Mehrheit lehnt Sperrung ab
Absage für autofreien Bahnhofsplatz

Die Unionbrücke und -rampe sollen auch nach der Neugestaltung des Sanierungsgebiets Bahnhof/Schlachthof für den Durchgangsverkehr offen bleiben.
  • Die Unionbrücke und -rampe sollen auch nach der Neugestaltung des Sanierungsgebiets Bahnhof/Schlachthof für den Durchgangsverkehr offen bleiben.
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Offenburg (gro). Auf ein mehr als geteiltes Echo stießen die ersten Vorschläge zur künftigen Verkehrsführung rund um den Offenburger Bahnhof. Einig waren sich die Fraktionen im Verkehrsausschuss darin, dass der Ist-Zustand wenig befriedigend sei. Dennoch wurden bei der Diskussion erste Weichen für die künftige Entwicklung gestellt, denn eine Mehrheit der Mitglieder lehnt eine großräumige Verlegung des Durchgangsverkehrs auf der westlichen Seite des Bahnhofs ab.
Zuvor hatten Baubürgermeister Oliver Martini und Dr. Thilo Becker, Fachbereichsleiter Tiefbau und Verkehr, die Ergebnisse der Vorplanung vorgestellt. Die Kernfragen dabei sind: Wohin kommt der Zentrale Omnibusbahnhof (ZOB), was geschieht mit dem Durchgangsverkehr und soll eine Nordquerung gebaut werden?

Die Fraktion der Grünen konnte den Vorschlägen der Stadtverwaltung folgen. Bei der Frage des ZOB stellte Ingo Eisenbeiß fest, dass beide Varianten denkbar seien, die Verlegung in den Norden städtebaulich aber mehr Potential bieten würde. Eine Nordquerung mache zur Entlastung des bestehenden Systems für sie Sinn, erst recht, wenn die Unionbrücke für den KFZ-Verkehr in Ost-Westrichtung gesperrt wird.

Durchgangsverkehr soll bleiben

Albert Glatt, CDU, machte deutlich, dass es einen autofreien Bahnhofsvorplatz mit seiner Fraktion nicht geben wird. Er stellte die der Untersuchung zu Grunde gelegten Ziele in Frage und kritisierte, dass sich dem Wunsch, den Bahnhof autofrei zu halten, alle anderen Belange unterzuordnen haben. Weitere Kritikpunkte: Es würden weite Umwege für die Bewohner der Quartiere im Osten und Westen notwendig, das neu gebaute Einkaufszentrum sei nur noch vom Westen her erschlossen und die angestrebte Aufenthaltsqualität vor dem Bahnhof hinterfragte er: "Wer soll sich dort aufhalten? Die Leute kommen dort an und fahren weg." Seine Ziele sind: Die Unionbrücke für alle Verkehrsströme offenzulassen, zumindestens bis die Nordquerung gebaut ist. Der Durchgangsverkehr wird bei der Neuordnung beibehalten.

Auch die Freien Wähler lehnen eine Schließung der Unionbrücke ab. Angie Morstadt sieht auch keine Möglichkeit eines Gegenverkehrs in der Oken- und Philipp-Reiss-Straße. Sie forderte, den Masterplan Verkehr, der bis 2035 erstellt werden soll, abzuwarten, bevor die Verkehrsströme am Bahnhof neu gelenkt werden. Außerdem forderte sie einen Ideen- und Planungswettbewerb für diesen Masterplan.

Drehscheibe der Stadt

"Der Bahnhof ist die Drehscheibe einer Stadt", stellte Heinz Hättig für die SPD fest. Die Fraktion favorisiert die Nordvariante des ZOB, tut sich schwer mit der Verlagerung des Durchgangsverkehrs, da diese die anderen Straßen belasten würde. Es gab Zustimmung zur Nordquerung.

Silvano Zampolli, FDP, sieht in der Sperrung der Unionbrücke eine weitere Zerschneidung der Stadt und sieht einen großen Mangel zwischen dem, was am Reißbrett geplant wird und der Realität.

Zu sehr auf den Radverkehr konzentriert ist für Tara Maygutiak, AfD, die Planung der Stadt. Die Kunden vor allem aus Frankreich würden in einer autofreien Innenstadt verloren gehen. Florence Hetzel, Offenburger Liste, sprach sich für den Bau der Nordspange aus.

Autor:

Christina Großheim aus Offenburg

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