Rinder und Ziegen im Sundheimer Grund
Tierische Landschaftspfleger
- Fünf Galloway-Rinder weiden derzeit im Sundheimer Grund.
- Foto: Stadt Kehl
- hochgeladen von Christina Großheim
Kehl (st) Wer kürzlich im Sundheimer Grund in Kehl unterwegs war, wird die grasenden Tiere vielleicht schon bemerkt haben. Im Auftrag des Regierungspräsidiums Freiburg wurden auf einer etwa ein Hektar großen Fläche kürzlich fünf Galloway-Rinder sowie zehn Burenziegen zur Beweidung freigelassen. Die tierischen Landschaftspfleger sollen eine umweltfreundliche Alternative zur maschinellen Mahd sein und bedeuten einen geringeren Eingriff in das Natur- und Landschaftsschutzgebiet, schreibt die Stadt in einer Pressemitteilung.
Direkt nach ihrer Ankunft im Sundheimer Grund machten sich die Tiere genüsslich über die eingezäunte Wiese her. Ohne die Naturpfleger auf vier Beinen müsste das Feld zwei Mal im Jahr gemäht werden. „Die Beweidung ist die ökologisch aber auch ökonomisch sinnvollere Alternative“, erklärte der städtische Umweltbeauftragte Gregor Koschate. Nicht nur die Kosten sowie der Eingriff in die Natur werden dadurch niedrig gehalten, der Einsatz von Tieren in der Landschaftspflege fördert auch die Biodiversität. Wenn eine Fläche nicht maschinell gemäht werden muss, kann zum Beispiel auch wertvolles Totholz liegen bleiben, das zahlreichen Arten einen Lebensraum bietet. Weil Ziegen unter anderem auch Brombeeren fressen, helfen sie außerdem dabei, unerwünschte Pflanzenarten zu kontrollieren und so eine Verbuschung der Fläche zu verhindern.
Zehn Kilo Raufutter am Tag
Galloway-Rinder vertilgen pro Tier bis zu zehn Kilogramm Raufutter am Tag, eine Burenziege nimmt am Tag zwischen zwei und drei Kilogramm zu sich. Im Februar dürfte die ein Hektar große Fläche einmal abgefressen sein. Beide Arten sind wegen ihrer Robustheit besonders gut für die Landschaftspflege geeignet. Zum einen können sie sich ganzjährig im Freien aufhalten, zum anderen müssen sie in dieser Zeit nicht zugefüttert werden, was in einem Naturschutzgebiet auch nicht zulässig wäre. Schutz vor schlechter Witterung finden die Weidetiere unter Bäumen und Hecken.
2023 hatte der Kehler Gemeinderat beschlossen, dass freiwerdende Pachtlose im Sundheimer Grund nicht erneut vergeben werden sollen und die Stadtverwaltung beauftragt, ein Konzept zur Umsetzung der bestehenden rechtlichen Vorgaben der dortigen Schutzgebiete zu erstellen. „Zunächst für ein Jahr soll die Beweidung in diesem Gebiet erprobt werden“, sagte Gregor Koschate. Die Ergebnisse fließen dann in die Langzeitkonzeption mit ein.
Info
Der Sundheimer Grund hat eine herausragende Bedeutung für den Biotopverbund auf Kehler Gemarkung. Er beherbergt ein Naturschutzgebiet mit einer Fläche von 200.000 Quadratmetern und ein Landschaftsschutzgebiet von 380.000 Quadratmetern Größe. Das Gebiet ist Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten.






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