Feuchtigkeit und Hitze im Sommer
Ideale Bedingungen für die Tigermücke
- Gut erkennbar ist die Asiatische Tigermücke an den weißen Linie auf dem Rücken und den weißen Streifen an den Beinen.
- Foto: KABS e. V.
- hochgeladen von Christina Großheim
Kehl (st) Regen in Kombination mit hohen Temperaturen: Das sind ideale Brutbedingungen für die Asiatische Tigermücke. Wer jetzt nicht aktiv wird, kann innerhalb kurzer Zeit im eigenen Garten eine regelrechte Plage vorfinden, teilt die Stadt Kehl mit. Deshalb gelte es nun – und insbesondere vor Antritt einer Urlaubsreise – alle Behältnisse, in denen sich Wasser sammeln kann, wegzuräumen oder gut mit einem Netz oder Deckel zu sichern. Auch der Einsatz des Wirkstoffs Bti sei wirkungsvoll; dafür könne eine Urlaubsvertretung organisiert werden, damit das aggressive und flugfaule Insekt im Garten keine Chance habe.
Seitdem im Oktober 2021 das erste Gelege der Asiatischen Tigermücke in Kehl entdeckt worden sei, wachse ihre Population stetig an. Heiße Sommer und milde Winter hätten es dem eingeschleppten Insekt erlaubt, sich zu akklimatisieren. Eine Ausrottung sei heute zwar nicht mehr möglich. Eindämmen lasse sich die lästige und potentiell gefährliche Stechmücke, die Tropenkrankheiten übertragen könne, hingegen gut. Aber um sie in Schach zu halten, müssten Bürger Woche für Woche im privaten Umfeld aktiv werden.
Problem Wasserbehälter
Da die Asiatische Tigermücke ihre Eier knapp oberhalb eines stehenden Gewässers ablege, würden alle natürlichen oder künstlichen Behältnisse, in denen mindestens ein Zentimeter hoch das Wasser stehe und die innerhalb einer Woche nicht austrocknen, zu potenziellen Brutstätten. Deshalb müssten sie regelmäßig und kontinuierlich entleert, gesäubert und vollständig trockengelegt werden. Und das in einem wöchentlichen Rhythmus. Denn die Larve der Asiatischen Tigermücke entwickele sich innerhalb von sieben Tagen zum adulten Tier. Ohne Wasser würden die geschlüpften Larven allerdings innerhalb weniger Minuten austrocknen und absterben. Gefäßen, die sich nicht oder nicht regelmäßig entleeren lassen, wie Zisternen, Regentonnen oder hohle Baumpfähle, sollten abgedichtet werden. Keine Gefahr gehe von Pools mit chlorhaltigem Wasser sowie natürlichen Gewässern, in denen Fische, Molche oder Libellenlarven leben, aus. Auf deren Speiseplan stehen auch die Larven der Asiatischen Tigermücke.
Ebenfalls wirksam gegen die Stechmückenlarven sei der Wirkstoff Bti, ein Eiweißkristall eines Bakteriums, das für die Larven der Asiatischen Tigermücke und die anderer Schnakenarten giftig ist. Bti wird in Tablettenform im Bürgerservice und den Ortsverwaltungen ausgegeben. Eine Bti-Tablette genüge für bis zu 50 Liter. Das Präparat könne in warmem Wasser aufgelöst und anschließend mit der Gießkanne verteilt werden. Stehendes Gewässer sollte zwischen April und Oktober in einem 14-Tage-Rhythmus behandelt werden. Während längerer Urlaubsreisen könnten eventuell Nachbarn einspringen. Denn durch gemeinsames Handeln lasse sich die Ausbreitung des lästigen Insekts wirksam eindämmen.
Hilfe von der KABS
Wer trotz aller Maßnahmen anhaltende Probleme mit Tigermücken hat, kann sich an die KABS wenden. Unter www.kabsev.de gibt es die Möglichkeit, die Schnakenbekämpferinnen und -bekämpfer direkt zu kontaktieren. Die Aktionsgemeinschaft finanziert sich über die Beiträge ihrer insgesamt 94 Mitgliedskommunen, zu denen seit 1996 auch die Stadt Kehl zählt.





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