Alljährliche Almi-Umfrage
Lahrer Industrie ist verhalten optimistisch

Lahr (ds). Mit einem blauen Auge, je nach Branche zwischen Hell- und Dunkelblau schattiert, haben es die Lahrer Unternehmen bisher durch die Krise geschafft. So der Tenor des Pressegesprächs der Arbeitsgemeinschaft Lahrer Mittelständischer Industrieunternehmen (Almi), die traditionell das Ergebnis ihrer jährlichen Umfrage unter den Mitgliedsbetrieben am Dienstagvormittag vorstellte.

Rück- und Ausblick

25 Mitgliedsfirmen der unterschiedlichsten Branchen, die zusammen rund 4.000 Mitarbeiter beschäftigen, haben an der Umfrage teilgenommen. Beherrschendes Thema war auch hier natürlich die Corona-Pandemie, unter deren Vorzeichen die Sicht auf das Jahr 2020 und die Erwartungen für 2021 standen.

"Nach Auswertung aller eingegangenen Fragebögen ist festzuhalten, dass hinsichtlich der Einschätzung der allgemeinen Geschäftslage in 2020, im Vergleich zum Vorjahr, nochmals eine entsprechende Eintrübung festzustellen war", so Ralf Leser für den Almi-Arbeitsausschuss. Ein Viertel aller Befragten, dies entspricht anzahlmäßig einer Verdoppelung zum Vorjahr, beurteilen rückblickend auf das vergangene Jahr die allgemeine Geschäftslage als schlecht. Zwar bleibt der prozentuale Anteil der Unternehmen, die für 2020 noch steigende Umsätze vermelden konnten, konstant. Aber bei knapp der Hälfte aller Befragten ist der Umsatz eingebrochen. Ein fast deckungsgleiches Bild zeigt sich hinsichtlich der Ertragssituation. "Denn bei knapp einem Drittel aller Betriebe, und somit doppelt so viele wie im Vorjahr, hat sich die Ertragslage in den vergangenen zwölf Monaten verschlechtert. Immerhin konnte aber auch eine nahezu gleich große Anzahl von Unternehmen ihre Erträge verbessern", fasste Leser zusammen. Die größten Risiken für die wirtschaftliche Entwicklung sehen die Unternehmen in der Corona-Pandemie und der Binnen-Konjunktur, aber auch in der Verschärfung des Fachkräftemangels sehen.

Unterschiedlich betroffen

Lediglich drei der insgesamt 25 Unternehmen waren von der Corona-Pandemie nicht betroffen. Sie gehören dem Bausektor an. Alle anderen Unternehmen haben in unterschiedlicher Intensität mit den Auswirkungen der Pandemie zu kämpfen. "Nicht selten wurden über Nacht Aufträge storniert oder Mitarbeiter fehlten aufgrund von Quarantäne-Bestimmungen", erläuterte Ralf Leser. Reagiert haben die Firmen mit Kurzarbeit und Homeoffice, lediglich ein Unternehmen musste betriebsbedingte Kündigungen aussprechen.

Die Lahrer Industrie hat Hoffnung, die Krise im Laufe des Jahres zu überwinden, schaut aber dennoch eher verhalten optimistisch in die Zukunft. Jedes fünfte Unternehmen geht 2021 von sinkenden Umsatzzahlen aus, 36 Prozent von gleichbleibenden und 44 Prozent von steigenden Umsätzen. 70 Prozent wollen an den Beschäftigtenzahlen festhalten.
Nachdem die "JobXpedition" schon im vergangenen Jahr Corona zum Opfer fiel, wird sie auch in diesem Jahr nicht wie gewohnt stattfinden können. Wie aber Markus Kaufmann ankündigte, wird es spätestens ab Mai einen "JobXpedition Kompass" geben, mit dessen Hilfe Schüler online anhand von zehn Fragen ihre Talente ermitteln können und eine entsprechende Job-Empfehlung bekommen.

Autor:

Daniela Santo aus Lahr

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