Akut- und Notfallmedizin
Ärztliche Leitung wird neu organisiert

Der künftige Leiter des Departments Akut- und Notfallmedizin am Ortenau Klinikum, Chefarzt Dr. Bernhard Gorißen (M.), bei der Versorgung eines Notfallpatienten. | Foto: Ortenau Klinikum
  • Der künftige Leiter des Departments Akut- und Notfallmedizin am Ortenau Klinikum, Chefarzt Dr. Bernhard Gorißen (M.), bei der Versorgung eines Notfallpatienten.
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Offenburg (st) Das Ortenau Klinikum organisiert die ärztliche Leitung seiner Zentralen Notaufnahmen in Achern, Lahr und Offenburg neu. Der Kreistag hat am vergangenen Dienstag einstimmig beschlossen, ein standortübergreifendes Department Akut- und Notfallmedizin einzurichten. Die Leitung des Departments übernimmt Chefarzt Dr. Bernhard Gorißen, Leiter der Zentralen Notaufnahme am Ortenau Klinikum Offenburg-Kehl. Mit seiner Entscheidung folgte der Kreistag einer Empfehlung des Verwaltungsrats des Ortenau Klinikums, so das Ortenau Klinikum in einer Pressemitteilung.

Hintergrund sind gestiegene gesetzliche Anforderungen an die personelle Ausstattung und ärztliche Leitung von Notaufnahmen. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) unterscheidet zwischen Basis-, erweiterter und umfassender Notfallversorgung. Die Anforderungen an die teilnehmenden Krankenhäuser wurden zum 20. Juni 2026 überarbeitet. Insbesondere ab 2028 müssen Notaufnahmen zusätzliche Vorgaben zur Zahl der Fachärzte mit der Zusatzweiterbildung Klinische Akut- und Notfallmedizin sowie deren 24/7 Erreichbarkeiten erfüllen, wenn sie weiterhin an der Notfallversorgung teilnehmen sollen.

Herausforderungen

Die neuen Vorgaben stellen das Ortenau Klinikum vor Herausforderungen. Entsprechend qualifizierte Fachärzte sind bundesweit nur begrenzt verfügbar. Insbesondere in Achern und Lahr ließen sich die künftigen Anforderungen nicht allein mit den vorhandenen personellen Strukturen erfüllen.

„Mit dem standortübergreifenden Department bündeln wir unsere vorhandenen Kompetenzen und schaffen die Möglichkeit, qualifizierte Fachärztinnen und Fachärzte flexibel dort einzusetzen, wo sie gebraucht werden“, sagt Dr. Peter Kraemer, Medizinischer Vorstand des Ortenau Klinikums. „Damit wollen wir die Notfallversorgung an allen drei Standorten langfristig sichern und die gestiegenen gesetzlichen Anforderungen erfüllen.“

Dr. Gorißen übernimmt künftig zusätzlich die chefärztliche Verantwortung für die Notaufnahmen in Achern und Lahr. Unterstützt wird er durch qualifizierte Oberärzte, die standortübergreifend eingesetzt werden. Ein Rotationsmodell wird die bedarfsgerechte Verteilung der Facharztkapazitäten ermöglichen. Zugleich wird die Weiterbildung des ärztlichen Nachwuchses gestärkt.

In der Zwischenzeit liegt die volle Weiterbildungsermächtigung für die Zusatzweiterbildung Klinische Akut- und Notfallmedizin für Dr. Gorißen im Team mit seinen Oberärzten Dr. Maximilian Koger und Dr. Peter Maaser aus Offenburg vor und gilt nun gleichermaßen für die Standorte in Achern, Offenburg und Lahr.

„Unser Ziel ist es, die Klinische Akut- und Notfallmedizin fachlich einheitlich weiterzuentwickeln und zugleich die Anforderungen der einzelnen Standorte zu berücksichtigen“, so Dr. Kraemer. „Die strukturierte Weiterbildung des eigenen Nachwuchses ist dabei ein wichtiger Baustein, um die Versorgung dauerhaft auf hohem Niveau sicherzustellen.“ Die Zusatzweiterbildung Akut- und Notfallmedizin können interessierte Fachärztinnen und Fachärzte an den Standorten des neuen Departments erlangen.

Mit der Neuorganisation will das Ortenau Klinikum die Voraussetzungen schaffen, die unterschiedlichen Notfallstufen in Achern, Lahr und Offenburg auch künftig zu erfüllen und die Zusammenarbeit der Notaufnahmen weiter zu stärken.

Das Ortenau Klinikum Wolfach erfüllt als Spezialversorger eine besondere Rolle in der regionalen Versorgung und muss lediglich abgemilderte Strukturvoraussetzungen erfüllen. Es ist wie alle Standorte des Ortenau Klinikums fester Bestandteil des „Netzwerk Ortenauer Notaufnahmen“ (NONA).

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