Polizei-Einsätze nach Eskalation der Kriminalität in Offenburg
Drogen und Gewalt rund um Pfählerpark

Ortstermin Freitagmittag: alles ruhig im Pfählerpark. Ein Anwohner berichtet: "Sie müssen mal am Wochenende sehr spätabends hier sein, wenn wilde und laute Partys gefeiert werden."
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  • Ortstermin Freitagmittag: alles ruhig im Pfählerpark. Ein Anwohner berichtet: "Sie müssen mal am Wochenende sehr spätabends hier sein, wenn wilde und laute Partys gefeiert werden."
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Offenburg (rek). Offener Drogenhandel und -konsum, Schlägereien, massive Ruhestörungen, Belästigungen und das Verrichten von großen und kleinen Notdurften: Die Situation rund um den Pfählerpark am Offenburger Bahnhof ist eskaliert. Um der Situation Herr zu werden, hatte Polizeipräsident Reinhard Renter das Areal zum Kriminalitätsschwerpunkt erklärt und damit der Polizei die Möglichkeit für zusätzliche Maßnahmen gegeben. Revierleiter Peter Dieterle und Offenburgs Dezernent Hans-Peter Kopp erläuterten am Freitag das polizeiliche und städtische Vorgehen.

Auslöser waren die steigende Zahl von 56 Einsätzen im April auf 129 im Juni, und die massiven Beschwerden von Anwohnern über die Missstände in dem zentral gelegenen Park. Seither kontrolliert die Polizei in zivil oder auch in Uniform. Die Kriminalpolizei, Sondereinsatzkräfte, die Polizeihundeführerstaffel und die Bundespolizei sind ebenso einbezogen.

Zwischen dem 9. Juli und dem 5. August hat die Polizei rund um den Pfählerpark 620 Personenkontrollen mit 451 Durchsuchungen durchgeführt, nannte Dieterle Zahlen. 114 Strafverfahren, vorwiegend wegen Rauschgiftdelikten, seien die Folge. Zwei Festnahmen wegen bestehender Haftbefehle sowie zwölf weitere Fahnungstreffer seien Erfolge der Einsätze. Zwar seien die meisten der Tatverdächtigen Deutsche, 34 von insgesamt 65, wie Dieterle erläuterte. "Daneben sind gambische Staatsangehörige mit 22 Verdächtigen überproportional vertreten", so der Revierleiter. Um eine Verdrängung in andere Offenburger Parks zu verhindern, seien diese verstärkt unter polizeilicher Kontrolle. "Bis auf weiteres setzen wir unsere Maßnahmen fort", betonte Dieterle.

Für das Aussprechen eines Alkoholverbots in dem Park oder die Videoüberwachung des Bereichs gebe es hohe Hürden, erklärte Kopp. Die Stadt werde dies aber erneut prüfen. Bei einem Treffen der Stadt mit Anwohnern seien kurz- und mittelfristige Lösungen diskutiert worden. So seien bereits Bepflanzungen verändert worden und die Reinigung des Parks erfolge mit hoher Taktung. Ab Frühjahr, kündigte Kopp an, werde eine Lichtanlage mit Bewegungsmeldern getestet.

"Die Polizei ist schnell vor Ort, wenn es sein muss auch mehrmals am Tag", betonte Dieterle, dass die Hinweise der Anwohner ernst genommen werden. Inzwischen sei aktuell zumindest die Zahl der auswärtigen Kriminellen gesunken.

Ortstermin Freitagmittag: alles ruhig im Pfählerpark. Ein Anwohner berichtet: "Sie müssen mal am Wochenende sehr spätabends hier sein, wenn wilde und laute Partys gefeiert werden."
Erklärten die Maßnahmen (v. l.): Bürgermeister Hans-Peter Kopp, Revierleiter Peter Dieterle, Marius Engmann vom Polizeirevier

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