euro. Nicht abgedeckt sind mit diesen Ausgaben von zusammen einer Million Euro die Kosten für den Ausbau neuer Räume für die Ganztagsbetreuung an Grundschulen, welche die Stadt vor große Herausforderungen stellt.
Komplexes Thema
Besuchen die Erstklässler eine Schule, an der an mindestens drei Tagen Ganztagsunterricht angeboten wird, ist diese Schulzeit für die Eltern kostenlos. Die Schulkindbetreuung kostet für die Eltern an den beiden anderen Tagen, je nach Schule bis 15 Uhr oder 15.30 Uhr monatlich 50 Euro.
Vom Schuljahr 2026/2027 an wird dies an der Grundschule in Kork umgesetzt. In der Guggenmos-Schule läuft das Ganztagskonzept bereits einigen Jahren. In der Grundschule Goldscheuer wird auf der Basis der verlässlichen Grundschule schon seit vielen Jahren eine Betreuung möglich. Vom Schuljahr 2027/2028 an folgen die Grundschule Sundheim und die Schule Leutesheim. Die Sölling-Schule sowie die Grundschulen in Auenheim bleiben zunächst Halbtagsschulen und werden bei Bedarf weiterentwickelt. Darüber hinaus gehende Betreuung, also eine Stunde vor Schulbeginn und von 15 Uhr/15.30 Uhr bis 17 Uhr, können die Eltern hinzubuchen. Die Kosten belaufen sich auf 50 Euro für die Früh- und 235 Euro für die Spätbetreuung. Kostspielig wird es für Eltern, deren Kinder eine Halbtagsschule besuchen. Sollen Kinder dort von morgens, 7 Uhr, bis 17 Uhr betreut werden, fallen inklusive Mittagessen monatliche Betreuungskosten von 431 Euro an, die von den Familien zu tragen sind. Das Mittagessen kann an allen Grundschulen, in denen die Caritas die Schulkindbetreuung übernimmt, für 90 Euro monatlich hinzugebucht werden.
Um Ganztagschule werden zu können, muss die Schule ein pädagogisches Konzept ausarbeiten, dem Schulamt und Regierungspräsidium zustimmen müssen. Bei der Umstellung auf Ganztagsschule überlässt die Stadt den Grundschulen die Wahlfreiheit.









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