Initiative „Neue Heimat“
Auch Zunsweier hat jetzt Flüchtlingshilfe

Will Lücken schließen, deshalb engagiert sich Regin Liebrich für Flüchtlinge.
  • Will Lücken schließen, deshalb engagiert sich Regin Liebrich für Flüchtlinge.
  • Foto: Tebbel
  • hochgeladen von Anne-Marie Glaser

Offenburg-Zunsweier (st). Dem Fremden eine neue Heimat bieten: Das hat sich Regin Liebrich aus Zunsweier mit seiner neuen Initiative zur Unterstützung von Flüchtlingen vorgenommen. Im Dezember vergangenen Jahres ins Leben gerufen, hat die Initiative „Neue Heimat“ inzwischen neun Mitglieder. „Wir haben also seit der Gründung fünf Mitstreiter hinzugewonnen“, sagt der frühere Lehrer für Religion und Deutsch am Grimmelshausen-Gymnasium.

Für den 69-Jährigen ist das Engagement für Flüchtlinge allerdings keine neue Erfahrung. Vor rund 20 Jahren schon hat er sich im Arbeitskreis Asyl eingebracht. Seit der Pensionierung vor fünf Jahren gibt Liebrich Nachhilfeunterricht an der Grundschule in Zunsweier. Da habe er von der Schulleiterin erfahren, dass es ein Kind gebe, das überhaupt kein Deutsch sprechen könne. Derzeit seien es drei Kinder, die der Sprache nicht mächtig seien, das bereite den Lehrern große Schwierigkeiten. In solchen Fällen müssten die Kleinen in die Vorbereitungsklassen nach Offenburg, so das Land – nur: Wie solle das Kind dahin kommen?

„Da ist eine Lücke im System“, erläutert Liebrich. Diese und andere Lücken zu füllen, hat sich die Initiative zur Aufgabe gemacht. Hilfe und Unterstützung kommt dabei von Ortsvorsteher Karl Siefert und der Stadt Offenburg. Ortsvorsteher Siefert begleite das Projekt sehr wohlwollend und nehme an den Zusammenkünften der Initiative teil. „Wir treffen uns alle vier bis sechs Wochen“, erklärt Liebrich. Die Unterstützung aus dem Sozialtopf der Ortsverwaltung sei sehr erfreulich, so der Pädagoge. Er betont, dass auch die Stadt Offenburg bei Fragen und Problemen weiterhelfe. Ansprechpartnerin sei hier die Integrationsmanagerin Sophia Stappel.

Das Niveau der Sprachkenntnisse reiche von wenigen Vokabeln bis hin zur flüssigen Beherrschung der Sprache, dazu gehöre auch ein Syrer, der das Dolmetschen übernehmen könne. Bei aller Unterschiedlichkeit: „Alle sind sehr freundlich.“ Es handele sich insgesamt um anerkannte Flüchtlinge, die Väter besuchten Integrationskurse in Offenburg, einige Frauen erhielten Unterricht an der Grundschule von ehrenamtlichen Helfern der Initiative. Für Liebrich ist es wichtig, dass die Neuzuwanderer auch Gelegenheit haben, sich integrieren zu können. Das geschehe beispielsweise durch Mitgliedschaft im Verein oder durch Nachhilfe, die von Jugendlichen im Ort angeboten werde.

Und wie ist es mit den Kontakten zwischen Alteingesessenen und den Flüchtlingen? Im Mai findet in Zunsweier immer ein Flohmarkt statt, und da seien die Flüchtlinge eingeladen, sich mit einem Stand einzubringen, ein gemeinsames Fest sei immer eine gute Gelegenheit für Begegnungen. Dass es angesichts der sinkenden Zahl von Flüchtlingen insgesamt weniger zu tun gebe in Zunsweier, glaubt Liebrich nicht. Durch Familiennachzug werden weitere Heimatsuchende erwartet: „Wir haben das Gefühl, sie kommen erst jetzt.“

Die Initiative „Neue Heimat“ sei für die Zukunft gut gerüstet. Probleme ließen sich leichter lösen, weil im Dorf jeder jeden kenne. Bei Konflikten rede man schneller und direkter miteinander, das mache die Sache einfacher. Über die Flüchtlingshilfe hinaus gebe es in mit der Gründung der Nachbarschaftshilfe eine verstärkte Sensibilität für soziales Miteinander. „Da geht der Fokus auch auf andere.“

Die Initiative „Neue Heimat“ freut sich weiterhin über neue Mitglieder. Weitere Informationen gibt es nach E-Mail an rexl2000@hotmail.com oder telefonisch unter 07 81/55781.

Autor:

Anne-Marie Glaser aus Offenburg

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