Eine Granate und ein Zünder
Neun Bombentrichter im Baugebiet Schneeflären

Eine Granate ohne Gefährdungspotential
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Kehl (st). Zur Vorbereitung der Erschließung des zweiten Bauabschnitts des Gebietes Schneeflären ist ein besonderes Unternehmen im Einsatz: Die Firma Provisys ist spezialisiert auf Kampfmittelräumung. Einfach die Baggerschaufel in die Erde rammen – das geht hier nicht. Die Luftbildauswertung durch den Kampfmittelbeseitigungsdienst Baden-Württemberg hat gezeigt: Neun Bombentrichter und ein sogenannter Blindgängerverdachtspunkt befinden sich in Bereichen, wo zum Beispiel eine Straße durchs neue Wohngebiet führen soll. Mit großer Vorsicht wird die Erde abgetragen. Und nicht umsonst: Zum Vorschein kamen dabei nicht nur eimerweise Splitter von Granaten, auch eine gut 30 Zentimeter lange Granate sowie der Zünder einer Granate wurden entdeckt. Von beiden Funden ging jedoch glücklicherweise keine Gefahr aus.

Kampfmittelbeseitigungsdienst im Einsatz

Aufgabe der Firma Provisys ist die Überwachung, wenn in den Bereichen der lokalisierten Bombentrichter Oberboden abgetragen oder ein Graben ausgehoben wird. Auf diese Weise sollen Gefahrenquellen möglichst frühzeitig erkannt werden, erklärt Sylvana Hurst vom städtischen Bereich Tiefbau. Außerdem geht es darum, dass Gefahrenquellen nicht in unbelastete Bereiche verschoben werden. Beim Nachsondieren und dem Nachgraben der Störstellen durch Provisys wurden in den zurückliegenden Wochen zahlreiche Splitter von Granaten gefunden; am vergangenen Donnerstag kam plötzlich eine komplette Granate zum Vorschein. In solchen Fällen fährt der Kampfmittelbeseitigungsdienst Baden-Württemberg aus Stuttgart an, schätzt die Gefährlichkeit des jeweiligen Fundes ein und nimmt ihn mit. Tags darauf war es der Zünder einer Granate.

Doch bis die Arbeiten im zweiten Bauabschnitt von Schneeflären überhaupt beginnen konnten, waren einige Vorbereitungen notwendig. Es galt eine Fläche von 30.160 Quadratmetern zunächst zu untersuchen, weil vom Kampfmittelbeseitigungsdienst Hinweise auf neun Bombentrichter und einen Punkt vorlagen, an dem der Verdacht bestand, dass ein Blindgänger darauf niedergegangen war. Es musste davon ausgegangen werden, dass sich dort Abwurfmunition der Alliierten und Kleinkampfmittel aus dem Zweiten Weltkrieg im Boden verbergen.

Im Winter 2020 wurden dann die Bäume auf dem Areal gefällt; im Anschluss wurde das Baufeld abgeräumt. Dies geschah in teilweise sehr aufwändiger Weise von Hand, „um auch kleinste Metallobjekte zu entfernen“, erklärt Sylvana Hurst. Es folgte die Vorsondierung der gesamten Fläche, deren Ergebnisse zeigten, dass nicht nur das Umfeld der identifizierten Bombentrichter, sondern die komplette zu bebauende Fläche lückenlos weitergehend zu untersuchen war.

Mit einer flächendeckenden geomagnetischen Sondierung im Frühsommer 2020 wurde versucht, eine erste Einschätzung der Größe und der Menge der Kampfmittel vorzunehmen. Dem Blindgängerverdachtspunkt galt besondere Aufmerksamkeit: Um die Gefahr einer Detonation möglichst auszuschließen, wurde mit erschütterungsfreien Bohrungen eine Tiefensondierung vorgenommen. Dabei wurde glücklicherweise kein Blindgänger entdeckt.

Derzeit werden vorrangig die Flächen untersucht, auf denen Straßen angelegt werden. Danach folgen die zukünftigen Baugrundstücke und die restlichen Flächen.

Eine Granate ohne Gefährdungspotential
Allerhand Splitter von Granaten wurden ebenfalls entsorgt.
Autor:

Rembert Graf Kerssenbrock aus Kehl

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