Bezirkskantorin Carola Maute mag nicht nur die Klassik
"Ich empfinde Demut vor den Musikwerken"

Carola Maute vor der größten der drei Kehler Kirchenorgeln in der Friedenskirche am Marktplatz, die sich bestens für Konzerte eignet.
  • Carola Maute vor der größten der drei Kehler Kirchenorgeln in der Friedenskirche am Marktplatz, die sich bestens für Konzerte eignet.
  • Foto: Michael Bode
  • hochgeladen von Rembert Graf Kerssenbrock

Kehl. Der eigentliche Berufswunsch war Musiklehrerin an Gymnasien. Dafür studierte Carola Maute in Stuttgart. Doch als Lehrerin war sie nie tätig, obwohl die pädagogische Arbeit und das Einstudieren von Musikstücken ihr als Bezirkskantorin der evangelischen Kirchen im Raum Kehl dennoch geblieben sind. "Ich kann meine eigenen Ideen einbringen", sieht sie Raum für ihre gestalterischen Möglichkeiten.

Sonntagsporträt

Carola Maute wuchs in Bad Urach am Fuße der Schwäbischen Alb im Landkreis Reutlingen auf, machte dort auch ihr Abitur und wechselte dann für das Lehrerstudium nach Stuttgart. "Irgendwann habe ich dann gemerkt, das die generationsübergreifende musikalische Arbeit mir sehr viel Freude macht", erklärt Maute. Sie setzte ihre Ausbildung an der Heidelberger Hochschule für Kirchenmusik fort. Zum Studium gehören auch die Bereiche Theologie und Musikgeschichte.

Neben dem Gesang beherrscht sie die Orgel und das Klavier. Damit knüpft sie daran an, dass sie bereits als Kind mit Kirche, deren Musik und auch dem Gesang in Verbindung kam. "Damals hatte ich schon meine Liebe zur Kirchenmusik entdeckt", blickt die heute 42-Jährige zurück. Für sie haben die beiden Elemente Kirche und Musik eine besondere Verbindung.

2007 bewirbt sie sich erfolgreich um das Kantorat des Bezirks Kehl. Die musikalische Verbindung ins Elsass zu ihrem Pendant Daniel Leininger, der für die evangelischen Kirchen im Elsass und in Lothringen zuständig ist, gab es bereits und ist ihr seither ebenfalls sehr wichtig. Einer der Höhepunkte war im Herbst vergangenen Jahres das elsässisch-ortenauerische Chorfest "Fête Chorale Alsace-Ortenau". Im Sommer zuvor war Kehl Ort des Gedenkgottesdienstes für das Ende des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren. Die Bezirkskantorei unter Leitung Mautes war bei dem Gottesdienst, der live im ZDF übertragen wurde, mit dabei.

Eine Gemeinschaft für alle Generationen

Die Kantorei bietet Musikgemeinschaften für alle Generationen. "Die Freiwilligkeit, mit der sich die Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen einbringen, macht eine große Freude", so Maute über die zahlreichen Angebote. Musik verbindet eben. Es beginnt altersmäßig mit dem Spatzenchor für Kinder der Vorschule und ersten Klasse. "Neben der Musik vermittelt der Chor auch biblische Geschichten", erklärt Maute, dass zentrale Aussagen näher gebracht werden: "Wir erreichen mit den Angeboten auch Menschen, die vielleicht nicht so viel mit Kirchen zu tun haben." Ein wichtiger musikalischer Partner für die Kantorei ist das Kammerensemble Kehl-Strasbourg.

Für die Musik des Barock – 17. Jahrhundert – mit Vertretern wie Georg Friedrich Händel oder Johann Sebastian Bach und der Romantik – 19. Jahrhundert – mit Ludwig van Beethoven und Franz Schubert kann sie sich begeistern. "Ich empfinde Demut vor und Dankbarkeit für die Musik und den Werken der Komponisten", schwärmt Maute. Durch die Verbindung der Musik mit den Menschen sieht sie in ihrer Tätigkeit mehr als einen Beruf.

Unterstützt wird die Kirchenmusik durch den Förderverein "musica sacra". Dadurch ergeben sich weitere musikalische Möglichkeiten. So dauern die Proben etwa für sogenannte Projektchöre schon mal mehrere Monate. Freude machen ihr neben der klassischen Kirchenmusik auch Ausflüge in den Bereich Gospel und Musical.

Sie gehört zu der Reihe an Organisten, die zu Gottesdiensten spielen. Welche Orgel ihr am besten gefällt? "Jede hat ihre Stärken", gibt sich Maute diplomatisch. Die Orgel der Friedenskirche ist die größte und eignet sich für Konzerte und in der Johanneskirche gibt die Orgel die Begleitung für kirchliche Feiern. Gespannt ist sie auf die Orgel der Christuskirche, die noch bis Oktober renoviert wird.

Ein- oder mehrtägige Fahrten mit anderen Organisten sind neben der Möglichkeit, sich fortzubilden nebenbei eine Gelegenheit, andere Orgeln kennenzulernen. Auch zu Hause in ihren vier Wänden geht es nicht ohne Musik, wenn die Tasten des Flügels sie inspirieren – sehr zum Gefallen ihres Lebenspartners und ihrer Katze. Entspannung und neue Kraft bringt ihr die sogenannte Alexander-Technik. Konzerte und Kino mit Freunden sind für sie weitere Vergnügen der Freizeit.
Rembert Graf Kerssenbrock

Autor:

Rembert Graf Kerssenbrock aus Kehl

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