Notbetreuung für Grundschüler
„Wir dürfen Fußball spielen, aber nur mit Abstand“

In den Klassenzimmern der neuen Lerngruppen wird auf genügend Abstand, Handhygiene und eine umfassende Desinfektion der Oberflächen geachtet.
  • In den Klassenzimmern der neuen Lerngruppen wird auf genügend Abstand, Handhygiene und eine umfassende Desinfektion der Oberflächen geachtet.
  • Foto: Stadt Kehl
  • hochgeladen von Matthias Kerber

Kehl (st). Zehn Kinder spielen in kleinen Gruppen auf dem Pausenhof der Falkenhausenschule. „Normalerweise tummeln sich hier bis zu 400 Schülerinnen und Schüler“, sagt Arzu Varga, eine Lehrkraft in der Notbetreuung, neben dem schuleigenen Klettergerüst. „Für uns alle ist das eine große Umstellung.“ In der Einrichtung werden Kinder im Grundschulalter von 8.15 bis 12.30 Uhr betreut. Danach geht es in die Obhut der Caritas. Nach einer Woche Notbetreuung in Kehl gibt es in Sachen Corona schon kleine Expertinnen, wie die achtjährige Celine: „Wir dürfen bloß nicht vergessen, unsere Hände zu waschen.“

Strenge Regeln

„Im Moment haben wir hier zehn Schülerinnen und Schüler in zwei Gruppen“, erklärt die Lehrerin. Und weiter: „Um die Gefahr einer Ansteckung gering zu halten, achten wir sehr genau darauf, dass die Kinder in ihren Betreuungsgruppen bleiben.“ Gleichzeitig gelten strenge Regeln, wer das Schulgebäude betreten darf: weder Eltern, noch reguläre Lehrkräfte der Falkenhausenschule oder Kinder mit Krankheitssymptomen, dürfen den Eingang der Einrichtung passieren. „Wir machen alles, was in unserer Macht steht, um die Klassenzimmer keimfrei zu halten“, verspricht Imogen Remmert, Rektorin der Falkenhausenschule und geschäftsführende Schulleiterin der Kehler Schulen. „Die Lehrkräfte der Notbetreuung wechseln jede Woche strikt nach Dienstplan, festgelegte Betreuungsgruppen ändern sich nicht und alle Oberflächen in der Schule werden täglich gereinigt.“ In der aktuellen Planung der Notbetreuung arbeite sie eng mit der Stadt Kehl und dem Schulamt Offenburg zusammen.

Fußball spielen - aber nur mit Abstand

Auf dem Schulhof haben die Schüler naturgemäß einen etwas anderen Blick auf die Dinge. „Man kann nun in jeder Pause Tennis spielen, hat der Lehrer von letzter Woche gesagt“, berichtet eine Schülerin sofort, als nach den neuen Besonderheiten auf dem Pausenhof gefragt wird. Das Coronavirus bekommt von den Kindern, wenn überhaupt, nur eine Nebenrolle: „Wir dürfen Fußball spielen, aber nur mit Abstand“, erklärt ein Zweitklässler begeistert, mit einem eigenem Ball in den Händen. Eigentlich herrscht in den Pausen an den meisten Schulen ein striktes Ballverbot, da zu viel Betrieb auf dem Hof ist. „Die Kinder haben sich sofort eingelebt“, freut sich Arzu Varga. „Nach zwei Tagen haben sich die Berührungsängste untereinander in Luft aufgelöst.“

Platz für bis zu 25 Schüler

Damit die Schüler einem geregelten Tagesablauf nachgehen können, ist der Schultag bei der Notbetreuung in drei Blöcke unterteilt. „Morgens kümmern wir uns um die Aufgaben, welche die Kinder von ihren eigenen Schulen mitbringen“, erklärt Imogen Remmert. „Danach gibt es in der Pause Essen und Bewegung, bevor dann im letzten Block die Gruppenbildung durch gemeinsame Aktivitäten gefördert wird.“ Drei Lehrer aus verschiedenen Schulen sind der Notbetreuung jede Woche durch den Dienstplan zugewiesen. Das derzeitige Betreuungsangebot für Grundschüler an der Falkenhausenschule könne noch auf bis zu fünf Gruppen, also auf 25 Kinder, angehoben werden. „Diese besondere Situation erfordert von allen Beteiligten ein Höchstmaß an Flexibilität und Einsatzbereitschaft“, weiß Dr. Marcus Kröckel, Fachbereichsleiter Bildung, Soziales und Kultur der Stadt Kehl. „Wir als Stadtverwaltung tragen unseren Teil dazu bei, dass den Kindern in Zeiten von Corona ein Stück Normalität erhalten bleibt.“

Kehler Arbeitgeber können für die Kinder ihrer Mitarbeiter eine Notbetreuung im Rathaus beantragen. Voraussetzung dafür ist, dass die Eltern in Bereichen tätig sind, die zur kritischen Infrastruktur zählen, weil sie beispielsweise in Krankenhäusern, bei der Polizei oder in der Lebensmittelproduktion arbeiten. Die Stadt prüft anschließend, ob ein Anspruch auf Betreuung besteht. Melden können sich Unternehmen und Einrichtungen telefonisch unter 07851/884999 oder per E-Mail. Das Telefon ist von Montag bis Freitag von 9 bis 16 Uhr besetzt.

Autor:

Matthias Kerber aus Offenburg

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