S8 vom Team Schluckspecht
1.000 Kilometer mit einer Kilowattstunde

Die Freude des Teams über den neuen S8 (links) ist ebenso groß wie die Vorfreude auf den Start mit ihm und dem S5 (rechts) beim Shell Eco-marathon im Juni.   | Foto: Hochschule Offenburg
  • Die Freude des Teams über den neuen S8 (links) ist ebenso groß wie die Vorfreude auf den Start mit ihm und dem S5 (rechts) beim Shell Eco-marathon im Juni.
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Offenburg (st) Zwei Jahre lang haben die Studierenden an dem neuen Prototype des Schluckspechts gearbeitet. Eine Veränderung springt sofort ins Auge, so die Hochschule Offenburg: Nachdem intensive Strömungssimulationen gezeigt hatten, dass in der Karosserie verbaute Vorderräder erhebliche aerodynamische Vorteile in den Kurven beziehungsweise bei Seitenwind bringen, liegen diese nun wie schon einmal beim S2 wieder in der Karosserie.
Tests mit einem Holzmodell des S8 und einer 3D-gedruckten Karosserie halfen dem interdisziplinären Team das Fahrwerk und die Auslegung der CFK-Karosserie bereits vor der Detaillierungsphase zu optimieren. Im Februar waren die Schluckspechtmitglieder dann drei Tage in einer Firma, um die neue Karosserie zu schleifen und zu lackieren. "Wir arbeiten viel mit Sichtcarbon und heben das hervor", erklärt Sebastian Tebbe vom Medienteam. Und so ist am dunklen Heck bei genauerem Hinsehen nun die Maserati-blau schimmernde Musterung des Carbongeflechts zu erkennen. Etwa 1000 Arbeitsstunden stecken in der neuen Karosserie, die vor allen mit einer glatteren Oberfläche, einem geringeren Gewicht und einer höheren Torsionssteifigkeit punktet.

Neuerungen am Fahrwerk

Darüber hinaus präsentierten die Studierenden beim von Franziska Kiefer und Jonas Breitkopf moderierten und spektakulär in Szene gesetzten Roll-out einige Neuerungen am Fahrwerk. Die rund 150 geladenen Gäste – darunter Rektor Prof. Dr. Stephan Trahasch, Kanzler Dr. Bülent Tarkan, der CDU-Landtagsabgeordnete Volker Schebesta, die Sponsoren und sogar zwei ehemalige Studierende, die schon bei der Gründung des Schluckspechtteams 1998 dabei waren – kamen aus dem Staunen kaum heraus. Unter anderem wurden der Geradeauslauf, die Reibewirkung der gelenkten Räder, die Übersetzung von Lenksäule zu Lenkstange zu Spurstange und damit das Feedback für die Fahrenden sowie das sichere Fahrverhalten durch die genaue Untersuchung der Kippgrenzen optimiert.
„Bisher haben wir noch nie bei einem Fahrzeug jedes Detail so durchdacht, vom Lenkrad bis zum Anschnallgurt“, betont Teamleiter Prof. Claus Fleig. Alles sei komplett selbst geplant und zunächst digital erstellt worden. Dabei seien der Ingenieurswissenschaftsgedanke deutlich gestärkt und Industriemethoden angewandt worden. So habe das Team eine deutlich höhere Qualität erzielen können.
Mit dieser Qualität steigen auch die Ziele. Auf lange Sicht soll der S8 1.000 Kilometer mit einer Kilowattstunde schaffen. Seinen ersten Einsatz auf dem Weg dahin hat der neue Prototype beim Shell Eco-marathon Regionalwettbewerb Europe & Africa vom 23. bis 29. Juni auf dem Silesia Ring im polnischen Kamień Śląski. Dann heißt es Daumen drücken – für den S8 und den Rekord, aber auch für das zweite Teamfahrzeug, den S5 Urban Concept. Denn sowohl mit S8 als auch mit dem S5 möchte sich das Team für die World Drivers Championship in Katar qualifizieren. Und da alle Teams diesmal mit neuen Spezialreifen starten können und auch Off-Track-Auszeichnungen wie der Vehicle Design und der Technical Innovation Award in das Endergebnis einfließen, könnte das Klassement ordentlich durcheinandergewirbelt werden.

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