Angedacht: Anna Lohf
Automatik-Modus ist derzeit kaum möglich

Anna Lohf | Foto: privat

Die vergangenen Wochen, die auch bei mir ganz anders sind als die Wochen in den vorherigen Jahren vor und im Advent, zerren an meinen Nerven. Sie sind anstrengender als je zuvor. Es gibt viele Nächte in denen ich nicht gut einschlafe, weil meine Gedanken kreisen, weil ich plane, umplane, überlege und gute Lösungen suche.

Freundliche Geste einer fremden Frau

Vielleicht geht es Ihnen ähnlich. Vieles was geplant ist, ist in der nächsten Woche schon wieder hinfällig. Ein Automatik-Modus, in dem alles seinen üblichen Gang geht, ist gerade in vielen Bereichen kaum möglich. Ich merke, wie mein Umfeld immer skeptischer in die Zukunft schaut und viele sich die nächsten Wochen schwarz ausmalen.

Auch ich ließ mich davon immer mehr anstecken, doch dann passierte mir Folgendes: Vor ein paar Wochen, als ich vom Großeinkauf an einem Samstag vor einem großen Einkaufszentrum sehr genervt im alltäglichen Stress und mit Maske meine Einkäufe einlud, war sie plötzlich da und fragte: „Soll ich Ihren Wagen mitnehmen?“ Ich weiß nicht, wie verwirrt ich sie ansah, aber ich vermute, sehr. „Ähm, ja gerne“, kam es mir nur über die Lippen. Und die mir fremde Frau strahlte mich entschlossen an, nahm meinen leeren Wagen mit und fügte noch hinzu: „Macht doch keine Umstände, ich lauf doch sowieso hinüber.“ „Danke“, sagte ich noch, stieg verblüfft ins Auto und fuhr heim.

Sie ließ mich nicht los. Diese einfache freundliche Geste dieser fremden Frau. Diese unerwartete Hilfe. Dieses Geschenk, das uns beide nichts kostete und doch uns beiden etwas schenkte.

Wo Gott in unsere Welt kommt, da wird sie heller und heiler. Daran glaube ich auch 2020. Gerade 2020! Und ich bin dankbar für all die Menschen die mich das nicht vergessen lassen. Lassen Sie ihr Licht leuchten, zu den Menschen und in unsere Welt! Gott begleite Sie.
Anna Lohf, Diakonin, evangelische Kreuzgemeinde Lahr

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