Entwicklung des Bahnhofsquartiers
Der Prozess hat begonnen

An sieben Stationen können sich Interessierte über die Vorgaben für das Sanierungsgebiet Bahnhof informieren. Leon Feuerlein (v. l.), Marco Pastorini, Silke Moschitz, Gianna Braun und Oliver Martini auf dem Rundgang
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  • An sieben Stationen können sich Interessierte über die Vorgaben für das Sanierungsgebiet Bahnhof informieren. Leon Feuerlein (v. l.), Marco Pastorini, Silke Moschitz, Gianna Braun und Oliver Martini auf dem Rundgang
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Offenburg (gro). Das Bahnhofsquartier in Offenburg soll sein Gesicht verändern: Die Verkehrsströme und -achsen sollen neu geordnet, die Aufenthaltsqualität gerade auch vor dem Bahnhofsgebäude verbessert und der Zentrale Omnibusbahnhof (ZOB) erweitert werden. "Wir planen einen interdisziplinären Wettbewerb", so Bürgermeister Oliver Martini bei einem Rundgang durch das Gebiet, der sowohl verkehrliche als auch städtebauliche Fragen beantworten soll. Seit dem 12. April können die Bürger unter mitmachen.offenburg.de/bahnhof ihre Ideen und Vorschläge zu den wichtigsten Punkten machen. Diese werden anhand von Filmen vorgestellt.

Aber auch vor Ort können sich Interessierte in die Materie einarbeiten. Da aufgrund der Beschränkungen durch die Corona-Verordnung derzeit keine organisierten Bürgerrundgänge angeboten werden können, gibt es die Informationen mittels QR-Code vor Ort. An sieben Stationen machen Schilder mit der Frage "Wer versteht Bahnhof?" auf die wichtigsten Themen und Grundlagen aufmerksam. "Die Bürger können dort auch online in die Diskussion einsteigen, ihre Ideen aber auch erst später posten", erklärt Silke Moschitz, Leitung Stadtentwicklung. Die eingebrachten Anregungen sollen auch Grundlage für den geplanten Wettbewerb werden, einige Eckpunkte wurden durch die Stadt aber auch schon festgelegt. Das Ergebnis des Wettbewerbs soll Ende des Jahres vorliegen. 

Schlüssiges Gesamtkonzept

"Wir haben eine Reihe von Themen, wobei jedes für sich nur ein Puzzleteil darstellt", stellt Leon Feuerlein, Leiter Stadtplanung und -gestaltung, fest. "Die müssen sich am Ende alle im Gesamtkonzept zusammenfügen." So sollte bei der Wegführung die Achse Bahnhof-Innenstadt für Reisende erkennbar sein, da auf ihr viele Menschen täglich unterwegs sind und zwar zu Fuß, mit dem Rad, im öffentlichen Nahverkehr oder mit dem KFZ. Es stellt sich aber auch die Frage, wie viel Grün es in dem Quartier geben soll. "Es soll mindestens so viel sein wie bisher, besser noch mehr", so Feuerlein. Auch beim Thema Sicherheit könne der Städtebau unterstützend wirken, wenn Plätze etwa gut ausgeleuchtet werden. "Viele Wege teilen sich die unterschiedlichen Verkehrsteilnehmer", betont Feuerlein und das sei nicht immer gut gelöst. 

Sowohl der ruhende als auch der fließende Verkehr sollen neu geordnet werden. "Wir haben festgestellt, dass Dreiviertel der Autos, die den Bahnhof passieren, diesen nicht zum Ziel haben. Sie zählen zum Durchgangsverkehr", macht Marco Pastorini, Abteilungsleiter Verkehrsplanung, deutlich. Es fehlten Stellplätze für diejenigen, die zum Bahnhof wollten. Deshalb gehöre ein Parkhaus mit rund 325 Stellplätzen auf der Westseite zu den fest gesetzten Vorgaben der Stadt. Auf der Ostseite des Bahnhofs solle ebenfalls eine Parkierungsanlage geplant werden. Ob der Individualverkehr in Zukunft weiter eine Rolle auf der Westseite des Bahnhof spielt, soll ebenso untersucht werden wie eine Lösung ohne Autos. 

Frage der Stellplätze

Es fehlten nicht nur Stellplätze für Autos, sondern vor allen Dingen für Räder: "Wir haben 1.300 Fahrradstellplätze im Bahnhofsumfeld", so Pastorini, aber diese Anzahl reiche nicht aus. Benötigt würden 2.050 Stellplätze. Auch die Wegführung für den Radverkehr von Nord nach Süd, aber auch von West nach Ost solle überprüft werden. Dabei wird bei der Betrachtung der Verkehrsführung laut Bürgermeister Martini bewusst die Unionbrücke und der Freiburger Platz nicht miteinbezogen. "Das wird zu kompliziert", so Martini, der auf den Masterplan Verkehr verweist. 

Ein Problem für sich stelle das Bahnhofsgebäude dar: Es stehe unter Denkmalschutz, da es einer der letzten Eisenlohr-Bahnhöfe von 1840 in Baden-Württemberg sei. Es fehle ein Vorplatz, aber auch Nutzungen. Zudem sei es im Augenblick von der Hauptstraße aus nicht barrierefrei erreichbar. "Wir stehen in enger Abstimmung mit der Bahn", so Feuerlein.

Verlegung des ZOB?

Der ZOB sei ein anderes Problem, das im Zuge des Sanierungsgebiets angepackt werden soll: Der bestehende ZOB sei an seine Kapazitätsgrenzen geraten. Es gebe zwei Varianten, die die Planer umsetzen können: Der ZOB werde in den Norden Hauptstraße/Ecke Rheinstraße verlegt. Dort wären 16 Bussteige möglich, es gebe weiterhin Bushalte am jetzigen Ort des ZOB. Ein Problem: Alle Busse müssten dann am Bahnhof vorbeifahren. Die zweite Möglichkeit bestehe darin, den ZOB an zwei Standorten zu realisieren. Je zehn Bussteige würden dann am jetzigen Standort und am Ausweichstandort im Norden eingerichtet. "Wir wollen einen attraktiven Busbahnhof", so Pastorini. 

In der ehemaligen Tankstelle am Freiburger Platz wurde mit der Info-Tanke eine Anlaufstelle unter der Leitung von Quartiersmanagerin Gianna Braun eingerichtet.

Autor:

Christina Großheim aus Offenburg

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